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Zwei Jahre lang wurde geplant und verhandelt - jetzt wird im Kiga Lüdersburg gehandelt. Foto: t&w

Kindergarten in Lüdersburg soll ausgebaut werden

Echem. Vertagt, verschoben, verlegt. Das Thema Kindergarten sorgte zuletzt für Schwermut in den Gemeinden Echem, Hittbergen und Lüdersburg. Zwei Jahre wurde übe r den geplanten Kindergartenausbau in Lüdersburg gestritten, verhandelt und diskutiert. Zwei Jahre, in denen das Projekt nur auf dem Papier existierte. Nun stimmte mit dem Rat Echem auch die letzte Gemeinde des Dreiergespanns für den Umbau und erteilte damit grünes Licht für einen baldigen Baubeginn. Und gemäß dem Motto „wenn, dann auch richtig“ drückte der Gemeinderat gleich noch auf den Beschleunigungsknopf in Sachen Kinderbetreuung und plant einen zusätzlichen Bauernhofkindergarten in Echem.

Turbo nach zwei Jahren Stillstand

„Unsere Arena“, hatte Lüdersburgs Bürgermeister Klaus Bockelmann das Kindergartengebäude in Lüdersburg zuletzt genannt (LZ berichtete). Und tatsächlich erinnert das Prozedere um das ehemalige Pfarrhaus an die langwierigen Diskussionen um den Arena-Bau in Lüneburg. Der Kindergarten, der gemeinsam von den drei Gemeinden betrieben wird, war zu klein geworden. Ein Umbau des Dachgeschosses sollte weitere Betreuungsplätze, für dann knapp 90 Kinder, schaffen. Doch die Kosten von ursprünglich 250.000 Euro waren vielen Ratsmitglieder zu hoch. Man setzte den Rotstift an, bis zu berücksichtigende Brandschutzauflagen den Preis nochmals auf insgesamt 312.500 Euro in die Höhe trieben. Abzüglich einer Förderung des Landes bleibt so für jede der drei Gemeinden ein Kostenanteil in Höhe von rund 90.000 Euro. Wieder wurde gestritten, diskutiert, argumentiert und nach Alternativen gesucht. Zuletzt auch im Rat Echem: „Manche Ratsmitglieder fanden, es sei der falsche Weg in das alte Gebäude zu investieren, andere fanden, wir sollten die Gemeinschaft der Gemeinden nicht verlassen“, sagt Harald Heuer, stellvertretender Bürgermeister Echems. Während die Gemeinden Hittbergen und Lüdersburg bereits im Dezember für den Umbau stimmten, fehlte ein entsprechender Beschluss aus Echem.

Bauernhofkindergarten als Zusatzangebot

Rund um den Streit machten sich einige der Ratsmitglieder selbstständig und schlugen alternativ zum Umbau vor, einen Bauernhofkindergarten ins Leben zu rufen. Eine Idee, die parteiübergreifend gut ankam. Wenn auch nicht als Alternative zur Kindergartenerweiterung in Lüdersburg, sondern als erweiterndes Zusatzangebot. 15 Kinder soll der Bauernhofkindergarten aufnehmen können, der ans Landwirtschaftliche Bildungszentrum (LBZ) in Echem angeschlossen sein soll. „Das funktioniert ähnlich wie ein Waldkindergarten. Auf dem Hof wird ein Bauwagen installiert. Zusätzlich müssen sanitäre Einrichtungen erschaffen werden“, erklärt Heuer. Vorbild und möglicherweise auch Partner bei der Umsetzung, soll eine Genossenschaft für Garten- und Bauernhofkindergärten namens „Kita Natura“ aus der Nähe von Kiel sein. Die Idee hinter dem neuen Betreuungskonzept: die Kinder sollen das bäuerliche Arbeiten und Leben hautnah miterleben.

Ein Vorhaben, dass weiteren Engpässen im Betreuungsangebot der drei Gemeinden entgegenwirken könnte. Am Ende der Gemeinderatssitzung beschloss das Gremium nicht nur, sich an den Investitionskosten des Kita-Umbaus in Lüdersburg zu beteiligen. Auch die Installation eines Bauernhofkindergartens wurde begrüßt. Ein Gremium soll ein Konzept entwickeln.

Die SPD brachte zusätzlich einen Antrag ein, demnach die Gemeindeverwaltung damit beauftragt werden soll, die organisatorischen und formellen Voraussetzungen zu schaffen, damit der Bauernhofkindergarten bis August 2020 am LBZ installiert werden kann. Der solle dann Kindern aller drei Gemeinden zur Verfügung stehen. „Auch wenn wir es organisieren, wollen wir gerne an der Dreiergemeinschaft festhalten. Sie funktioniert seit 30 Jahren“, so Heuer.

Von Anke Dankers

Bauernhof-Kiga

Zugang zur Natur

Kindern einen unmittelbaren Zugang zu Natur und Landwirtschaft zu ermöglichen, ist die Idee hinter Bauernhofkindergärten. Schätzungen zufolge gibt es bundesweit etwa 30 dieser Betreuungsangebote. „Aber das sind nicht wirklich belastbare Zahlen“, sagt Anette Müller-Clemm von der Bundesarbeitsgemeinschaft „Lernort Bauernhof e.V.“