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Ein spektakulärer Einsatz der Feuerwehr war der Brand im Museum im Juli. Foto: be

Betrunkener stellt sich Feuerwehr in Weg

Lüneburg/Neetze. Als die Feuerwehr ausrückte, um am Krähornsberg einen brennenden Baum zu löschen, stieß sie in der Silvesternacht auf eine ungeahnte Herausforderung.

In der Kemnau habe mutmaßlich ein Anwohner den Einsatzkräften den Weg versperrt, berichtet Sprecher Daniel ­Roemer: „Der Mann sagte, wir sollen hier nicht durchfahren, das sei unnötig.“ Die Helfer riefen die Polizei, kamen aber schließlich an dem Nachbarn vorbei. Was den betrunkenen Mann geritten hat, die Feuerwehr zu behindern, ist unklar.
Die Mannschaft musste schließlich nicht mehr eingreifen: Ochtmisser hatten inzwischen mit einem Gartenschlauch und Wassereimern eine an einem Wohnhaus stehende glimmende Zypresse gelöscht. Die Helfer fanden die „lustig“ gemeinte Aktion des Mannes „gar nicht witzig“. Ein Feuer kann sich schnell ausdehnen.

Bei 874 Einsätzen leisteten die Brandbekämpfer in 2018 Hilfe

Es war einer von elf Einsätzen, zu denen die Männer und Frauen zum Jahreswechsel im Stadtgebiet gerufen wurden. Mehrmals löschten sie brennende Altpapiercontainer, auch eine Hecke hatte durch Silvesterknaller angefangen zu kokeln. Sowohl in der Wache an der Lise-Meitner-Straße als auch in der Wache Süd in Rettmer stand jeweils ein Zug in Bereitschaft, um auf die zu erwartenden Einsätze zu reagieren.

Am Ende dieser Nacht konnten die Helfer einen neuen Rekord vermelden: Bei 874 Einsätzen leisteten die Lüneburger Brandbekämpfer in 2018 Hilfe, 2017 lag die Zahl nur um drei niedriger. Damit sind die vier freiwilligen Wehren der Stadt erneut weit von ihrem üblichen Jahresschnitt entfernt, der in den Vorjahren zwischen 600 und 700 lag. Erklärte sich das Plus in 2017 vor allem mit rund 130 Unwettereinsätzen während der Stürme im Frühjahr und im Herbst, bei denen reihenweise Bäume umstürzten, gab es im vergangenen Jahr nach Einschätzung Roemers wesentlich weniger Ereignisse, die mit Sturm oder mit Regen zu tun hatten: „Wir müssen das aber noch einmal genau analysieren.“

Ende Mai hatte eine Brandserie begonnen

Kaum aus den Stiefeln kamen die Helfer im Sommer: Ende Mai hatte eine Brandserie begonnen. Verschiedene Gruppen steckten über Wochen Mülltonnen und Container an, einige legten zudem einen Brand am Solespeicher des Salzmuseums sowie an einem Lokal an der Rackerstraße. Nach und nach fasste die Polizei Verdächtige. Sie legt ihnen mehr als 40 Taten zur Last. Eine genauere Auswertung des Geschehens will die Wehr in den kommenden Wochen vorlegen.

Nach dem Brand in Neetze geht die Polizei davon aus, dass ein Bewohner warum auch immer in einem Zimmer des Hauses „Pyro-Technik in Brand gesetzt hat“. Der Betreffende sei verletzt worden und habe noch nicht befragt werden können.

Wie berichtet, hatte in der Silvesternacht der Dachstuhl eines Hauses am Rosenthaler Weg in Flammen gestanden. Vier Bewohner erlitten unterschiedlich schwere Rauchvergiftungen, zudem wurden auch drei Feuerwehrleute leicht verletzt. Den Sachschaden hatte die Polizei auf insgesamt rund 300.000 Euro geschätzt.

Von Carlo Eggeling