Dienstag , 17. September 2019
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Wetterexperte Reinhard Zakrzewski bereitet sich auf ungemütlichere Tage vor. (Foto: privat)

Anfangs schmuddelig, später winterlich

Deutsch Evern. Blickt man in die Wetterkarten der kommende Woche ist von Frost und Schnee zunächst nichts zu sehen. Bis Wochenmitte bleibt uns das vielfach graue und milde Schmuddelwetter erhalten. Erst danach ändert sich in der Wetterküche etwas. Nach dem Abzug eines intensiven Tiefs am Mittwoch gehen die Temperaturen aus Nordosten deutlich zurück. Gebietsweise ist sogar leichter Dauerfrost nicht ausgeschlossen. Dazu wäre regional auch etwas Schnee möglich. Ob sich danach erneut mildere Luft mit Regen durchsetzt, muss sich noch zeigen. Es ist jedenfalls nicht ausgeschlossen, dass sich der Winter sogar länger festsetzt.

Der Dezember im Vergleich

Mehr Regen

Der Dezember in Lüneburg/Wendisch Evern im Vergleich zum Klimamittel (1981-2010)

Mitteltemperatur: 4,8°C (Abw. +2,7°C)
Maximum: 12,1°C (3. Dezember)
Minimum: -2,4°C (16. Dezember)
Frosttage (Min. unter 0,0°C): 6 (normal 16)
Eistage (Maximum unter 0,0°C): 1 (normal 6)
Niederschlag: 74 mm (119% v. Soll)
Sonnenschein: 18 Std. (49% v. Soll)

Als eine wichtige Wegmarke für den Verlauf des Hoch- und Spätwinters gilt der Dreikönigstag (6. Januar) am Sonntag. Von ihm heißt es aus gutem Grund: „Ist bis Dreikönig kein Winter, so kommt auch kein (richtiger) mehr dahinter.“ Diese Regel hat sich in den vielen warmen Wintern der letzten Jahrzehnte oft bestätigt. Im vergangenen Jahr ausnahmsweise nicht, denn nach einem harmlosen Dezember und Januar fletschte der Spätwinter im Februar noch ordentlich die Zähne. Was die Wetterküche diesmal aus dem milden Dreikönigstag macht, bleibt eine spannende Frage.

„Ist bis Dreikönig kein Winter, so kommt auch kein (richtiger) mehr dahinter.“
Reinhard Zakrzewski, Wetterexperte

Anfang Dezember bewegte uns die Hoffnung: Wird die Jahrhundertdürre gebrochen oder nicht? Und ja, pünktlich zum 1. Dezember wendete sich das Blatt. Die bis dato vorherrschenden Hochdruckgebiete zogen nach Osten ab. Sie machten den Weg für Atlantiktiefs frei, die mit ihren Regenfronten direkt über Mitteleuropa hinwegwanderten. Für Natur und Landwirtschaft war der feuchte Dezember ein wahrer Segen. Unter dem Strich fielen aber nicht überall die erhofften großen Mengen. Vor allem Richtung Elbe lagen die Werte nur knapp über dem Monatssoll. Zur Aufstockung der dezimierten Wasservorräte bleibt also noch jede Menge Luft nach oben. Hinsichtlich der Temperaturen setzte sich der Reigen der zu warmen Monate fort. Bei einem Dezembermittel von 4,8 bis 5,2 Grad, dem Viert- oder Fünftwärmsten seit Messbeginn, blieb Schnee zwischen Aller und Elbe – bis auf ein wenig Weiß am 16. Dezember– ein Fremdwort. Angesichts dieser Temperaturen wundert es nicht, dass wir nun schon das achte grüne Weihnachtsfest in Folge erlebten.

Das Jahr 2018 im Vergleich

Viel wärmer

Das Jahr 2018 in Lüneburg/Wendisch Evern:

Mitteltemperatur: 10,6°C (Abw. +1,5°C)
Maximum: 36,7°C (7. August)
Minimum: -14,0°C (28. Februar)
Sommertage (Max. mind. 25°C): 82 (normal 36)
Hitzetage (Max. mind. 30°C): 23 (normal 8)
Frosttage (Minimum unter 0,0°C): 70 (normal 77)
Eistage (Maximum unter 0,0°C): 11 (normal 19)
Niederschlag: 447 mm (62% v. Soll)
Sonnenschein: 1979 Std. (124% v. Soll)

Von Reinhard Zakrzewski