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Dieses bunte Plakat versammelte im Oktober 2018 Ideen. Jetzt geht es an die Umsetzung. Foto: t&w

Zukunftsrat beginnt zu leben

Lüneburg. Ein Wunschtraum ist der Zukunftsrat längst nicht mehr. Das Gremium, das mehr Bürgerbeteiligung ermöglichen soll, beginnt zu leben. So formuliert es Norbert Bernholt, er hat das Thema gemeinsam mit Horst Jäger in Lüneburg angestoßen und kürzlich zu einem Workshop in die Volkshochschule eingeladen. 30 Leute haben sich eineinhalb Tage lang ausgetauscht, Fragestellungen diskutiert und acht Arbeitsgruppen eingerichtet, um loslegen zu können.

„Enkeltaugliches“ Leben als Ziel

Die zentralen Anliegen sind: Der Zukunftsrat soll das Engagement für ein „enkeltaugliches“ Leben in Lüneburg stärken, möglichst viele Bürger in eine nachhaltige Entwicklung der Stadt einbeziehen und ihnen eine Plattform bieten.

„Der Prozess kommt ins Rollen“, kündigt Bernholt an und verweist auf die Wandelwoche im Oktober, bei der man das bis dahin Erreichte der Öffentlichkeit präsentieren möchte. Dabei seien die Arbeitsgruppen aber keinesfalls geschlossen, jeder Lüneburger sei zu jeder Zeit dazu eingeladen, sich einzubringen. „Schließlich geht es hierbei um Bürgerbeteiligung.“

Eine Gruppe widmet sich zum Beispiel der Legitimation und dem Partizipationsverständnis. Denn viele fragen sich, wie ein Zukunftsrat genau aussehen, wer eigentlich darin „sitzen“ soll und wie er Gehör in der Politik finden kann. Antworten gibt es bislang noch nicht, aus einem guten Grund: So kündigt Dörte Feger zum Beispiel Umfragen an. „Wir können nicht mit 30 Leuten für alle anderen sprechen.“ Sie hat über die Wandelwoche im vergangenen Jahr zu dem Thema gefunden und an der Gründungsveranstaltung im Oktober teilgenommen (LZ berichtete). „Ich bin ein politisch denkender Mensch und es reicht mir nicht, alle fünf Jahre ein Kreuz zu machen. Ich will mich einmischen.“

Vorbild Hamburg

Ähnlich geht es Marc-Etienne Thon, der sich einen Rat wünscht, „der nicht von oben von der Verwaltung, sondern von unten kommt“. Anders als Dörte Feger ist er nicht als Privatperson dabei, sondern als Vertreter des Vereins diversu, für den er arbeitet. „Wir brauchen überall neue Formen und Konzepte der politischen Teilhabe, gerade wegen der zunehmenden Radikalisierungstendenzen in der Bevölkerung.“ Es sei wichtig, einander zuzuhören und einen Raum zu schaffen, „in dem es möglich ist, Bedürfnisse, Ängste und Visionen zu benennen“.

Neu ist die Idee eines Zukunftsrats nicht. In Hamburg haben sich zum Beispiel Initiativen aus der Nachhaltigkeitsszene zusammengetan. „Je nach Projekt werden die Bürger befragt. Der Zukunftsrat hat in Hamburg eine starke Stimme neben dem Senat“, sagt Bernholt, der diese Variante aber nicht eins zu eins übernehmen möchte. „Vielleicht wird es am Ende auch eine Mischung aus verschiedenen Modellen.“

Wer sich beteiligen möchte, kann Norbert Bernholt eine E-Mail an nbernholt@t-online.de schicken oder ihn unter (04131) 7217459 anrufen. Die nächste Sitzung soll im März stattfinden.

Von Anna Paarmann

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