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„Wir haben mehrere für das Amt gut geeignete Personen gefunden“, sagt der Grünen-Sprecher des Kreisverbandes Lüneburg Claus Poggensee. Foto: mr

Grüne planen eigene Landrats-Kandidatur

Lüneburg. Neben SPD, CDU und AfD haben jetzt auch die Grünen erklärt, in jedem Fall mit einem eigenen Personalvorschlag bei der Landratswahl am 26. Mai 2019 ant reten zu wollen. „Wir werden der Kreismitgliederversammlung im Februar empfehlen, eine eigene grüne Kandidat*in aufzustellen“, erklärte Kreissprecher Claus Poggensee nach einer Kreisvorstandssitzung am späten Mittwochabend.

Zuvor hatten die Vorstandsmitglieder die eingegangenen Bewerbungen gesichtet und „mehrere für das Amt gut geeignete Personen gefunden“, sagte Poggensee. Zwischen zwei bis vier Bewerbern dürfte bei dem Termin am 6. Februar die Entscheidung fallen. Mitglieder des Vorstandes würden dazu jetzt weitere Gespräche führen.

„Wir haben aber eine externe Bewerbung vorliegen“

Namen wollte Poggensee am Donnerstag deswegen noch nicht nennen. Die Bewerbungsunterlagen würden aber spätestens zwei Wochen vor der Mitgliederversammlung „ohne Selektion durch den Vorstand“ verschickt: „Damit können sich die Mitglieder vorab ein Bild machen und auch Kontakt aufnehmen.“

Unter den Bewerbungen sei keine von Amelinghausens Samtgemeinde-Bürgermeisterin Claudia Kalisch, erklärte Poggensee auf LZ-Nachfrage. Die einzige grüne Verwaltungsleiterin im Landkreis war in politischen Kreisen als Landratskandidatin gehandelt worden. Auch die hiesigen Bundes- und Landtagsabgeordneten hätten kein Interesse signalisiert. Poggensee: „Wir haben aber eine externe Bewerbung vorliegen, die durchaus bekannter ist.“

„Mutig und schnell agieren“

Mit einem eigenen Mann oder Frau für die Nachfolge des Ende Oktober vorzeitig aus dem Amt ausscheidenden Landrats Manfred Nahrstedt (SPD) will die Partei inhaltlich ein Signal setzen. „Maßnahmen gegen den Klimawandel und für eine Agrar- und Mobilitätswende stehen für uns im Vordergrund. Hier müssen wir – gerade auch lokal – mutig und schnell agieren, damit wir unsere Welt und unseren Landkreis enkeltauglich erhalten können“, sagte Kreissprecherin Andrea Glass. Das Bewerberfeld bei SPD und CDU stehe nicht „für eine ausreichend konsequente nachhaltige Umweltpolitik“.

Ihr Sprecherkollege Poggensee geht davon aus, dass am 26. Mai keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent erhält. Ziel sei es, dass die Grünen den Sprung in die Stichwahl der beiden Bestplatzierten schaffen. Der Kreisvorstand hat jedenfalls bereits eine Mitgliederversammlung für zwei Tage nach dem Wahltermin anberaumt, um dann über die Strategie für eine Stichwahl am 16. Juni zu beraten. Sollte das eigene Ziel verfehlt werden, dürfte es spannend werden, wen die Parteimitglieder dann unterstützen wollen.

Von Marc Rath