Dienstag , 17. September 2019
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Bürgermeister André Feit (r.) und sein Stellvertreter Dirk Lindemann freuen sich über die Einführung der Notfalldose in Hohnstorf. Foto: t&w

Zocken für den guten Zweck

Hohnstorf/Elbe. Gut gelaufen ist laut Hohnstorfs Bürgermeister André Feit die diesjährige Eiswette mit Blick in den Spendentopf: Für den guten Zweck sind diesmal 1100 Euro zusammengekommen. Rund 80 Teilnehmer hatten sich im Vorfeld des alljährlichen Spektakels am Elbufer mit Wetteinsätzen beteiligt und getippt, „ob de Elv steit oder geit“. Feit sagt zu dem Erlös: „Erfahrungsgemäß sind wir entweder im höheren dreistelligen Bereich oder, wenn es richtig gut läuft, sogar vierstellig.“ Diesmal sei auch viel Glück dabei gewesen. „Wir haben einen Mäzen, der immer auf den nächsten Hunderter aufrundet – 802 Euro hatten wir in der Kasse, besser hätte es für uns nicht laufen können“, erzählt er schmunzelnd.

Außerdem sind noch jeweils 100 Euro von der Sparkassenfiliale in Hohnstorf und der Samtgemeinde Scharnebeck in den Zylinder gewandert. Mit dem Geld werden nun zwei Projekte in der Kommune unterstützt. Was mit dem Wettgeld passiert, wird jeweils im Vorfeld durch einen Ratsbeschluss entschieden. „Wenn wir den guten Zweck vorher richtig bewerben und er Anklang findet, erhöht das natürlich das Spendenaufkommen“, ist Feit überzeugt.

„Notfalldose“ und Bänke für den Jugendtreff überzeugten

Dieses Mal habe es gleich zwei gute Ideen gegeben: Neue Möbel für den Jugendtreff und die Einführung der „Notfalldose“ in der Gemeinde – beide Projekte werden nun mit 550 Euro unterstützt. Die Idee der Anschaffung und kostenlosen Verteilung von Notfalldosen stammt von Ratsfrau Laura Burmester. Die Notfalldose dürfte noch nicht jedem ein Begriff sein. Sie enthält einen Fragebogen mit allen wichtigen Informationen: Welche Vorerkrankungen gibt es, welche Medikamente werden eingenommen, gibt es Allergien, wer ist zu benachrichtigen? Ein grüner Aufkleber an der Haustür soll Rettungskräfte darüber informieren, dass sich im Haus eine Notfalldose befindet.

Ihren festen Platz soll sie in der Kühlschranktür finden, denn einen Kühlschrank hat jeder. „Wir fanden das eine sehr gute Sache“, so Feit. Die Aktion richte sich primär an Alleinstehende, alte oder auch chronisch kranke junge Menschen. „Wenn niemand da ist, fahren die Sanitäter ihr Standardprogramm, die Notfalldose kann überlebenswichtig sein.“, betont er.

Lebensretter aus dem Kühlschrank

250 Dosen hat die Gemeinde Hohnstorf fürs Erste bestellt, die Verteilung solle zunächst über die Seniorenbetreuung laufen. „Unsere Seniorenbeauftragte Meyer wird auch dafür Sorge tragen, dass der Bogen tatsächlich vollständig ausgefüllt wird“, erklärt der Bürgermeister. Außerdem sei das Projekt ein schöner Anlass mal wieder ein bisschen mit den Senioren der Gemeinde ins Gespräch zu kommen. Bei großer Nachfrage der „Notfalldose“ wolle man aus der Gemeindekasse noch ein bisschen Geld drauflegen. „Hohnstorf hat 1000 Haushalte, das ist nicht die Welt. Das würden wir für diese tolle Aktion gerne stemmen.“

Übrigens: Ein Kuriosum, über das Feit sich in diesem Jahr bei der Eiswette besonders gefreut hat: Beim Ziehen der Gewinner habe er festgestellt, dass einige sowohl für „Gehen“ als auch für „Stehen“ gewettet hatten. „Dass für den guten Zweck gleich doppelter Einsatz gezeigt wurde, ist schön zu sehen.“ Und: Die drei ausgelosten Wettsieger durften sich über Essensgutscheine von Hohnstorfer Gaststätten freuen.

An jedem letzten Mittwoch im Monat von 14 bis 16 Uhr sind Mitbürger der Gemeinde Hohnstorf zur Senioren-Sprechstunde in der Schulstraße 1A eingeladen, Ansprechpartner sind Marianne Meyer und Focke Redell.

Von Lea Schulze