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Der als Schulweg viel genutzte Einemhofer Weg mit Lindenallee in Kirchgellersen wird als erstes Projekt im Rahmen der Dorfentwicklung saniert. Foto: uk

Drei Dörfer auf einen Streich

Westergellersen. Drei Ausschüsse aus drei Gemeinden für einen Beschluss: Es war ungewohnt und ein wenig kompliziert, was die Gellerser Kommunalpolitiker bei ihrer Sitzung in der Westergellerser Lehmschüün zu bearbeiten hatten. Am Ende aber zählt das Ergebnis: Einstimmig sprachen sich der Reppenstedter Planungsausschuss, der Kirchgellerser Gemeindeausschuss und der Westergellerser Bauausschuss für den Dorfentwicklungsplan der Dorfregion Gellersen aus.

Als „Hausherr“ konnte Sitzungsleiter Jens Albers (FDP) rund 25 Zuhörer begrüßen, von denen der Großteil in den vergangenen eineinhalb Jahren in den Arbeitskreisen für die Dorfregion Gellersen mitgearbeitet hatte. Deren Ideen, die Vorgehensweise und die konkreten Vorschläge für die Zukunft von Dachtmissen, Westergellersen und Kirchgellersen stellten die Planer Frank Patt und Carsten Janssen ausführlich vor.

Verkehrsberuhigung steht weit oben auf der Prioritätenliste

Wie berichtet enthält der Plan einen Maßnahmenkatalog, der nun Schritt für Schritt abgearbeitet werden soll. In allen drei Dörfern stehen dabei die Verkehrsberuhigung weit oben auf der Prioritätenliste. Für Kirchgellersen werden eine weitere Verschwenkung an der Landesstraße, mehr Straßengrün oder eine Ampel genannt. Noch wichtiger ist den Bürgern ein Dorfgemeinschaftshaus, das mit einem Umbau der alten Sparkasse entstehen könnte. Die Sanierung des Fußwegs am Einemhofer Weg und ein Weg entlang der Tennisplätze ist schon beschlossen und wird 2019 umgesetzt. Auch eine von vielen privaten Maßnahmen kommt allen im Dorf zugute: Zwischen dem Netto-Markt und der Schlachterei soll auf kurzer Strecke ein Fußweg entstehen.

In Westergellersen steht neben der weiteren Sanierung der Lehmschüün auch die Aufwertung der Ortsmitte mit Kühlhaus, altem Feuerwehrhaus und Bushaltestelle auf dem Plan.

„Der Plan ist flexibel und könne immer geändert werden“

Am Beispiel Dachtmissen erläuterte Janssen, wie die Förderkriterien greifen. Man könne nicht einfach Verschwenkungen in die Straße planen. „Das Ziel ist immer die dorfgerechte Gestaltung. Es muss also erkennbar sein, dass Maßnahmen den Dorfcharakter aufwerten und den Ort attraktiver machen.“ Zum Beispiel durch eine Querungshilfe mit Pflanzinsel in der Dorfmitte und einen Pavillon mit Informationen über das Dorf, Sitzbänken oder E-Bike-Ladestation. Alle Maßnahmen müssten sich beim Amt für Regionale Landesentwicklung (ARL) einem Wettbewerb stellen, verdeutlichte Janssen. Decke sich ein Projekt zudem mit den Zielen der Naturpark-Region, winke eine höhere Zuschussquote von 63 Prozent und mehr.

Zweifel wurden im Ausschuss laut, ob Land und Landkreis als Träger der Hauptstraßen sich bei den Verkehrsmaßnahmen nicht querstellen würden. „Solange sie nichts bezahlen müssen, machen sie vieles mit“, lautete die Erfahrung der Planer, die Salzhausen als positives Beispiel nannten. Ebenfalls skeptisch betrachtete Jürgen Hesse (SOLI) manchen Vorschlag für Dachtmissen. Kein Mensch werde sein E-Bike aufladen und währenddessen spazieren gehen. Man müsse einiges erst intern besprechen.

„Das ist keine Detailplanung, sondern es sind offene Pakete, die noch entwickelt werden müssen“, stellte Janssen klar. Der Plan sei flexibel und könne immer geändert werden. Die einstimmige Beschlussempfehlung muss noch von den Gemeinderäten bestätigt werden.

Von Ute Klingberg