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An einigen Themenwelten für die weltgrößte Modellbauanlage in Bispingen wird bereits gearbeitet. Foto: at

Snow Dome will die größte Modellbahn der Welt bauen

Bispingen. Die weltgrößte Modellbahnanlage soll im Schatten des Snow Domes in Bispingen entstehen. Genauer gesagt unter dem Teil der Skihalle, der auf Stelzen s teht. Dort ist Platz auf 10.000 Quadratmetern, das entspricht fast eineinhalb Fußballfeldern. Eine Summe im zweistelligen Millionenbereich will der Snow Dome in den nächsten Monaten dort und in den Bau eines Hotels investieren. Im Sommer soll beides öffnen.

Und Frank Blin will keine kleinen Brötchen backen: „Wir werden das Miniaturwunderland in Hamburg auf Platz zwei verweisen“, ist der Snow Dome-Geschäftsführer überzeugt. Wieso er derart sicher sein kann? Das Hofbräuhaus habe es 400 Jahre alleine in München gegeben, „in sechs Jahren hatte ich es in der Tasche.“ Kein Problem sei daher die Realisierung der Modellbahnbaupläne, sagt er selbstbewusst.

Blin ist Gründer des Hofbräuhaus-Imperiums mit Wirtshäusern in Hamburg, Berlin und Hannover. Seit Mitte 2018 hat er seine Beteiligungen abgegeben, konzentriert sich mit Co-Geschäftsführer Alois Haider auf die Bispinger Skihalle.

Millioneninvestition für kleine Gleise

Noch ist das Projekt in der Genehmigungsphase, der Bispinger Bauausschuss gab am vergangenen Donnerstagabend grünes Licht für die Aufstellung der 2. Änderung des Bebauungsplans „Wintersport-Arena“. Blin stellte dort sein Projekt kurz vor. „Wir brauchen Bewegung im Objekt“, betonte er und meinte damit, auch in den Sommermonaten ein attraktives Angebot rund um die Skihalle bieten zu wollen, um Gastronomie und das geplante Hotel auszulasten.

Wie im Miniaturwunderland in der Hamburger Speicherstadt plant er Themenwelten. 40 bis 50 sollen es am Ende werden, alle weniger mini, sondern eher maxi, jede auf 100 Quadratmetern. Zum Leben erweckt werden sollen unter anderem Dänemark, Spanien, Italien, Mexiko, die Arktis, aber auch der „Herr der Ringe“, „Mad Max“, Sölden, Washington und sogar Bispingen. Entsprechend der Größe der Anlage werden auf den Modellbahnstrecken keine H0-Züge (Spurweite 16,5 Millimeter) verkehren, sondern Modelle, die in G3 (45 Millimeter) ein paar Nummern größer sind. 500 Züge sollen es insgesamt werden.

1,4 Millionen Gäste im Jahr hat das Miniaturwunderland. „Einen Teil wollen wir hierher locken.“ 500.000 könnten es werden, so Blin. Während die Hamburger 15.400 Meter Strecke bieten, sollen die Züge unter der Halle auf 16.000 Metern fahren. Dafür arbeitet Blin mit dem Sonneberger Spielzeughersteller Piko zusammen. Interaktiv soll die Anlage funktionieren, detailverliebt sein. „Wir werden es genauso machen wie die Hamburger“ – Blin hat wenig Skrupel, dort abzuschauen.

Auch Hotel und Eisbar sind noch in der Vorplanung

Für die Eröffnung hat Frank Blin die Pläne schon komplett im Kopf: Das neue Hotel und dann die weltgrößte Modellbahnanlage im Keller des Snow Domes sollen im Juni eingeweiht werden. Die Vertreter des Guinnessbuchs der Rekorde nehmen an dem Tag nicht nur einen Weltrekord ab, sondern attestieren auch einem weiteren Projekt gleich die Einmaligkeit mit: der längsten Eisbar, die es je gegeben hat.

„Die Voraussetzungen haben wir ja dafür.“ Blin, Geschäftsführer des Snow Domes in Bispingen, sitzt mit dem Rücken zur Skihalle und zeigt nach hinten auf die tiefgekühlte Anlage, die Schnee und Eis für eine entsprechende Bar auch im Sommer liefern kann.

Ob allerdings alles so in Erfüllung geht, wie Blin es sich ein halbes Jahr zuvor ausgedacht hat, muss sich noch zeigen. Denn noch sind Hotel und Modellbauanlage im rechtlichen Planungsstatus, Baugenehmigungen liegen noch nicht vor. Beides aber, so erklärt die zuständige Mitarbeiterin im Bispinger Rathaus, Sylvia Rose, dem Bauausschuss, soll nun zügig erarbeitet und möglicherweise parallel vom Rat verabschiedet werden.

Von Anja Trappe