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Alle Mann zum Löschen: Der Nachwuchs steht bei der Reppenstedter Feuerwehr schon bereit. Foto: t&w

Nichts geht mehr

Reppenstedt. Die Kinderfeuerwehr in Reppenstedt erfreut sich so großer Beliebtheit, dass sie einen Aufnahmestopp verhängt hat – eine schöne Bilanz nach dem zehnjährigen Bestehen, das die Kinderfeuerwehr im vergangenen Herbst feierte. 20 Mädchen und Jungen sind momentan mit Begeisterung dabei.

Reppenstedt ist als Erfolgsmodell kein Einzelfall. Laut Kreisbrandmeister Torsten Hensel mussten mehrere Ortswehren im Landkreis die Reißleine ziehen. Es scheint sich ein Trend abzuzeichnen. „Die Kollegen freuen sich natürlich sehr über den Zulauf, allerdings kann ab einer bestimmten Anzahl von Kindern keine ausreichende Betreuung mehr gewährleistet werden“, sagt Hensel. Kinderfeuerwehren seien hier im Landkreis ohnehin vergleichsweise groß, Lüneburg in dieser Hinsicht der fünftstärkste Landkreis in ganz Niedersachsen. „Das mag daran liegen, dass wir verhältnismäßig früh mit den Angeboten für Kinder angefangen haben“, vermutet der Kreisbrandmeister.

Es gibt sogar eine Warteliste

„Voriges Jahr nach den Sommerferien wurden wir schier von Kindern überrannt“, blickt Tara-Tanita Krüger, Kinderfeuerwehrwartin in Reppenstedt, zurück. „Damals hatten wir 13 Neuaufnahmen auf einmal. Jetzt arbeiten wir erstmal die Warteliste ab.“ Mehr Kinder könne man einfach nicht stemmen. „Das läuft ja alles ehrenamtlich“, gibt sie zu bedenken. Krüger wird ihr Ehrenamt bald Ruhen lassen müssen – sie erwartet Nachwuchs.

Ihr sei es wichtig, den Kindern die Feuerwehr spielerisch näherzubringen und sie auf die Jugendwehr vorzubereiten. Das scheint ihr zu gelingen, die Kinder kommen aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Ausflüge, Überraschungen und Wasserschlachten zählen sie als ihre Highlights auf. Der kleinen Luisa gefällt einfach „alles“. Krüger listet auf: „Wir spielen und basteln viel, nehmen an Märschen im Landkreis teil, besuchen und empfangen andere Hilfsorganisationen.“ Sie freue sich immer wieder über das große Interesse und das Vorwissen, das viele Kinder mitbringen – und die leuch­tenden Augen, wenn sie auf dem Feuerwehrauto sitzen dürfen oder das Blaulicht angeht.

Brandfloh-Abzeichen als Anreiz für die Kleinen

Am Ende ihrer Zeit in der Kinderfeuerwehr können die Nachwuchs-Retter das „Brandfloh“-Abzeichen ablegen und zeigen, was sie in der Brandschutzerziehung gelernt haben, zum Beispiel das Absetzen eines Notrufs, Erste Hilfe und wie man sich bei einem echten Brand verhalten muss.

Bei der Reppenstedter Feuerwehr gibt es momentan auch allgemein keinen Grund zur Klage: Ortsbrandmeister Udo Kleis ist zufrieden mit der guten Beteiligung an den Ausbildungen, anders als bei vielen Ortswehren sei auch die Jugendausbildung gut besucht. Mit 34,7 Jahren liege auch der Altersdurchschnitt der Wehr in einem guten Bereich. 29 Mal wurde die Ortswehr im vergangenen Jahr alarmiert. 16 Brandeinsätze, neun Hilfeleistungen, drei Brandsicherheitswachdienste sowie eine Alarmübung waren von der Einsatzabteilung abzuarbeiten. Und in ein paar Jahren sind womöglich die Mädchen und Jungen der heutigen Kinderfeuerwehr so weit, dass auch sie bei den Erwachsenen im Ernstfall mithelfen.

Von Lea Schulze