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Auch mit dem Zugangebot zwischen Hamburg und Lüneburg befasst sich demnächst der Verkehrsausschuss des Landtags. Foto: dth
Auch mit dem Zugangebot zwischen Hamburg und Lüneburg befasst sich demnächst der Verkehrsausschuss des Landtags. Foto: dth

„Keine Mehrkosten für Pendler“

Lüneburg/Hannover. Eine Qualitätsverbesserung für den Hamburger Verkehrsverbund (HVV) auch für die Lüneburger Region will jetzt die Landtagsfraktion der Grünen in Hannover erreichen. Dazu hat die Fraktion jetzt einen Antrag erarbeitet, der im Februar im Verkehrsausschuss des Landtags in die Anhörung gehen soll. Der Amelinghausener Landtagsabgeordnete Detlev Schulz-Hendel, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen, sagt: „Der HVV-Bereich ist immer wieder von Zugausfällen, Verspätungen und mangelnder Infrastruktur betroffen. Diese Hemmnisse müssen beseitigt werden …“. Bereits im November hatten SPD und CDU einen eigenen Antrag eingereicht mit dem Titel „HVV stärken“. Gegenüber der LZ bekundete nun Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) mit Blick auf den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) erneut, dass er sich für einen umfangreichen Ausbau des Knotens Hamburg einsetzen wird, der „zwingende Voraussetzung für viele der Verbesserungsvorschläge“ sei.

Haltepunkt in Deutsch Evern?

Im Gegensatz zur Großen Koalition in Hannover nehmen die Grünen in ihrem Antrag auch die Maßnahmen des umstrittenen Schienenausbauprojekts Alpha-E in ihre Forderungsliste mit auf. Demnach soll der Landtag die Landesregierung auffordern, die Ausbaumaßnahmen voranzutreiben: „Insbesondere die Planung der Erweiterung der Bahnstrecke Lüneburg-Uelzen durch ein drittes Gleis mit allen erforderlichen übergesetzlichen Lärmschutzmaßnahmen für die betroffenen Menschen entlang der Strecke muss schnellstmöglich transparent auf den Weg gebracht werden“, heißt es in dem Antrag der Oppositionspartei. Und weiter heißt es: „Im Zuge eines dreigleisigen Ausbaus zwischen Lüneburg und Uelzen ist die Einrichtung eines Haltepunktes in Deutsch Evern anzustreben.“ Ob das realistisch ist, steht auf einem anderen Blatt.

Grüne fordern neues Prüfverfahren

Außerdem fordern die Grünen, ein neues Prüfverfahren anzustoßen. Darin solle geklärt werden, ob weitere Bahnstrecken im HVV-Bereich beziehungsweise im Hamburger Umland zur Angebotsverbesserung reaktiviert werden könnten. Dazu Schulz-Hendel: „Das würde die Städte und Ballungsgebiete zusätzlich vom Individualverkehr entlasten. Beispielhaft zu nennen wären hier die Strecken Lüneburg-Soltau, Lüneburg-Bleckede, der Moorexpress von Stade nach Bremen und der Strecke von Buchholz/Jesteburg über Maschen nach Hamburg-Harburg.“

Zudem solle das bestehende dritte Gleis zwischen Lüneburg und Maschen optimaler genutzt werden: Durch die Ergänzung mit Weichen und Signalen sollen zusätzlich Zugüberholungen in Richtung Hamburg möglich werden, so die Vorstellung der Grünen.

Nachteil für viele HVV-Pendler aus Lüneburg

Außerdem will sich Schulz-Hendel bei der Anhörung dafür einsetzen, dass die wegfallenden Haltepunkte auf der Strecke Lüneburg-Dannenberg (Leitstade, Wendisch Evern und Neetzendorf) zumindest als Bedarfshaltepunkte erhalten bleiben. „Weiterhin fordern wir für Pendler aus Lüneburg keine Mehrkosten bei der ICE-Nutzung morgens um 8 Uhr oder alternativ eine zusätzliche Metronom-Verbindung nach Hamburg.“

Wie berichtet, wurden seit der jüngsten Fahrplanumstellung die meisten IC-Verbindungen durch ICE ersetzt. Für viele HVV-Pendler aus Lüneburg ist das ein Nachteil, da es für die Verbindungen mit den Schnellzügen nun keine Zusatzkarten im Abo mehr gibt. Wenn sie die teilweise verkehrsgünstigeren Verbindungen zusätzlich zu HVV-Zeitkarten weiterhin nutzen wollten, müssten sie monatlich mehrere Hundert Euro draufzahlen.

„Verbesserungen für das Hamburger Umland“

Zu den grundsätzlichen Vorschlägen zur Verbesserung der Angebote im HVV sagt Verkehrsminister Althusmann: „Ein besserer Schienenpersonennahverkehr im südlichen und westlichen Hamburger Umland ist ein wichtiges Ziel des Niedersächsischen Verkehrsministeriums. Der Nahverkehr in der Metropolregion Hamburg hat auch für die angrenzenden niedersächsischen Landkreise eine große Bedeutung. Das Land ist deshalb bei verschiedenen Projekten engagiert, um konkrete und realisierbare Verbesserungen für die Menschen im Hamburger Umland zu erreichen.“ Da derzeit in Hamburg aber keine Kapazitäten für Mehrverkehre im Schienenpersonennahverkehr gegeben sind, will sich Althusmann gegenüber dem Bund für den Knotenausbau Hamburg stark machen, heißt es. Nur so könne gewährleistet werden, dass das Angebot ausgebaut und mehr Fahrgäste transportiert werden können.

Hamburger Hauptbahnhof ist längst an seine Kapazitätsgrenzen gekommen

Speziell ist auch der Hamburger Hauptbahnhof längst an seine Kapazitätsgrenzen gekommen. Jüngst haben die Freie und Hansestadt Hamburg und die Bahn eine erste Konzeptstudie zur Erweiterung des Hauptbahnhofs vorgestellt (die LZ berichtete).

Dabei geht es auch um zusätzliche Auf- und Abgänge zu den Außenbahnsteigen. Die für den Regionalverkehr verwendeten Gleise 11 bis 14 sind in großem Umfang doppelt belegt. Aufgrund der Bahnsteiglänge von 400 Metern können die eingesetzten Züge daher lediglich eine Gesamtlänge von 200 Metern umfassen. Das entspricht sieben Doppelstockwagen.

Von Dennis Thomas

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