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Leere im Lüneburger Hafen: 2018 kamen weniger Schiffe, dadurch ging der Warenumschlag um 15 Prozent zurück. (Foto: t&w)

Weniger Schiffe legen an

Lüneburg. Erstmals seit fünf Jahren ist der Güter- und Warenumschlag im Hafen Lüneburg gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr ist er im Jahr 2018 um 9,6 Prozent auf nunmehr 329 023 Tonnen zurückgegangen (2017: 363 808 Tonnen). Das vermeldet Lars Strehse, Geschäftsführer der Hafen Lüneburg GmbH. Mittel- und langfristig geht er aber weiter von einer Steigerung des Umschlags aus. Auch deshalb, weil der Hafen durch Investitionen in Höhe von zusammen 2,3 Millionen Euro für die Zukunft fit gemacht werde.

Bei Niedrigwasser macht der Lkw das Rennen

Die Hafengesellschaft bewirtschaftet die Infrastruktur des Binnenhafens am Elbe-Seitenkanal, die Lüneburger Industriebahnen und betreibt seit Oktober 2014 das operative Hafenumschlagsgeschäft. Gesellschafter sind neben der Osthannoverschen Eisenbahn AG unter anderem die Stadt Lüneburg, die knapp 30 Prozent der Anteile hält, und der Landkreis mit 25,1 Prozent.

Seit 2014 war der Umschlag stetig gestiegen, lag im vergangenen Jahr trotz Rückgangs immer noch über der 300 000-Tonnen-Marke. Für das Minus gibt es laut Strehse folgende Gründe: 2017 habe es einen Sondereffekt aufgrund der Erstbefüllung einer neuen Lagerhalle im Hafen gegeben. Im vergangenen Jahr hatte dann die lange Dürreperiode Folgen: Der Niedrigwasserstand auf den Binnenwasserstraßen, vor allem dem Rhein, habe dazu geführt, „dass einige Kunden mit ihren Transporten vom Schiff auf den Lkw ausweichen mussten“. Außerdem sei in der Region Lüneburg „wesentlich weniger Getreide produziert“ worden.

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Binnenschiffe haben im vergangenen Jahr den Lüneburger Hafen angesteuert und 219 753 Tonnen transportiert. Im Vorjahr waren es 221 Schiffe mit 257 528 Tonnen Massengut (- 15 Prozent).

Gesteigert werden konnte hingegen erneut der Umschlag über die Industriebahnen. Hier wurde ein Plus bei Massengut und Fertigprodukten auf 109 270 Tonnen (Vorjahr 106 280 Tonnen) verzeichnet.

Der Geschäftsführer sieht gute Gründe, dass es künftig zu einer weiteren Steigerung des Waren- und Güterumschlags kommt. Zu einen hätten sich mit der Bockelmann-Holz GmbH und der Baustoffhandel Paul Link GmbH & Co. KG zwei „hafenaffine Unternehmen“ in direkter Nachbarschaft zum Hafenbecken angesiedelt, zum anderen ist der Hafen seitens der Niedersächsischen Landesforsten seit diesem Jahr als Holzverladezentrum kategorisiert. Für den Umschlag von Rundholz auf Bahn und Binnenschiff sei der Hafen ausgerüstet.

Zum Erhalt und Ausbau der Hafenanlagen ist seit dem vergangenen Herbst ein umfangreiches Programm angelaufen. Rund 2,3 Millionen Euro sollen investiert werden, eingeworben konnten dafür Fördermittel vom Land in Höhe von 900 000 Euro. Angelaufen ist die Entschlammung des Hafenbeckens, zu Ablagerungen ist es hier vor allem aus dem Elbe-Seitenkanal gekommen. Ein spezialisiertes Motorkranschiff wird rund 13 400 Tonnen Schlamm abtragen, damit das Hafenbecken wieder eine Mindestwassertiefe von drei Metern hat. „Die Schlämme werden zur Baggergutverwertungsstelle Grunland am Rhein transportiert“, erläutert Strehse.

Becken wird entschlammt

Im Süden der Hafenanlage soll eine neue, zusätzliche Zufahrt entstehen, auf dem Gelände werde weiterer Parkraum für Lastwagen hergerichtet. Der Hafenbereich wird eingezäunt, mit Toranlagen und Zugangskontrollsystemen ausgerüstet. Diese Maßnahme sei notwendig zur Sicherung des Betriebsgeländes, so Strehse. Die veraltete Beleuchtung soll erneuert werden. Bestellt wurde außerdem ein mobiler Hafenbagger, der an allen Schiffsliegeplätzen, an der Bahn und auf den Lagerflächen zum Einsatz kommen soll.

Von Antje Schäfer