Aktuell
Home | Lokales | Baustein zur lokalen Energiewende
Horst Jäger (l.) und Hartmut Deja im Blockheizkraftwerk des Sportparks Kreideberg. Foto: t&w

Baustein zur lokalen Energiewende

Lüneburg. Beim Umstieg auf erneuerbare Energien haben der MTV Treubund und die Zukunftsgenossen ein Modellprojekt umgesetzt: Seit einigen Wochen erzeugt ein Blockheizkraftwerk (BHKW) die Wärme, um alle Hallen, Studios, das Schwimmbad sowie die sonstigen Räume des Sportparks Kreideberg mit Wärme zu versorgen. Außerdem wird noch ausreichend Strom für den Eigenbedarf erzeugt. „Ein wichtiges Projekt für die Energiewende, denn dadurch werden zirka 150 Tonnen CO₂-Ausstoß pro Jahr gespart“, machen Horst Jäger, Vorstandsmitglied der Zukunftsgenossen, und Hartmut Deja, Präsident des Sportvereins, deutlich.

100 Mitglieder bei den Zukunftsgenossen

Die Energiegenossenschaft „Zukunftsgenossen“ hatte sich 2011 gegründet mit dem Ziel, Bürger an der Energiewende zu beteiligen und erneuerbare Energie zu erzeugen. „Inzwischen haben wir 100 Mitglieder, darunter die Hansestadt Lüneburg, die Avacon, viele Einzelpersonen und auch den MTV Treubund“, berichtet Jäger. Auf den Weg gebracht wurden verschiedene Photovoltaikanlagen (PV) zur Erzeugung von Strom, etwa große Anlagen bei Holz Herbst und für die St.-Ursula-Schule. „Uns war aber auch bewusst, dass ein weiterer wichtiger Schritt zur Energiewende auf lokaler Ebene ein Nahwärme-Konzept ist. BHKW‘s ermöglichen dabei nicht nur die Erzeugung von Wärme, sondern auch Strom.“

Und so kam der MTV Treubund ins Spiel. „Unser Sportpark Kreideberg mit 10.000 Quadratmeter Fläche hat einen gewaltigen Wärmebedarf. Als wir die Anlage 2007 übernommen haben, war die Heizungsanlage total veraltet und nicht mehr effizient“, berichtet Deja. Anfänglich habe man Wärmeheizstrahler – wie auch in Industriehallen – eingesetzt, ab 2012 habe man dann über die Möglichkeit eines BHKW nachgedacht. In Zusammenarbeit mit Leuphana-Studenten sei ein Konzept erstellt worden, das die Energieeinspar-Potenziale gezeigt habe, so Deja. „Wir sehen uns der Nachhaltigkeit verpflichtet, müssen aber auch wirtschaftlich arbeiten. Deshalb haben wir geprüft, wie man so eine Anlage am günstigsten umsetzen kann.“

2017 sind rund 157 Tonnen CO₂ eingespart worden

Der MTV Treubund wurde 2015 Mitglied bei den Zukunftsgenossen, man tüftelte ein Konzept aus. Die Zukunftsgenossen finanzierten die rund 200.000 Euro teure Anlage, der Sportverein kauft bei der Genossenschaft die Wärme und den Strom ein. Dazu haben die Partner einen 10-Jahres-Vertrag abgeschlossen, danach geht die Anlage an den MTV Treubund über.

Durch die PV-Anlagen der Zukunftsgenossen seien 2017 rund 157 Tonnen CO₂ eingespart worden. „Jedes Mitglied hat rein rechnerisch 1,7 Tonnen CO₂ kompensiert. Das entspricht in etwa zwei Flügen Mallorca hin und zurück“, verdeutlicht Jäger. Das BHKW sei nun ein Meilenstein bei der Schadstoffreduzierung vor Ort, „weil es unserer Umwelt zusätzliche 150 Tonnen CO₂ erspart“. Das sei ein weiterer Schritt zur Erreichung der Klimaziele. Die Bürgergenossenschaft sei damit auf einem guten Weg, wenn man bedenke, „dass jeder Bundesbürger zirka 12 Tonnen CO₂-Ausstoß verursacht, die Klimaziele es aber erforderlich machen, die Emissionen auf zwei Tonnen zu begrenzen“.

Die Energiewende gemeinsam anpacken, ist auch dem Sportverein wichtiges Anliegen. Aber er profitiert auch wirtschaftlich von dem Projekt, da Heiz- und Stromkosten geringer ausfallen werden als bisher. Deja, der inzwischen dem Aufsichtsrat der Zukunftsgenossen angehört, setzt mit Jäger darauf, dass die Genossenschaft weitere Projekte dieser Art in Lüneburg umsetzen kann.

Von Antje Schäfer

Mieterstrom-Gesetz

Beratung

Das Mieterstrom-Gesetz, das 2017 in Kraft getreten ist, ist äußerst kompliziert. Die Klimaschutzleitstelle der Stadt hatte deshalb die Förderung einer Mieterstrom-Beratung ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielten die Zukunftsgenossen, die nun in Zusammenarbeit mit der Klimschutzleitstelle und einem Energieberater eine umfangreiche Beratung für Hausbesitzer, Vermieter und Mieter anbieten. Weitere Infos und Absprache für Termine unter (04131)6847792 oder per Mail an horst.jaeger@zukunftsgenossen.de.