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Gerade zu Jahresbeginn ist es wieder voll in den Fitnessstudios. Doch viele halten nicht lange durch und haben dann einen lange laufenden Vertrag am Hals. Foto: Peter Atkins

Leicht rein, schwer wieder raus

Lüneburg. Die guten Vorsätze lassen grüßen: Stets im Januar ist es voll in den Fitnessstudios, die viele Neuanmeldungen registrieren. Sabine Oppen-Schröder, Lei terin der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in Lüneburg, gibt zu bedenken: „Ein Vertrag ist schnell unterschrieben, der Ausstieg dagegen umso schwieriger. Viele Studiobetreiber versuchen, Hobby-Sportler mit langen Mindestlaufzeiten, automatischen Verlängerungen von Laufzeiten oder ungünstigen Kündigungsfristen dauerhaft an sich zu binden.“

Studios locken häufig mit attraktiven Preisen, wenn die Fitness-Fans langfristige Verträge abschließen. Doch was, wenn die Öffnungszeiten gekürzt werden, ein Umzug ansteht oder sich das Leistungsangebot massiv ändert? „Wer vorzeitig aussteigen will, muss dabei einige Hürden überwinden“, weiß Sabine Oppen-Schröder. Hobby-Sportler sollten deshalb nicht überstürzt einen Vertrag unterschreiben und sich die Vereinbarungen und das Kleingedruckte am besten in Ruhe zu Hause durchlesen. „Wer vor Ort gleich unterschreibt, kann die Vereinbarung nicht widerrufen. Bei Verträgen mit Fitnessstudios gilt: Vertrag ist Vertrag“, warnt die Verbraucherberaterin.

Unterschiedliche Laufzeiten

Verträge im Fitnessstudio können für unterschiedliche Laufzeiten abgeschlossen werden. Die meisten Verträge hätten eine Mindestlaufzeit von zwei Jahren. Wird der Vertrag nicht rechtzeitig gekündigt, verlängert er sich oft automatisch – maximal ein Jahr ist erlaubt. „Mitglieder, die nicht mehr ins Studio gehen wollen, sollten deshalb rechtzeitig kündigen – die allgemeine Kündigungsfrist darf höchstens drei Monate zum Vertragsende betragen.“ Grundsätzlich gelte: Eine Kündigung vor Ablauf der Grundlaufzeit sei nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes möglich. „Wer ernsthaft krank wird und ein ärztliches Attest vorweist, kann außerordentlich kündigen. Auch grundlegende Änderungen im Angebot sind ein Kündigungsgrund“, erklärt Oppen-Schröder. Schwieriger werde es bei einem Wohnortwechsel. Der Bundesgerichtshof habe im Jahr 2016 entschieden, dass dies grundsätzlich kein wichtiger Grund ist für eine außerordentliche Kündigung. Hier können Mitglieder nur auf die Kulanz des Fitnessstudio-Betreibers setzen. lz

Weitere Informationen zum Thema gibt es auf www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de im Internet.