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Die Baustelle für die Arena Lüneburger Land an der Lüner Rennbahn. Kommende Woche sollen die Rohbauarbeiten beginnen. Foto: be
Die Baustelle für die Arena Lüneburger Land an der Lüner Rennbahn. Kommende Woche sollen die Rohbauarbeiten beginnen. Foto: be

Der Boden ist zu nass

Lüneburg. Die Zwangspause auf der Baustelle für die Arena Lüneburger Land hatte nicht nur mit dem Frost zu tun, wie jetzt Hans-Richard Maul dem Hochbauausschuss des Lüneburger Kreistags am Mittwoch mitteilte. Der Servicebereichsleiter Maul, dem auch die Gebäudewirtschaft untersteht, berichtete, dass sich der beauftragte Bodengutachter wohl „verschätzt“ hätte. Entgegen der ursprünglichen Annahme laufe das Grundwasser in dem Bereich des Arena-Grundstücks höher auf. So hatte der Tiefbauer bereits vergangene Woche mit eindringendem Grundwasser auf der Baustelle zu kämpfen. Maul zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass der Zeitplan für den Bau eingehalten werde. Dabei ist es offenbar nicht die einzige Unwägbarkeit, mit der die Baufirmen derzeit zu tun haben.

Auf LZ-Nachfrage sagte Maul: „Nach dem Bodengutachten soll der Grundwasserstand auf dem Baugrundstück zwischen 3,1 und 4,1 Metern liegen. Bei Aushub der Baugrube für den Keller wurde festgestellt, dass er derzeit durch die nasse Witterung bei 3,1 Metern liegt.“ Die Folge: Der Grundwasserspiegel müsste nun „geringfügig abgesenkt“ werden, um das Einbringen einer Sandschicht als trockene Arbeitsfläche zu ermöglichen. Danach könne die Kellersohle aus Beton hergestellt werden. „Die Absenkung erfolgt in der Baugrube für den Keller durch das Setzen von Lanzen am Rand der Baugrube und wird zirka vier Wochen dauern. Die Maßnahme wird zu Beginn der Rohbauarbeiten durchgeführt“, sagte Maul gegenüber der LZ. Die Mehrkosten für die genannten Maßnahmen würden sich laut Maul „im unteren fünfstelligen Bereich“ bewegen.

Reste einer alten Asphaltdeckschicht aufgetaucht

Außerdem müssen Teile des Bodens ausgetauscht werden, um die Tragfähigkeit für den Arenabau zu gewährleisten. Im Zuge von Umplanungen seien ergänzende Erdbauarbeiten erforderlich. Dabei müssen zusätzlich alte Bauschuttablagerungen eines Vorgängerbaus entfernt werden, sagte Maul gegenüber dem Ausschuss. Daneben seien im Untergrund auch Reste einer alten Asphaltdeckschicht aufgetaucht. Auf die Nachfrage eines Kreistagsabgeordneten, ob auf dem Gelände auch mit Rückständen aus Wehrmachtszeiten zu rechnen sei, entgegnete Maul: „Ich kann Sie beruhigen: Wir haben nur Bauschutt gefunden, keine Panzer.“

Auf Nachfrage des Abgeordneten Hans-Detlef Jacobi (CDU), ob das Gelände angesichts des zweifelhaften Bodengutachtens zumindest vom Kampfmittel­räumdienst untersucht worden sei, um etwa Blindgänger von Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg aufzuspüren, sagte Maul: „Das haben wir vorher abgeklärt.“ Eine Untersuchung vor Ort sei nicht notwendig gewesen. Auf LZ-Nachfrage wurde er konkreter: Für das Arena-Grundstück wurde laut Maul im Jahr 2016 eine Luftbildauswertung durchgeführt durch die Regionaldirektion Hameln-Hannover des Landesamts für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN), den Kampfmittelbeseitigungsdienst und eine Bewertung durch einen Kampfmittelbergungsdienst. „Als Ergebnis wurde mitgeteilt, dass auf dem Arena-Grundstück bei der Auswertung keine Kriegseinwirkungen festzustellen waren und daher von Seiten des LGLN für diesen Bereich keine Gefahrenerforschungsmaßnahmen empfohlen wurden.“

Von Dennis Thomas

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