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Anders als im Landkreis Uelzen, wo bereits wieder Lammzeit ist, werden in der Lüneburger Heide die kleinen Heidschnucken noch etwas auf sich warten lassen. Foto: phs

Lämmer in der Heide kommen später zur Welt

Niederhaverbeck. Noch ist es ruhig in den sechs Schnuckenherden der Stiftung Verein Naturschutzpark (VNP). Bislang sind erst zwei Lämmer geboren. „Und das auch mehr oder weniger aus Versehen. Das war so nicht geplant“, berichtet Dr. Barbara Guckes, Leiterin der Schafhaltung bei der Stiftung VNP in Niederhaverbeck im Heidekreis.

Lammzeit um drei Wochen verschoben

In diesem Jahr werden die ersten kleinen Heidschnucken nämlich später als sonst das Licht der Welt erblicken. „Normalerweise wären jetzt schon ein paar hundert Junge da. Doch wir haben die Lammzeit ein Stück nach hinten verschoben, um rund drei Wochen“, sagt sie.

Grund für die Änderung des üblichen Zeitplans ist ihren Worten zufolge die Futterknappheit, die durch die Dürre im vergangenen Jahr verursacht wurde. „Das heißt, dass wir für unsere Herden weniger Winterfutter zur Verfügung haben und wir deshalb die Stallzeit für die neugeborenen Tiere verkürzen“, erklärt sie. Somit werden die Heidschnucken erst Mitte Februar ihren Nachwuchs auf die Welt bringen. Barbara Guckes rechnet dann mit rund 2500 Schnuckenlämmern.

Futterknappheit durch Sommer-Dürre

Die sechs Schafherden und darüber hinaus auch eine Ziegenherde gehören zum Landschaftspflegehof Tütsberg. Der Landschaftspflegehof ist der landwirtschaftliche Betrieb der Stiftung und liegt mitten im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Rund 2200 Mutterschafe der Rasse „Graue gehörnte Heidschnucke“ und 300 Ziegen werden täglich von zwölf Schäferinnen und Schäfern im Naturschutzgebiet gehütet.

Die Hütehaltung ist das Rückgrat der Heidepflege. Wie seit Jahrtausenden dient sie dazu, Nährstoffe im Stall zu konzentrieren. Und durch den ständigen moderaten Verbiss, kann sich die Heide immer wieder verjüngen. Eine Beweidung schafft somit gleichmäßige Vegetationsstrukturen auf den Heideflächen des Naturschutzgebietes.

Von Stefan Bohlmann