Dienstag , 17. September 2019
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Unter Anleitung der Lüneburger Künstlerin Swantje Crone, hier unterstützt von Niklas Hannig, verzierten Schüler die Toilettenräume der BBS II mit Mosaiken. (Foto: t&w)

Knallbunte Kunst verschönert das Klo

Lüneburg. Anrüchig und schon lange nicht mehr schön anzusehen waren sie, die Toilettenanlagen im Erdgeschoss der Georg-Sonnin-Schule (Berufsbildende Schulen II) auf dem Lüneburger Schwalbenberg. Damit ist es jetzt vorbei: In diesen Tagen werden die neuen, blitzblanken Anlagen eingeweiht – das Besondere: Die Wände sind mit Mosaiken verziert.

Unter Anleitung von Künstlerin Swantje Crone sind die Wandbilder in den letzten Tagen entstanden. Über den Urinalen in der Jungentoilette sind dabei Hammer, Spachtel, Kabeltrommel, Hobel und Schubkarre und Säge ebenso zu sehen wie Schere, Fön und Nähmaschine. „Die vielen Ausbildungsberufe, die an der Georg-Sonnin-Schule gelehrt werden, sollen sich widerspiegeln“, sagt Swantje Crone. Im Vorraum der Mädchentoilette bricht ein Vulkan aus dem Händetrockner heraus, daneben entsteht ein Baum voller Früchte, der von einem Drachen bestiegen wird.

Lang ist die Liste derjenigen, die sich für die „Kunst im Klo“ einsetzen: Swantje Crone ist dabei, unterstützt wird sie von Paola Rosine und Fachpraxislehrerin Wiebke Blesse, mit der Crone bereits an den Mosaiken im „Mosaique-Haus der Kulturen“ an der Katzenstraße zusammengearbeitet hatte. Mit Eifer dabei sind auch Praktikant Julius Strohlein, Schülerinnen und Schüler des Berufsvorbereitungsjahrs/Schwerpunkt Bautechnik an der BBS II, Jugendliche der Kooperationsklasse der Schule am Knieberg und der Integrationsklasse an der BBS II.

Hammer, Fön und Nähmaschine

Für das benötigte Material, Fliesen in vielen Farben und Formen, sorgten die Lehrerinnen und Lehrer der Georg-Sonnin-Schule, die Firma Fliesen Scholze und Keramikerin Henriette Kletschkus aus Adendorf. „Dabei galt für uns: Je schrulliger die Farbe, desto besser“, sagt Wiebke Blesse.

Auf die Sanierung der Toilettenanlage hatten die Schülerinnen und Schüler der Georg-Sonnin-Schule schon viele Jahre gewartet. In den Sommerferien 2018 war dann endlich mit den Bauarbeiten begonnen worden. „Eigentlich sollten die Arbeiten zum Jahresende 2018 abgeschlossen sein“, berichtet der stellvertretende Schulleiter Jürgen Rennekamp.
Doch es gab Verzögerungen: Eine umfangreiche Schadstoffsanierung – Asbest musste entfernt werden – kostete viel Zeit, auch die notwendigen Brandschutzmaßnahmen sowie die Installation der umfangreichen Lüftungs- und Sanitärtechnik.

Freuen können sich auch die Lehrerinnen und Lehrer: Mit der Sanierung ihrer ebenfalls in die Jahre gekommenen Sanitärräume im ersten Obergeschoss wurde bereits begonnen, auch sie bekommen neben neuem Gerät Kunst in Form von Mosaiken spendiert. Mitte März sollen die Arbeiten hier fertiggestellt sein. Für die gesamten Baumaßnahmen hat der Landkreis Lüneburg Mittel in Höhe von 450 000 Euro bereit gestellt.

Von Ingo Petersen