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Eine Luftbildaufnahme mit Drohne vom Bürgerwindpark Bardowick. Foto: Boldt

Windräder füllen Gemeindekasse

Bardowick. Heiner Luhmann freut sich über die neuen Zahlen, die ihn aus dem Bürgerwindpark Bardowick erreichen. „Wir sind rundum zufrieden. Es läuft optimal“, kommentiert der Bürgermeister der Samtgemeinde Bardowick die aktuelle Bilanz.

36 Prozent über der Kalkulation

Diese weist laut Betriebsführer Mathias Möller von der Energieversorgung Bleckede-Dahlenburg aus, dass die acht Windräder seit ihrer Inbetriebnahme Ende August 2017 rund 88,5 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt haben: 23,8 Millionen Kilowattstunden waren es in den vier Monaten 2017, 59 Millionen 2018 und im Januar dieses Jahres bislang 5,7 Millionen.

„Damit können rechnerisch 20.000 Vier-Personen-Haushalte mit Windstrom versorgt werden, die jeweils einen Verbrauch von 4000 Kilowattstunden im Jahr haben“, sagt Möller. „Das sind gute Werte. Das Ergebnis ist derzeit besser als erwartet“, ergänzt er.

Seiner Einschätzung schließt sich Verwaltungschef Luhmann an. „Das ist ein deutliches Plus beim Windertrag und übertrifft die Kalkulation um rund 36 Prozent“, meint er.

Das schlägt sich finanziell nieder – in mehrfacher Hinsicht: Von dem Plus profitieren die Gesellschafter des Windparks, zu denen neben Flächeneigentümern auch die Samtgemeinde Bardowick gehört. Sie können mehr Geld in die Rücklage packen als geplant. „Die Mittel benötigen wir für technische Nachrüstungen an den Anlagen“, sagt Luhmann. Wie berichtet, sollen in Zukunft die roten Blinklichter als Warnung für den Luftverkehr nur noch im Bedarfsfall eingeschaltet werden. Dafür könnte die Beleuchtung um ein radargestütztes Warnsystem ergänzt werden. „Das kommt als Investition auf die Gesellschafter zu.“

Bardowick profitiert über Gewerbesteuer

Nutznießer von dem guten Ergebnis im Windpark ist auch der Flecken Bardowick. Die Gemeinde nimmt dadurch voraussichtlich einiges mehr an Gewerbesteuer ein als kalkuliert. Luhmann: „Die Summe wird zwischen 150.000 Euro und 170.000 Euro liegen. Eingeplant waren nur 100.000 Euro an Gewerbesteuereinnahmen aus dem Windparkbetrieb.“ Das sei in doppelter Hinsicht positiv für die Allgemeinheit, meint er. „Die Ökostromproduktion ist größer als erwartet. Das ist gut für den Klimaschutz. Und die Gemeinde hat mehr Geld zur Verfügung, das sie investieren kann.“

Heiner Luhmann macht keinen Hehl daraus, dass nicht jeder Bardowicker dem Windpark gegenüber dem Gewerbegebiet Wittorfer Heide Gutes abgewinnen kann. „Das Aufkommen an Beschwerden ist zwar gering, doch es gibt sie immer mal wieder“, sagt er. So hatte sich ihm zufolge an einem Flügel die Beklebung gelöst, in der sich Sensoren befinden, die vor Eisschlag warnen. Folge: Der Klebestreifen dreht sich im Wind mit und verursachte daher ordentlich Lärm. „Nachdem uns der Schaden gemeldet wurde, haben wir ihn sofort behoben“, berichtet er.

Werden Schallschutzfenster spendiert?

Für die Häuser, die in einem Umkreis von 500 Metern an den Windrädern stehen, gibt es Überlegungen, das Geräuschaufkommen zu reduzieren. „Wir diskutieren über die Möglichkeit, Schallschutzfenster auf Kosten der Gesellschafter einzubauen.“

Von Stefan Bohlmann

Zur Sache

Hinweise zu den Lichtsignalen im Windpark Bardowick

Windenergieanlagen sind mit Eisansatzsensoren ausgestattet. Sobald es zur Bildung von Eis an den Rotorblättern kommt, werden die Anlagen automatisch abgeschaltet. Sollte eine Windenergieanlage sich bei blauem Lichtsignal im Stillstand befinden, ist die Gefahr von herabfallendem Eis deutlich erhöht und es wird empfohlen sich aus dem Bereich der Windenergieanlage zu entfernen.

Kurzbeschreibung Lichtsignale:

  • kein blaues Lichtsignal: keine Gefahr durch Eisbildung
  • kein blaues Lichtsignal und Rotor in Bewegung: Eisbildung an den Rotorblättern möglich, keine unmittelbare Gefahr, gelegentlicher Stillstand der Rotorblätter
  • blaues Licht bei Stillstand der Anlage: erhöhte Gefahr von herabfallendem Eis, Aufenthalt im Bereich der Windenergieanlage auf eigene Gefahr, Verlassen des Wirkbereichs wird empfohlen.