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Turm und Pfad sollen in die Landschaft und den bestehenden Baumbestand am Wildpark integriert werden. Grafik: Kröger-Architektur
Turm und Pfad sollen in die Landschaft und den bestehenden Baumbestand am Wildpark integriert werden. Grafik: Kröger-Architektur

Weg über den Bäumen

Hanstedt. Der Wildpark Lüneburger Heide hat jetzt die Baugenehmigung für den lange geplanten Baumwipfelpfad erhalten. Die Vorbereitungen sind bereits in vollem Gange, momentan wird das Gelände auf Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht. Bis August soll in direkter Nachbarschaft zum Park in Nindorf ein rund 700 Meter langer Baumwipfelpfad inklusive Aussichtsturm mit Besucherplattform in 39 Meter Höhe entstehen.

Idee bereits 2012 in der Politik diskutiert

Diskutiert wurde die Idee in der Kreispolitik schon 2012, aus verschiedenen Gründen aber wieder verworfen. Doch ließ sie Wildpark-Geschäftsführer Norbert Tietz nicht mehr los, er blieb mit den Verantwortlichen im Gespräch. „Vor Jahren rief mich ein Freund aus dem Allgäu an und erzählte mir vom ,Skywalk‘, dem ersten Baumwipfelpfad in Deutschland“, berichtet Tietz. „Ich war sofort angefixt, aber das Ganze schien sich zunächst bei uns nicht umsetzen zu lassen.“ Es entstanden weitere Baumwipfelpfade im Süden und Südwesten Deutschlands, die er sich alle angeschaut habe. „Für mich stand immer fest, dass wir sowas auch bei uns im Norden brauchen“, sagt Tietz. So entwarf er schließlich die Idee, das Projekt auf dem eigenen Grundstück zu realisieren.

Seine Pläne stellte er im Frühjahr 2017 Vertretern des Umwelt- und des Wirtschaftsministeriums sowie des Landkreises Harburg in Winsen vor – und stieß auf Zustimmung. Auch der folgende Antrag auf Zuschüsse des Landes hatte Erfolg: Den Förderbescheid über 2,1 Millionen Euro brachte Umweltminister Olaf Lies Ende Mai 2017 persönlich im Wildpark vorbei. Insgesamt wird der Bau mit etwa 6,5 Millionen Euro zu Buche schlagen. Tietz freut sich, dass es nach der langen Anlaufphase nun endlich losgehen kann: „Den Bauantrag haben wir schon 2017 gestellt, kurz vor Weihnachten flatterte uns dann die Baugenehmigung ins Haus.“ Ausdrücklich lobt er die Zusammenarbeit mit Landkreis, Kommunen und Behörden. „Alles lief reibungslos, niemand wollte uns Steine in den Weg legen“, betont er. Auch für den Bau ist er optimistisch. „Die von uns beauftragten Firmen haben schon die Baumwipfelpfade in Bad Harzburg und Bad Iburg realisiert, wir haben also echte Profis an Bord.“

20 umweltpädagogischen Stationen

Der Pfad sei ein Leuchtturmprojekt für die gesamte Lüneburger Heide. „Unser Gelände ist so schön und abwechslungsreich, wir haben eine tolle Bewaldung und die Topographie ist wie für den Pfad gemacht“, schwärmt Tietz. Denn inmitten des Grundstücks ragt der Drei-Ahnen-Berg hervor, eine der größten Erhebungen der Heide. „Bei gutem Wetter wird man vom Aussichtsturm aus Hamburgs Fernsehturm sehen können“, so Tietz.

Der Baumwipfelpfad soll Besuchern das Ökosystem der Flora und Fauna in der Lüneburger Heide nahebringen. Auf dem Weg nach oben werden die einzelnen Etagen der Bäume sichtbar, er wird von 20 umweltpädagogischen Stationen gesäumt, die über Themen wie Wald, Wasser, Luft und die heimische Tierwelt informieren. Vom Pfad aus kann man aus der Vogelperspektive auch die Tiere in ihren Gehegen beobachten.

Erlebnispfad am Boden rundet neues Angebot ab

Unterhalb des Baumwipfelpfads wird zudem ein Walderlebnispfad entstehen, auf dem man zum Beispiel mehr über die verschiedenen Zyklen eines Baumes erfahren kann. Auch wer nicht gut zu Fuß ist, muss den Besuch des Pfades nicht scheuen: In dem Aussichtsturm wird ein Auszug installiert, außerdem steigt der Weg nur sanft nach oben an. „Die Steigung beträgt etwa fünf Prozent“, sagt Tietz. „Der Pfad ist außerdem barrierefrei und mit 1,80 Meter so breit, dass ihn auch zwei Rollstühle nebeneinander passieren können.“ Als Eintrittspreise sind für Erwachsene 9,50 und für Kinder 7,50 Euro geplant.

Von Lea Schulze

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