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Für die Schule unterzeichnen Regina Müller und Rektor Uwe Wegener (links), für die Gesundheitsholding Maren Scheelke und Rolf Sauer den Kooperationsvertrag. Foto: be

Gewinn für beide Seiten

Lüneburg. Damit Schüler eine gute Chance haben, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, gehört eine fundierte Berufsorientierung zum festen Bestandteil der Schulen. Die Lüneburger Oberschule am Wasserturm setzt dabei auf feste Partnerschaften mit örtlichen Unternehmen. Das Ziel: Die Schüler sollen so ganz praxisnah Gelegenheit bekommen, in möglichst viele unterschiedliche Berufe Einblicke zu erhalten, gleichzeitig können die Unternehmen den Jugendlichen eine Tätigkeit bei ihnen schmackhaft machen und so im Idealfall ihre Fachkräfte von morgen finden. Jetzt hat die Schule ihren siebten Kooperationsvertrag geschlossen – mit der Lüneburger Gesundheitsholding.

Für Rektor Uwe Wegener steht fest: „Durch die Kooperation gewinnen beide Seiten etwas, was sie sonst nicht hätten.“ Für die Schüler sind es zum Beispiel Tipps der Personalverantwortlichen, die ihnen darlegen, worauf es bei Bewerbungen ankommt oder wie sie bei einem Vorstellungsgespräch auftreten. Bei Betriebsbesichtigungen sprechen sie mit Praktikern über deren Berufsalltag, ob nun Pflegekraft, Bademeister oder Tischler – die Bandbreite bei der städtischen Tochtergesellschaft ist groß. Sie bekommen mit, welche beruflichen Chancen ihre Heimatregion bietet.

Berührungsängste sollen abgebaut werden

Holding-Chef Rolf Sauer sieht den Gewinn, „dass wir schon früh mit jenen jungen Menschen in Kontakt kommen, auf die wir zukünftig verstärkt bauen – gerade in der Pflege“. Noch sei dort jeder zweite Azubi ein Abiturient, doch diese Quote werde wohl nicht dauerhaft gehalten. Zudem würden Abiturienten später häufig noch ein Studium anschließen und fielen damit erstmal wieder weg als Fachkraft in der Pflege. Auch sollen Berührungsängste abgebaut werden, die es zum Beispiel mit der Psychiatrie gebe. Bei annähernd 90 Ausbildungsplätzen, die jedes Jahr in den verschiedenen Untergesellschaften der Gesundheitsholding zu besetzen sind, ist der Bedarf an Nachwuchs entsprechend groß.

Und auch die Lehrer haben die Möglichkeit, Betriebspraktika zu absolvieren. Dann können sie ihren Schülern noch realitätsnäher vermitteln, was sie in einem Beruf womöglich erwartet.

Von Alexander Hempelmann