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Erhebliche Schäden weist auch die Oberfläche der Kreisstraße 29 zwischen dem Elbe-Seitenkanal und Brietlingen auf. Foto: t&w

„Sommerfrost“ hinterlässt Risse im Asphalt

Embsen. Nahezu komplett überarbeiten musste der kreiseigene Betrieb Straßenbau und -unterhaltung (SBU) seine Prioritätenliste für die Sanierung von Kreisstraßen ab 2020. Der Grund sind überraschend aufgetretene, erhebliche Schäden an einigen Strecken. Auslöser ist den Straßenbauern zufolge vermutlich die extreme Trockenheit im vergangenen Sommer.

Bei einer Überprüfung der Kreisstraßen im Herbst stellten der technische Leiter des SBU, Rüdiger Scholz, und seine Kollegen Absackungen und „zum Teil klaffende Risse“ auf einigen Strecken fest, die zuvor noch in einem guten Zustand waren. „So etwas habe ich noch nicht erlebt, teilweise ließ sich eine Hand in die Risse stecken“, berichtete Scholz am Dienstag in der Sitzung des Betriebs- und Straßenbauausschusses des Kreistags. Betroffen seien vor allem die Kreisstraße 29 zwischen dem Elbe-Seitenkanal und Brietlingen sowie die Kreisstraße 3 zwischen Wendewisch und Barförde.

Plötzlich auftretende Risse

Beobachtet worden sei das Phänomen der plötzlich auftretenden Risse vor allem in Gegenden mit feuchtem Untergrund wie torfhaltigen Böden oder in Flussnähe. „Ähnliche Erfahrungen haben auch die Kollegen in anderen Landkreisen und bei der Landesbehörde für Straßenbau gemacht“, sagte Scholz. Bereits im vergangenen Sommer hatte die Landesstraße 219 zwischen Hittbergen und Lüdersburg wegen tiefer Risse in der Fahrbahn kurzfristig gesperrt und ausgebessert werden müssen. Auch hier werden Hitze und Trockenheit als Ursache gesehen.

Trocknet ein feuchter Boden aus, „schrumpft“ der Untergrund und eine darauf verlaufende Straße sackt ab. „Zudem sorgt das Wasser im Boden für Auftrieb beim Straßenkörper, ähnlich wie bei einem Boot“, erklärte Scholz am Rande der Sitzung. Fällt der Auftrieb weg, sackt die Straße ab. Weil die Straßenschäden zumindest äußerlich vergleichbar mit denen sind, die im Laufe eines Winters entstehen, sprechen einige Straßenbauer bereits vom „Sommerfrost“.

Die neue Prioritätenliste

Einstimmig beschloss der Ausschuss die neue Prioritätenliste, die ab 2020 umgesetzt werden soll. Als erstes saniert werden demnach:

  • Kreisstraße 29, Brietlingen-Elbe-Seitenkanal, Länge, 3,6 Kilometer, Kosten: 806.000 Euro;
  • K 30, Einmündung K 51 – Klappbrücke Bardowick, 640 Meter, 146.000 Euro;
  • K 37, Einmündung K 40 –Deutsch Evern, 2,3 Kilometer, 446.000 Euro;
  • K 53, Erbstorf bis Abzweig Scharnebeck sowie Kreisel Schiffshebewerk bis Abzweig K 29, 2,4 Kilometer, 480.000 Euro;
  • K 39, Ortsdurchfahrt Rulls­torf, 870 Meter, 255.000 Euro;
  • K 3, Barförde-Wendewisch, 2,0 Kilometer, 343.000 Euro.

Aufgeführt werden in der Prioritätenliste des kreiseigenen Betriebes diejenigen Maßnahmen, für die keine Förderung nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) des Landes vorgesehen ist. Die Straßensanierungen muss zu 100 Prozent der Landkreis bezahlen. Geförderte Maßnahmen werden im Mehrjahresprogramm aufgelistet, dass der Ausschuss ebenfalls einstimmig beschlossen hat (mehr dazu lesen Sie in der Freitagausgabe der LZ).

Von Malte Lühr