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Astrid Reck (2.v.l.) und Susanne Scheske (2.v.r.) standen im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs. Zu der Ehrung gratulierten Pastor Jan Kreuch (v.l.), Regionalbeauftragte Monika Scherf, Bürgermeisterin Ulrike Walter und Kirchenvorstand Jan Gronewold. Foto: t&w

Es sind nicht nur die großen Taten, die etwas bewegen

Deutsch Evern. „Ich wünsche dir, dass du immer glücklich bist und das Leuchten deiner Augen niemals erlischt. Ich wünsche dir, dass du deine Träume lebst, deine Hoffnung ewig bleibt und dein Lächeln nie verlierst.“ Zeilen aus dem Song „Ein großes Leben“ der Band Unheilig. Diese wählte die Bürgermeisterin von Deutsch Evern, Ulrike Walter (CDU), um ihrer Gemeinde ein frohes neues Jahr zu wünschen. Zum 12. Mal kam man am Sonntag beim traditionellen Neujahrsempfang der politischen Gemeinde im Gemeindehaus der Martinuskirche zusammen.

Ihren Ausblick auf 2019 begann Bürgermeisterin Walter mit dem ungebrochenen Zuzugsdrang. “Das Interesse von Investoren, die viel verdienen wollen, in Einklang zu bringen mit unserem Interesse, den Charakter des Dorfes nicht zu sehr zu verändern, wird auch im kommenden Jahr eine der großen Herausforderungen unseres Dorfes bleiben.“ Walter kritisierte auch, dass der entstehende Wohnraum zwar händeringend benötigt werde, aber gerade für junge Menschen kaum bezahlbar sei.

Erweiterung der Infrastruktur dringend geboten

Sie räumte ein, dass der Zuzug die vorhandene Infrastruktur vor Probleme stelle: Die Kitas seien voll, Krippenplätze knapp. „Es gibt einfach keine Erzieher mehr“, bedauerte die CDU-Politikerin. „Der Markt ist wie leergefegt.“ Da die Gemeinden Embsen und Melbeck vor den gleichen Problemen stehen, ist nun ein samtgemeindeweites Krippenprojekt geplant. Zudem wurde Ende 2018 im Samtgemeinderat der Beschluss für einen Neubau der Schule in Deutsch Evern gefasst. Eine zukunftsfähige, moderne, barrierefreie Schule fehle dem Ort, so Walter.

Deutsch Evern kommt in den Stadtbusverkehr

Hinsichtlich des öffentlichen Nahverkehrs hatte die Bürgermeisterin viel Positives zu vermelden: „2018 haben wir sechs Bushaltestellen umgebaut, für 2019 sind zwei weitere geplant.“ Was bei der Gemeinde besonders gut ankam: Deutsch Evern wird Teil des Stadtbusverkehrs – das bedeutet geringere Fahrtkosten und eine bessere Anbindung.

Gastrednerin bei dem Empfang war Monika Scherf, die Landesbeauftragte für Regionale Landesentwicklung Lüneburg, die in ihrer Ansprache besonders die Rolle Europas für die Region hervorhob. Sie appellierte: „Gehen Sie zur Europa-Wahl, lassen Sie uns ein starkes Zeichen setzen für ein starkes Europa, um die Populisten in ihre Schranken zu verweisen.“ Sie erhielt dafür Applaus. Ihre guten Wünsche für die Gemeinde: Dass sie immer wieder Menschen fände, die etwas bewegen. Daran, dass sich Deutsch Evern glücklich über viele solch engagierter Bürger schätzen kann, ließ Ulrike Walter in ihrer Laudatio keinen Zweifel. Sie endete wieder mit einem Zitat, diesmal von der Ärztin Mildred Scheel: „Es sind nicht immer die großen Worte, die in der Gemeinschaft Grundsätzliches bewegen: Es sind die vielen kleinen Taten des Einzelnen.“

Von Lea Schulze

Schützen und Kinderchor

Deutsch Evern ehrt zwei Frauen

Astrid Reck für ihren Einsatz im Schützenverein Deutsch Evern. 1977 trat sie dem Verein bei, bekleidete zahlreiche Ämter. Sie sprang auch für ein Jahr als Schriftführerin ein, als sich niemand anders fand. Seit 2008 macht sie den Ausschank im Vereinsheim und sorgt dafür, dass sich dort jeder wohlfühlt.

Susanne Scheske wird für die musikalischen Darbietungen geehrt, mit denen sie die Gemeinde bereichert. 2015 hat sie das Kinderchor-Projekt übernommen und seitdem mit den Kindern schon sieben Stücke einstudiert und in der Kirche aufgeführt. Zuletzt begeisterte sie das Publikum mit „Angela, der kleine Weihnachtsengel“.