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Auch die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses möchten mitreden können, wenn es um die Lüneburger Spielplätze geht. Im Jahr 2015 wurde beispielsweise das Areal für Kinder im Kurpark umgestaltet. (Foto: A/be)

Mehr Mitsprache bei Spielplätzen

Lüneburg. Künftig soll der Jugendhilfeausschuss an der Gestaltung der städtischen Spielplätze beteiligt werden. Auch erarbeitet die Verwaltung einen Vorschlag, wie ein Unterausschuss aussehen könnte, der sich nur mit diesem Thema beschäftigt.

Umweltausschuss zuständig für Rutschen

Einen entsprechenden Antrag hatte die SPD-Fraktion in die jüngste Sitzung des Jugendhilfeausschusses eingebracht, der Wunsch: Ein kontinuierlich arbeitendes Gremium, das die Kinderkonferenzen in den Stadtteilen berücksichtigt, sich regelmäßig vor Ort über den Zustand der Spielplätze informiert und mit der Verwaltung eine Maßnahmen-Prioritätenliste erarbeitet. Dafür konnte sich die Mehrheit der Mitglieder erwärmen.

Dass zurzeit nur der Umweltausschuss verantwortlich ist, findet Philipp Meyn (SPD) nicht richtig. „Wir erfahren aus der Presse, was vor sich geht.“ Dabei sollte der Jugendhilfeausschuss seiner Ansicht nach das Gremium sein, „das verhandelt, wenn es um Kinder und Jugendliche geht“.

Er werde oft auf bestimmte Spielplätze angesprochen und gefragt, wie es da aussieht – ohne Antworten liefern zu können. „Hier im Ausschuss sitzen Vertreter von Kitas, auch Tagesmütter waren schon hier“, sagt Meyn, der sich deshalb ein Gremium wünscht, das sich beispielsweise bei zwei Ortsterminen im Jahr einen Überblick über den Zustand der Spielplätze in Lüneburg verschafft und sich darüber informiert, was dort bereits geschehen und was noch geplant ist. Auch aus Gründen der Partizipation findet er es wichtig, dass sich der Unterausschuss mit den Wünschen beschäftigt, die junge Menschen bei den Kinderkonferenzen äußern. „Kinder und Jugendliche sollen merken, dass hier auch etwas passiert.“

Widerstand gegen zusätzlichen Ausschuss

Einen eigenen Ausschuss hält Karl-Heinz Fahrenwaldt (Linke) nicht unbedingt für nötig, seiner Erfahrung nach seien die städtischen Spielplätze bereits in einem 1a-Zustand. Im Gegensatz dazu würden die von Investoren aber „desaströs“ aussehen, sagt er und spielt auf eine Fläche in Kaltenmoor an. „Inwieweit haben wir Einfluss darauf, dass Bauunternehmen die Spielplätze verkommen lassen?“ Ein Areal, das für 40 bis 50 Kinder nur eine Rutsche bietet, sei nicht zufriedenstellend.

Gegen die Einrichtung eines Unterausschusses stimmte auch Wolfgang Goralczyk von der CDU. Ihm geht das zu weit. „Wir sind alle ehrenamtlich hier, alles muss einen zeitlichen Rahmen haben und der ist irgendwann voll.“ Gleichwohl befürwortet er es aber, herauszufinden, wo Spielplätze benötigt werden und wo nicht. „Ich sehe oft, dass sie mit viel Mühe angelegt, manchmal aber gar nicht bespielt werden, weil sie zum Beispiel viel zu weit draußen liegen“, sagt er.

Jule Grunau (Grüne) findet es grundsätzlich gut, „dass auf die Spielplätze ein besonderes Augenmerk gelegt werden soll“. Um vernünftig arbeiten zu können, wünscht sie sich keinen Ausschuss mit einer größeren Zahl Mitglieder, sondern eine kleinere Gruppe.

Zustimmung der Sozialdezernentin

Sozialdezernentin Pia Steinrücke erinnert daran, dass es einen solchen Unterausschuss schon mal gegeben hat. Diesen wieder aufleben zu lassen, mit dem Jugendhilfeausschuss zu verknüpfen und somit dem Jugendamt näherzubringen, hält sie für sinnvoll. „In anderen Kommunen ist die Spielplatzplanung ganz klar im Jugendamt angesiedelt.“ Sie selbst wisse gar nicht, wie viele Spielplätze es in Lüneburg insgesamt gibt und auf wie viele die Stadt keinen Einfluss hat. „Diese in der Bedarfsplanung also gar nicht mitzuzählen, könnte ja eine politische Entscheidung sein“, sagt Steinrücke.

Von Anna Paarmann