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Positiv gestimmt: Stefanie Salata und Fedor Zimmermann bei der Präsentation der Zahlen vom vergangenen Jahr. Foto: t&w

Konzentrierter Blick auf den Kunden

Lüneburg. Kundenwünsche, Kundenzufriedenheit, Kundenkonzepte – die Botschaft, die Stefanie Salata, Vorstandsmitglied der Volksbank Lüneburger Heide, am Montag bei der Präsentation des Jahresergebnisses 2018 immer wieder aussendete, war eindeutig: „Langfristige persönliche Kontakte zu unseren Kunden sind extremst wichtig.“ Die Bank verfolgt damit eine Strategie, die beim Blick auf die Zahlen offenbar aufzugehen scheint: Nicht nur bei der Bilanzsumme – sie wuchs auf 3,3 Milliarden Euro – konnte das Vorjahresergebnis erneut gesteigert werden.

Auf gut 1,8 Milliarden Euro kletterte das Kreditvolumen im vergangenen Jahr, ein Plus von 7,5 Prozent. Treibender Motor ist hier vor allem die Nachfrage nach Baufinanzierungen wie auch nach gewerblichen Finanzierungen, wie Salata erläuterte. Hinter dem Zuwachs von mehr als 120 Millionen Euro stehe ein „herausragendes Neugeschäft“ bei gleichzeitig hohen Tilgungen bestehender Kredite. Als Grund für das florierende Kreditgeschäft nannte sie das anhaltend niedrige Zinsniveau im Euroraum.

Das niedrige Zinsniveau beflügelte sogar das Einlagengeschäft – ein Bereich, der anderen Geldinstituten eher Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Bei der Volksbank hingegen stieg das Volumen im vergangenen Jahr um 6,6 Prozent auf über 2,6 Milliarden Euro, ausgelöst vor allem durch das Wertpapiergeschäft. Den Zuwachs erklärt die Vorständin mit dem anhaltenden Verzicht auf Negativzinsen. „Wir sehen uns deshalb aber nicht als Parkplatz für Großeinleger“, stellte Salata klar. Bei größeren Summen würden im Einzelfall durchaus Zinsen erhoben, „aber nicht bei Privatkunden“.

Deutlich mehr Mitglieder

Zuwachs konnte die Genossenschaftsbank auch bei der Zahl ihrer Mitglieder verzeichnen. Sie stieg um 2600 auf über 75.600 – für die Bank Ausdruck dafür, „dass wir weiterhin das Vertrauen unserer Kunden genießen“.

„Gezielte Kundenansprache und individuelle Lösungen sind unser Schlüssel“, sagte Salata, die seit Mitte letzten Jahres dem dreiköpfigen Vorstandsteam angehört. Hierfür investiere die Bank in die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter, deren Anzahl mit rund 600 annähernd stabil geblieben sei, darunter 40 Auszubildende.

Auch bei der Auswahl und Verlagerung oder Umgestaltung von Filial-Standorten stehe die Kundenorientierung im Vordergrund. Dabei setzt die Bank auf hohe Kundenfrequenzen im Umfeld. So wurde in Lüneburg die ehemalige Filiale an der Dahlenburger Landstraße an den Eingangsbereich des neuen Wohngebiets Ilmenaugarten verlegt und zugleich die Öffnungszeiten deutlich verlängert. Ob es dabei bleibt, müsse sich aber erst noch erweisen, „wir sammeln noch Erfahrungen“, erläuterte Regionaldirektor Fedor Zimmermann.

Weitere Projekte sind in Vorbereitung

Erleichtert zeigte sich Zimmermann auch, den Standort Dahlenburg halten zu können. Dies sei durch Ansiedlung eines VR Plus Marktes möglich geworden, „eine glückliche Fügung“. Weitere Bauvorhaben in Salzhausen, Winsen und Soltau kämen gut voran oder seien in Planung.

In Neuenkirchen realisiert die Volksbank durch ihre Tochtergesellschaft GEB – Gesellschaft für Entwickeln und Bauen ein neues Baugebiet, weitere Projekte seien in Vorbereitung. Als Erweiterung ihres Serviceangebots sieht Vorstandsmitglied Salata das neue „DialogCenter“, das im März an den Start gehen und Kunden telefonisch für Anfragen zur Verfügung stehen soll.

Wachstumskurs trotz Brexit-Turbulenzen

Auch wenn „die Märkte bewegt bleiben“, blicke man zuversichtlich auf das neue Geschäftsjahr, erklärte Salata. Auch 2019 sei nicht damit zu rechnen, dass die Zinsen deutlich anziehen. Mit Sorge blicke man aber auf die weltpolitischen Entwicklungen und Ereignisse, diese reichten vom drohenden harten Brexit bis zu der „teils angespannten Lage in der Eurozone“. Sie gehe aber davon aus, dass die Volksbank ihren Wachstumskurs auch im laufenden Jahr fortsetzen wird. Dazu beitragen soll auch ein Wechsel im Vorstand. Dann soll mit Ulrich Stock ein Nachfolger für Cord Hasselmann kommen, der zum 31. Juli in den Ruhestand wechselt. Stock steht derzeit noch an der Spitze der VR-Bank Bamberg, er soll das Ressort „Omnikanalbank“ leiten.

Von Ulf Stüwe