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Bis 2028 möchte sich Präsident Spoun wiederwählen lassen. Er hat gute Karten: Die Opposition im Senat ist klein, die Dekane haben sich zum Beispiel schon in der Dezembersitzung für ihn ausgesprochen. Das ist einer Senatsunterlage zu entnehmen. Foto: t&w

Spoun soll sich neu bewerben

Lüneburg. Die Position des Uni-Präsidenten soll öffentlich ausgeschrieben werden: Das fordert das Studentenparlament, kurz StuPa, der Leuphana. Die Mitglieder h aben sich am Mittwochnachmittag einstimmig für den Antrag ausgesprochen, den vier politische Listen verfasst hatten. Sascha Spoun (49) hatte zuvor im Senat angekündigt, dass er für eine dritte Amtszeit zur Verfügung steht (LZ berichtete). Die Möglichkeit der Wiederwahl ohne Ausschreibung bietet das Niedersächsische Hochschulgesetz. Studenten sperren sich dagegen, sie halten es nach 14 Jahren mit derselben Person an der Spitze für fairer, auch andere Bewerber zuzulassen.

Viele Entscheidungen gegen den Willen von Uni-Gremien

Die StuPa-Sitzung wurde kurzfristig einberufen, weil sich auf dem Campus die Nachricht herumgesprochen hatte, dass Spoun sich die Zustimmung der Senatsmitglieder schon in der nächsten Woche holen möchte. Der Antrag, den sowohl der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) als auch das Parlament befürwortet haben, ist lediglich leicht überarbeitet worden. So heißt es darin jetzt zum Beispiel: „Wir wollen mit der Neuwahl die programmatische Debatte um den weiteren Weg der Universität führen und möglichst viele Mitglieder dazu einladen, sich da­ran zu beteiligen.“

Es war nicht die einzige Entscheidung, die an diesem Tag gefällt wurde. Die Studenten haben eine Stellungnahme formuliert und beschlossen, in der sie sich kritisch zur Präsidentschaft von Spoun äußern. „Prozesse werden zunehmend von oben nach unten durchgesetzt, selbst extrem wichtige Entscheidungen wie Studiengangsschließungen sind gegen den Willen von verschiedenen Gremien an der Universität wie dem Studentenparlament, dem Fakultätsrat Bildung und dem Senat durchgesetzt worden“, ist darin zu lesen.

Dass es darum gehe, die Uni möglichst gut darzustellen, sei nicht zuletzt an der Umbenennung der Uelzener Straße in Universitätsallee und der Errichtung des Libeskind-Baus erkennbar.

Raummangel auf dem Campus

Diesem Gebäude wird ein ganzer Absatz gewidmet: „Neben dem Sanierungsstau aufgrund der hohen Baukosten, dem verantwortungslosen Umgang mit öffentlichen Geldern und personeller Bindung an das Projekt erfüllt der aktuelle Neubau noch immer nicht den proklamierten Zweck, für den er gebaut wurde, und es herrscht noch immer deutlicher Raummangel auf dem Campus.“

Das Studentenparlament erinnert auch an die gültige Rücktrittsforderung an Spoun, die 2014 beschlossen und mit dem Finanzierungs- und Vergabe­skandal begründet worden war. Weil die Aufstellung zur Neuwahl nun direkt in den Zeitraum der anstehenden Endabrechnung fällt, die spätestens Ende März vorliegen soll, rechnen die Studenten damit, dass das Thema erneut in die Öffentlichkeit getragen und zu einer „begründeten Diskussion über die Rolle des Präsidenten“ führen wird.

In der Sitzung soll auch ein Antrag zur Sprache gekommen sein, den die im Senat vertretenen Statusgruppen gemeinsam formuliert und an Spoun gerichtet haben. Sie wünschen sich, dass der Präsident, dessen Amtszeit am 30. April 2020 endet, ein Programm für die nächsten acht Jahre präsentiert.

Zeichen stehen dennoch auf Wiederwahl

Damit ist in der Senatssitzung am Mittwoch, 23. Januar, auch zu rechnen. Die Einladung, die die Geschäftsführung jetzt verschickt hat, enthält den Tagesordnungspunkt „Beratung und gegebenenfalls Beschlussfassung des Senats zur Ernennung/Bestellung des Präsidenten für eine weitere Amtszeit“. Nach den Perspektiven zur Entwicklung der Uni bis 2028 ist eine Präsentation Spouns geplant, dann ist Zeit für Fragen der Hochschulöffentlichkeit. Im Anschluss soll eine nicht-öffentliche Aussprache des Senats mit ihm stattfinden.

Auch wenn die Punkte „Beschlussfassung“, „Wahlakt und Auszählung“ und „Bekanntgabe des Wahlergebnisses“ mit dem Zusatz „gegebenenfalls“ markiert sind, ist davon auszugehen, dass Spoun am Mittwoch wiedergewählt wird. Die Hürde, nach der Vorstellung noch für eine Ausschreibung zu stimmen, ist hoch. Das käme einer Abwahl gleich.

Von Anna Paarmann

Mehr dazu:

https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2233102-spoun-will-abkuerzung-nehmen