Aktuell
Home | Lokales | Amelinghausen | Faslamsbrüder schnorren sich durch das Dorf
In bunten Kostümen ziehen die Faslamsbrüder Oldendorf/Luhe stets am zweiten Sonnabend des Jahres auf ihrer Schnorrertour durch den Ort, so wie hier im vergangenen Jahr. Foto: privat

Faslamsbrüder schnorren sich durch das Dorf

Oldendorf/Luhe. Faslam ist ein alter niederdeutscher Winterbrauch. Um die Wintersonnenwende herum zogen Knechte und Mägde von Hof zu Hof, um in bunten Verkleidu ngen und viel Lärm den Winter zu vertreiben. Geschnorrte Speisen und Getränke dienten einem anschließenden Fest. Dieser Brauchtum wird seit Jahrzehnten auch in Oldendorf/Luhe ausgeführt. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1959 und nach einer Unterbrechung ab 1974 bis heute. Stets am zweiten Sonnabend im Januar ziehen die Faslamsbrüder durch ihren Ort. An diesem Sonnabend, 12. Januar, ist es wieder so weit.

„Wir freuen uns immer wieder auf diesen besonderen Tag“, sagt Vereinschef Hendrik Rund. Ziel ist es, für den am Abend stattfindenden Lumpenball im Dörphus Speisen wie Mettwurst und Getränke wie eine „Buddel Schluck“ zu schnorren. Beginn ist um 20 Uhr mit dem Einzug der Faslamsbrüder und dem Ehrentanz der frisch gewählten Faslamseltern Arne Abendroth und Ulrich Kühl. Einlass ist nur in Verkleidung. „Wir haben an jeden Haushalt im Ort eine Einladung für unsere Feier verteilt, mit der jeder am Abend beim Lumpenball einen Musikwunsch abgeben kann“, sagt Rund.

Faslamsbrüder ziehen von Haus zu Haus

Start der Tour ist um 8 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück bei Björn und Simone Dammann. Danach ziehen die Faslamsbrüder von Haus zu Haus. Sobald sich eine Haustür öffnet, lassen die Männer ihr Faslamslied und ihren Faslamsspruch erklingen. Die „Jüngeren“ im Alter bis 40 Jahre klappern Oldendorf ab. Sie werden von den vor kurzem frisch gewählten Faslamseltern angeführt. Die Ü 40 des Vereins macht sich ab 12 Uhr durch Neu Oldendorf auf den Weg. Deren erste Station wird – ganz nach Ritual – bei Hilde Stefan zum Butterkuchen-Essen sein. Letzte Station ist traditionell bei Hans-Heinrich und Marlies Köster in der Küche.

„Wir freuen uns über viele verkleidete Kinder“

Schon die Jüngsten im Ort wachsen seit Jahrzehnten in diese Tradition hinein und tragen sie weiter. Denn auch Kinderfaslam gehört seit 28 Jahren zum festen Bestandteil des Tages. 1991 hatte Ulrike Koch gemeinsam mit Gabriele Matthies und Marion Mädge das erste Fest für den Nachwuchs organisiert. Seit 2017 richten Marie-Luisa Ehrlich und Johanna Ehrlich die knapp zweistündige Faslamsveranstaltung für Mädchen und Jungen zwischen zwei bis zwölf Jahren im Dörphus (Beginn 15 Uhr) aus.

„Wir freuen uns über viele verkleidete Kinder“, sagt Marie-Luisa Ehrlich. Jens Wotzke als DJ sorgt für die Bespaßung der Kleinen mit Spielen wie „Reise nach Jerusalem“ oder einem Luftballon-Tanz. Zum Ende bekommt jedes Kind noch eine kleine Überraschung mit nach Hause. „Wir besorgen dafür verschiedene Spielsachen, aus denen jedes Kind am Ende etwas auswählen darf“, sagt Marie-Luisa Ehrlich.

Von Marcel Baukloh

Versammlungsbeschluss

Pflege der Stillen Heide

Die Faslamsbrüder planen, die Patenschaft und die Pflege für die sogenannte Stille Heide zu übernehmen. Das beschlossen die Mitglieder jetzt bei ihrer Hauptversammlung. Die Heidefläche ist neben dem Oldendorfer Friedhof am Hang gelegen, von Wald und Wiesen umgeben.

Geführt wird der Verein weiter von Hendrik Rund. Er wurde bei den Wahlen in seinem Amt einstimmig für zwei Jahre bestätigt. Genauso wie Schluckwart Philipp Rund. Neuer Kassenwart für Arne Voutta ist Robin Meyer. Das Amt des Schriftführers für Lennart Porr bekleidet neu Fabian Engel.

Zu den Faslamseltern 2019 wurden Arne Abendroth und Neumitglied Ulrich Kühl gewählt. Der Faslamsbrüderverein in Oldendorf/Luhe hat 67 aktive Mitglieder.