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Egal ob Händewaschen, Duschen oder der Gang zur Toilette: Abwasser wird auch in der Samtgemeinde Gellsersen teurer. Foto: A/t&w

Die Gebühren für das Abwasser steigen

Reppenstedt. Duschen, Wäschewaschen, Geschirrspülen – all das wird künftig teurer für die Bürger der Samtgemeinde Gellersen. Die Abwassergebühr steigt ab 1. Januar 2019, von 1,83 Euro auf 1,91 Euro pro Kubikmeter Frischwasser. So hat es der Samtgemeinderat Gellersen bei seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen.

Mit der Gebührenerhöhung soll den gestiegenen Kosten rund um die Erhaltung der Kanalisation und Abwasserreinigung Rechnung getragen werden. Insbesondere Personalkosten und eine verstärkte Reinigungsleistung, etwa um Mikroplastik und Arzneimittelrückstände aus dem Abwasser zu entfernen, seien Grund für die Mehrkosten, erklärt Reppenstedts Gemeindedirektorin Susanne Stille bei der Sitzung des Samtgemeinderates.

Für die Abwasserreinigung ist die AGL (Abwasser, Grün & Lüneburger Service GmbH) zuständig, an deren Kläranlagen sowohl die städtischen als auch die Wasserleitungen vieler Umlandgemeinden angeschlossen sind.

Erste Erhöhung seit drei Jahren

Zuletzt hatte die Samtgemeinde 2016 an der Preisschraube drehen müssen und die Gebühr zur Abwasserbeseitigung damals um 21 Cent pro Kubikmeter erhöht. Drei Jahre lang schaffte man es, die Gebühr von 1,83 Euro konstant zu halten, teilweise wurden sogar Überschüsse erwirtschaftet.

Nun reicht das Geld nicht mehr aus: Insgesamt erwarten die Gellerser, bei einer prognostizierten Abwassermenge von 535.000 Kubikmetern im Jahr 2019, Kosten in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro. Das hatte eine Gebührenbedarfsrechnung ergeben. Derzufolge liegt eine kostendeckende Gebühr für die Bürger bei satten 2,10 Euro pro Kubikmeter Wasser. Derart tief will die Samtgemeinde jedoch nicht in die Geldbeutel ihrer Bürger greifen. Um die finanzielle Mehrbelastung 2019 zu stemmen, entschieden sich die Politiker dafür, auf Gebührenüberschüsse aus den vergangenen Jahren zurückzugreifen und die Preisanpassung mit einer Erhöhung um 4,37 Prozent vergleichsweise moderat zu halten. „Ich denke, diese Erhöhung kann jeder Haushalt ertragen“, erklärte FDP-Mitglied Anikó Hauch im Gespräch mit den Samtgemeinderatsmitgliedern.

In die Glaskugel schauen kann niemand.

In den letzten zehn Jahren ist die Abwassergebühr in der Samtgemeinde um 27 Cent pro Kubikmeter gestiegen. Die neue Gebühr sei im Vergleich mit anderen Samtgemeinden im Landkreis immer noch sehr günstig, heißt es im Rat. Man strebe an, den Abwasserpreis künftig konstant zu halten. Doch in die Glaskugel schauen kann niemand. Denn wie sich die Abwassergebühren in Gellersen künftig entwickeln, hänge maßgeblich davon ab, wie hoch die Unterhaltungskosten der Abwasseranlagen und die Kosten der städtischen Abwasserreinigung sind.

Von Anke Dankers