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So soll die Galerie aussehen, die Henning Jörg Claassen Am Werder neben dem Hotel Bergström realisieren möchte. Doch daraus wird wohl nichts. Illustration: IMC

Politik lehnt Claassens Geschenk ab

Lüneburg. Ein Gebäude für eine Galerie Am Werder wollte der Lüneburger Unternehmer Henning Jörg Claassen errichten. Einziehen sollte dort seine Sammlung interna tionaler Gegenwarts-Kunst, die bisher im Hotel Altes Kaufhaus untergebracht ist und die dann öffentlich zugänglich sein sollte. Das Projekt wurde jetzt den Mitgliedern des Bauausschusses im nicht-öffentlichen Teil vorgestellt. Die meldeten Bedenken an, wie die LZ von der Verwaltung erfuhr. Fazit: Es wird nichts aus dem Galerie-Gebäude an diesem Standort – zum Bedauern von Claassen, aber auch von Oberbürgermeister Ulrich Mädge.

Suche nach einem anderen Standort

Auf Anfrage erklärt Stadtpressesprecherin Ann-Kristin Jenckel: „Der Bauausschuss hat mehrheitlich den Beschluss gefasst, dass er das Bauvorhaben dem Grunde nach unterstützt, dass das Gebäude aber in seinen Abmessungen kleiner werden solle als beantragt. Damit soll garantiert werden, dass der dort vorhandene Baumbestand durch eine Baumaßnahme nicht gefährdet wird. Die Ausschussmitglieder beschlossen weiterhin, dass – sollte eine geringere Bebauung vom Bauherren nicht erwünscht sein – die Verwaltung beauftragt wird, mit dem Bauherren nach einem alternativen Standort für das Galerie-Gebäude zu suchen.“ Aus den Reihen der Politik ist die Tendenz zu hören: Lieber keine neue Bebauung an dem Standort und schon gar nicht in der Dimension. Auch die architektonische Gestaltung stößt manchem auf.

Die Verwaltung sieht die Pläne für das Projekt zwar prinzipiell positiv, das gelte sowohl für den „Baukörper“ als auch die geplante Nutzung als Galerie. Allerdings bewerte auch sie die Umsetzung als problematisch mit Blick auf die Bäume, die dort zum Erhalt festgesetzt sind. Eine Verkleinerung des Projektes scheine jedoch nach ersten Gesprächen mit dem Architekten schwierig, da eine bestimmte Mindestgröße für die Galerienutzung notwendig ist, berichtet die Pressesprecherin.

Mädge bedauert das Votum des Ausschusses

„Schade“, findet das Claassen, er habe den seit langem leerstehenden Pavillon durch ein aus seiner Sicht sensibel gestaltetes Gebäude ersetzen wollen. „Es wäre ein Geschenk an die Stadt“, denn er wollte sämtliche mit dem Projekt in Verbindung stehenden Kosten übernehmen und den laufenden Betrieb durch seine Stiftung „Kunstsammlung Henning J. Claassen“ gewährleisten. Seine Sammlung bleibe nun erstmal im Alten Kaufhaus.

Mädge bedauert das Votum des Ausschusses: „Ich halte diese Entscheidung für falsch. Wir wollen eine Kulturstadt sein, verhindern hier aber die Entstehung eines weiteren kulturellen Anziehungspunktes. Ein solches modernes Bauprojekt, das moderne Kunst beheimatet, wäre ein Gewinn für Lüneburg.“

Verwaltung und Politik werden nun gemeinsam darüber beraten, welche Entwicklung für den Platz Am Werder sinnvoll ist und wie der Platz gestaltet werden könnte.

Von Antje Schäfer

Mehr dazu:

https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2243202-kunst-ans-licht-bringen