Aktuell
Home | Lokales | Direkt nach Hamburg
Bereits 2015 eröffnet wurde der vier Kilometer lange Radschnellweg in Göttingen. Ähnlich sollen auch die geplanten Strecken in der Metropolregion aussehen. Foto: Stadt Göttingen/Christoph Mischke

Direkt nach Hamburg

Lüneburg/Winsen. Fahrradfahren ist angesagt wie nie. Es ist gesund und umweltfreundlich. Daher ist die Hoffnung in der Metropolregion Hamburg groß, dass Radschn ellwege vom Umland in die Hansestadt schon bald mehr sind als Zukunftsmusik. Geht es nach den Initiatoren des Projektes, könnten im Idealfall im Süden Hamburgs bereits ab 2022 die ersten Radler in die Pedale treten und auf Radschnellwegen in Richtung Metropole fahren. Besonders im Blick stehen Pendler, die dann ein attraktives Angebot hätten, um klimafreundlich vom Auto aufs Rad umzusteigen. Sie könnten mit diesem zur Arbeit fahren, zum Teil oder auch ganz etwa auf der 57 Kilometer langen Strecke von Lüneburg über Bardowick, Winsen, Stelle, Seevetal, Harburg, die Elbinsel Wilhelmsburg nach Hamburg-Mitte auf einer der geplanten Routen.

1,3 Millionen für eine Machbarkeitsstudie

Das wurde am Dienstag bei einem Pressegespräch in den Räumen der Sparkasse Harburg-Buxtehude in Winsen deutlich. Vertreter der Stadt Hamburg, der Landkreise Harburg und Lüneburg, der Kommunen, des ADFC und Projektplaner hatten sich zuvor getroffen, um den Fortgang der Planung zu besprechen. „Im Bereich der Süderelbe stehen drei Trassen im Fokus“, sagte Torben Ziel vom Kreis Harburg. Das sind neben der Verbindung Lüneburg-Hamburg die Strecken von Stade über Buxtehude nach Hamburg-Harburg und jetzt neu auch noch von Tostedt über Buxtehude nach Hamburg-Harburg. Insgesamt sollen künftig acht Radschnellwege sternförmig nach Hamburg führen, neben denen südlich der Elbe unter anderem auch von Geesthacht über Bergedorf nach Hamburg-Mitte.

Die Machbarkeitsstudien seien in Gange. Sie schlagen mit insgesamt 1,3 Millionen Euro zu Buche. Die Metropolregion trägt 80 Prozent der Kosten, die übrigen 20 Prozent verbleiben bei an dem Projekt beteiligten Kreisen und Kommunen.
„Jetzt sind die Bürger am Zug. Sie können für die vordefinierten Korridore Wünsche, Vorschläge und Kritik äußern“, so Torben Ziel. Die Bürgerbeteiligung ist online möglich (siehe Info-Kasten). Im Sommer dieses Jahres sind dann Workshops als nächster Schritt der Bürgerbeteiligung vorgesehen.

„Ende 2020 sollen die Strecken aber feststehen“

„Die Radschnellwege sollen komfortabel sein, auf denen Radfahrer im eigenen Tempo gut vorankommen, nach Möglichkeit direkt, mit wenig Wartezeiten, Kreuzungspunkten und Schleifen“, umriss Susanne Elfferding von der Metropolregion Hamburg die Ziele. Sie betonte, dass die Radschnellwege überdies einheitlich gestaltet werden sollen, etwa in Farbe und Beschilderung, damit sie überall in der Region den gleichen Wiedererkennungswert für Nutzer haben. „Die Wege werden insgesamt vier Meter breit sein, zwei Meter Breite je Fahrtrichtung. Das ist der bauliche Standard“, sagte Torben Ziel. Konkreter sei die Planung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. „Ende 2020 sollen die Strecken aber feststehen“, so Ziel. Bis dahin müsse noch vieles unter einen Hut gebracht werden, meinte Sjors van Duren, Berater für Fahrrad und Mobilität beim Ingenieurbüro Royal Haskoning DHV im niederländischen Nimwegen. „Das bedeutet, es wird noch viel Zeit dafür benötigt“, so van Duren. Selbst im europäischen Fahrrad-Mekka, den Niederlanden, dauerte es ihm zufolge von der Planung bis zur Inbetriebnahme von Radschnellwegen sieben Jahre.

Doch die Chancen stünden gut, dass Planung und Finanzierung glatt laufen, erklärte Andreas Swensson von der Behörde für Wirtschaft,Verkehr und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg. „Der Bund hat die Förderung des Radverkehrs für sich als Klimaschutz-Thema erkannt, um zum Beispiel Autofahrverbote in Städten zu verhindern.“ Dementsprechend hoch fördere der Bund inzwischen Projekte wie Radschnellwege, zeigte er sich optimistisch.

Von Stefan Bohlmann

Beteiligung

Bürger sind am Zug

Die Online-Beteiligung läuft noch bis Sonntag, 24. Februar. Bis dahin können Bürger die vorgesehene Lüneburger Trasse einsehen. Dabei legen sie auch selbst Hand an: Sie tragen Linien und Punkte mit Anregungen und Hinweisen ein, die ihnen für die Streckenführungen wichtig erscheinen. Außerdem haben sie die Möglichkeit, Fragen und Kritik einzubringen. Möglich ist das im Internet unter der folgenden Adresse: http://metropolregion.hamburg.de/rsw-lueneburg-hh.

Diese Vorschläge fließen dann in die konkrete Ausarbeitung von Streckenvorschlägen durch die Planungsbüros ein. Ziel ist es, durch gut und mehrspurig ausgebaute Wege viele Menschen zum Umsteigen aufs Rad zu bewegen.