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Bei dem jüngsten Baugebiet „Wellbruch II“ in Steddorf soll 2019 auch noch der Endausbau der Straßen durchgeführt werden. Foto: phs

Ortsteil Steddorf wird zur Baustelle

Bienenbüttel. Die Vorplanungen für das nächste Bienenbüttler Baugebiet namens „Kuhlfeld“ verzögern sich. Die Unterlagen müssen teilweise neu ausgelegt werden, n achdem unter anderem Stadt und Kreis Uelzen wesentliche Kritikpunkte an der Planung im Ortsteil Neu Steddorf vorgebracht haben.

Streit um Kapazität der Kläranlage

Am Dienstagabend befasste sich der Bauausschuss des Gemeinderates mit den eingegangenen Stellungnahmen von Behörden und Anwohnern. Die Gemeinde hofft, mit dem baldigen Verkauf von neuen Baugrundstücken und der Steigerung der Einwohnerzahl den Haushalt aus den roten Zahlen hieven zu können. Denn nach dem Einbruch der Gewerbesteuer steht der Etat auf tönernen Füßen. Das Baugebiet „Kuhlfeld“ wird 2019 aber nicht die einzige Baustelle in Steddorf sein. Parallel soll auch die Ortsdurchfahrt im Zuge der Dorferneuerung saniert werden.

Bei allen nun geplanten Änderungen am Entwurf des Bebauungsplans, einen zentralen Einwand des Kreises Uelzen wischt die Gemeinde Bienenbüttel beiseite. Es geht um die Kapazität der sanierungsbedürftigen Kläranlage Hohenbostel. In ihrer Stellungnahme merkt die Uelzener Kreisverwaltung an, dass die Kläranlage derzeit nur für 7000 Einwohnergleichwerte ausgelegt sei. Zwar ist ein Ausbau geplant, da im Zuge der A39-Planungen aber auch die künftige Rastanlage Hohnstorf mit WC angeschlossen werden soll, würde auch die geplante Anpassung auf 8000 Einwohnergleichwerte aus Sicht des Kreises kaum ausreichen, wenn auch noch das neue Baugebiet hinzukäme. Die gemeindeeigene Kläranlage sei anzupassen, noch bevor das geplante Neubaugebiet angeschlossen werde, heißt es in einer Auflage des Kreises. Dazu erklärte nun Bienenbüttels Bauamtsleiterin Inga Heitmann, dass die bestehende Verfahrenstechnik in der Lage sei, den Anschluss des neuen Baugebietes zu bewältigen. Darüber hinaus würden die neuen Abwassermengen in der Ausführungsplanung zum Umbau der Kläranlage berücksichtigt.

Kritik an dem geplanten Regenrückhaltebecken

Was aber zur Änderung des Bebauungsplan-Entwurfs führt ist beispielsweise die Kritik an dem geplanten Regenrückhaltebecken. Das soll nämlich nach der ersten Planung auf einer bereits bestehenden Ausgleichsfläche des Baugebiets „In der Dohle“ angelegt werden. Auf einer Fläche von rund 1500 Quadratmetern muss dafür eine Gehölzpflanzung entfernt werden. Die Untere Naturschutzbehörde beim Kreis fordert, dass dieser Eingriff nun mindestens doppelt kompensiert wird. Außerdem soll die Gemeinde sich um den Erhalt des Lebensraumes für die Feldlerche kümmern. Der Bauausschuss stimmte nun zusätzlichen Anpflanzungen als Ausgleich zu. Außerdem sollen auf einer Gesamtfläche von 0,5 Hektar sogenannte Lerchenfenster angelegt werden.

Ausschuss stimmt Auslegung zu

Ein weiterer wesentlicher Grund für die erneute Auslegung ist die Festsetzung der sogenannten Höhenbezugspunkte, an denen sich die Bauten der Wohnhäuser orientieren sollen. In den Planungen der Gemeinde Bienenbüttel war als unterer Bezugspunkt die spätere Oberkante der fertigen Straßen im Baugebiet genannt. Aus Sicht des Kreises Uelzen ist das problematisch, da die Straße noch nicht existiert und im Plan keine Aussage zu den tatsächlichen Höhen zu finden sei. Stattdessen sollen im Bebauungsplan die Höhen der Bezugspunkte mit Werten über Normalnull angegeben werden.

Der Bauausschuss stimmte mehrheitlich für eine erneute Auslegung der Unterlagen für eine verkürzten Zeitraum von 14 Tagen. Heitmann: „Stellungnahmen können dann nur zu den Änderungen abgegeben werden.“

Ortsdurchfahrt soll umgestaltet werden

Änderungen gibt es auch bei der geplanten Umgestaltung der Ortsdurchfahrt Steddorf, die noch 2019 umgesetzt werden soll. Da das neue Wohngebiet „Kuhlfeld“ gegenüber der jüngsten Siedlungserweiterung „Wellbruch II“ entstehen soll, wird nun auf die ursprünglich geplante Verschwenkung der Fahrbahn in Höhe Wellbruch II verzichtet. Stattdessen soll eine Verkehrsinsel als Überquerungshilfe eingebaut werden. Die Pläne dafür stellte Ingenieur Martin Kilian vom Suderburger Büro ITH dem Bauausschuss vor. Weiter ist geplant, die Ortsdurchfahrt in Alt Steddorf mit einer neuen Asphaltschicht zu versehen. Zudem sollen unter anderem auch die Seitenränder sowie die Straßenbeleuchtung erneuert werden. Der Ausschuss stimmte der Ausschreibung der vorgestellten Maßnahmen zu.

Von Dennis Thomas