Donnerstag , 21. November 2019
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Das ehemalige Kinderheim an der Altenbrückertorstraße und die abgesackte Kaimauer an der Ilmenau warten auf Sanierung. Foto: t&w

Sanierungsstau

Lüneburg. Die Stadt hat zwei prominente Immobilien verkauft, auch mit dem Hintergrund, dass dort etwas Besonderes passiert. Doch augenscheinlich tut sich weder etwas am vor Jahren geschlossenen Kinderheim an der Altenbrückertorstraße, noch am ehemaligen Hort an der Papenstraße.

Auf Nachfrage heißt es aus dem Rathaus: „Die Hansestadt Lüneburg hat mit den Erwerbern beider Immobilien Sanierungsverpflichtungen vereinbart. Hierfür gelten aber durchaus längere Fristen, die man gerade als Eigentümer eines denkmalgeschützten Hauses auch benötigt.“ Einen konkreten Zeitpunkt teilt die Verwaltung nicht mit.

Erwerber muss die abgesackte Kaimauer sanieren

Beim Verkauf der 1894 vom Fabrikanten Heyn errichteten Villa an der Ilmenau habe nicht nur die Kaufsumme eine Rolle gespielt, hatte die Stadt in der Vergangenheit mehrmals erklärt. Es müsse ein überzeugendes Konzept vorgelegt werden. Zudem müsse der Erwerber die abgesackte Kaimauer sanieren. Schon vor fünf Jahren war allein der Posten in einem Gutachten mit rund 380.000 Euro veranschlagt worden. Wie berichtet, hatte es zunächst einen Erwerber gegeben, der hatte dann aber nachverhandeln wollen, weil aus seiner Sicht mehr Kosten berücksichtigt werden müssten. Als man nicht zueinanderkam, startete die Stadt ein neues Bieterverfahren samt Zuschlag. Wer gekauft hat, behält die Verwaltung für sich.

Zum Planungsstand sagt sie: „Die Käufer des ehemaligen Kinderheims an der Altenbrückertorstraße haben der Bauverwaltung mit ihrem Architekten im Herbst ihre Pläne für die Immobilie vorgestellt. Die Bauverwaltung arbeitet an einer ersten Einschätzung. In den nächsten Wochen wird es weiterführende Gespräche geben. Aber wir befinden uns auf einem guten Weg.“

„Museum der Zukunft“

Der ehemalige Hort an der Papenstraße soll ein Seminar- und Bildungszentrum in Sachen Nachhaltigkeit werden. Foto: t&w

An der Papenstraße will der Wissenschaftler, Chemiker und Nachhaltigkeitsexperte Michael Braungart ein „Museum der Zukunft“ schaffen, so nannte er es im September beim Cradle-to-Cradle-Kongress in der Uni. Übersetzt bedeutet es von der Wiege zur Wiege und meint, dass Produkte schon bei ihrer Konstruktion so entwickelt werden, dass alles wieder verwandt werden kann.

Braungart hatte Anfang des Jahres gegenüber der LZ erklärt, dass er dort im September/Oktober loslegen wolle. Nachbarn berichten: „Da tut sich nichts.“

Die Verwaltung teilt dazu mit: „Der Eigentümer des ehemaligen Hortes an der Papenstraße hat seine Pläne in der LZ vorgestellt. Hier kennen wir im Moment keinen neuen Sachstand. Wir werden im Rahmen der vereinbarten Fristen nachhaken.“

Von Carlo Eggeling