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Steil ist die Rampe hinunter zur Fähre „Amt Neuhaus“ nicht nur bei Niedrigwasser. Sollen auch Busse eine mögliche neue Fähre nutzen können, müssten auch die Anleger für mehr als zwei Millionen Euro umgebaut werden. Foto: t&w

Pläne an der Elbe reifen

Lüneburg. Die Elbe hat auch 2018 Geschichte geschrieben – dieses Mal jedoch nicht durch Rekordhoch-, sondern -niedrigstände. Das Ergebnis war in beiden Fällen das selbe: Am Ende fuhren die Fähren nicht mehr, und das wochenlang.

Auch deshalb haben der Lüneburger Kreistag und die Verwaltung um Landrat Manfred Nahrstedt sämtliche Planungen an der Elbe ganz weit oben auf die politische Agenda gesetzt. Bereits im Frühjahr diskutierten die Kreistagsabgeordneten über die Pläne zum Neubau einer Fähre für die betagte „Amt Neuhaus“ bei Bleckede. Auch berieten sie über weitere finanzielle Entlastungen für Pendler.

Parallel bereitete eine Arbeitsgruppe die Entscheidung vor, die der Kreistag letztlich im vergangenen September traf: Die Planungen für die Elbbrücke zwischen Darchau und Neu Darchau werden nach drei Jahren Pause wieder aufgenommen, noch 2019 soll das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden.

Elbbrücke

Endgültig sind die Weichen für das Wiederanfahren der Planungsmaschinerie bei der Sitzung des Straßenbauausschusses im November und bei der Haushaltssitzung des Kreistags Mitte Dezember gestellt worden. Insgesamt stehen in diesem Jahr 700.000 Euro für die Brückenplanung zur Verfügung. „Zunächst wird die europaweite Ausschreibung der Planung vorbereitet“, sagt Kreissprecherin Katrin Holzmann. „Das übernimmt ein Fachanwaltsbüro.“ Die Angebote lägen vor, das Büro müsse aber noch beauftragt werden.

Dass der Kreis die Planung wieder aufnimmt, ruft auch Gegner auf den Plan. Bereits Ende November hat Neu Darchaus Bürgermeister Klaus-Peter Dehde in einem Schreiben an die Kreisverwaltung den Finger auf den wohl ungewöhnlichsten Punkt in dem Planungsverfahren gelegt: Als Träger plant der Landkreis Lüneburg eine Brücke über eine Kreisgrenze hinweg. Was in Darchau im Kreis Lüneburg beginnt, endet linkselbisch in Neu Darchau auf dem Gebiet des Kreises Lüchow-Dannenberg.

Geregelt worden ist das Miteinander der Kreise und Kommunen in der fast auf den Tag genau 10 Jahre alten Brückenvereinbarung. Am 9. Januar 2009 unterzeichneten Vertreter beider Kreise, der Samtgemeinde Elbtalaue und der Gemeinde Neu Darchau das Papier. Gebunden fühlt sich Dehde daran jedoch nicht mehr: „Vorsorglich weise ich darauf hin, dass meine Gremien alle bisherigen Beschlüsse zu diesem Thema aufgehoben haben. Hieraus folgt, dass die … Brückenvereinbarung … hinfällig ist“, schreibt der Bürgermeister.

Auch kritisiert er zahlreiche Grundlagen des Papiers als hinfällig oder falsch. „Damit ist der Vereinbarung die Geschäftsgrundlage entzogen.“

Elbfähre

Da es jedoch noch Jahre dauern kann, bis der Brückenbau konkret werden könnte, treibt der Landkreis zeitgleich das Projekt Fährneubau voran. Laut Kreissprecherin Holzmann steht für die Planungen eine Million Euro im Haushalt 2019 bereit.

Bereits im Wirtschaftsausschuss im Mai 2018 hatte sich gezeigt, dass das Vorhaben deutlich teurer wird als ursprünglich geplant. Nach Angaben der Planer schlägt allein der Fährneubau mit rund 4,5 Millionen Euro zu Buche, hinzu kommen rund 2,3 Millionen Euro für den Umbau der Fähranleger. Die Fähre mit einem umweltfreundlichen Antrieb auszustatten, ist noch gar nicht berücksichtigt.

Geklärt werden soll Holzmann zufolge zunächst mit den zuständigen Stellen in Berlin, in welchen Fällen der Landkreis mit Fördermitteln rechnen darf – und natürlich in welcher Höhe. Dann soll die weitere Planung auf den Weg gebracht werden.

Auch will die Verwaltung im Jahresverlauf prüfen, ob weitere Entlastungen bei der Nutzung der Elbfähren bei Bleckede und Neu Darchau für Berufspendler und Einwohner der Gemeinde Amt Neuhaus möglich sind. „Bislang sind dafür 250.000 Euro jährlich vorgesehen“, erklärte die Kreissprecherin. Damit ermöglicht der Kreis regelmäßigen Nutzern den Kauf vergünstigter Monats- und Jahreskarten.

Von Malte Lühr