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Der Bauwagen der Kita brannte nieder, die Kinder hatten ihre Bleibe verloren. Die Eltern haben gesammelt, um einen neuen Wagen anschaffen zu können. Foto: A/be

Windelmann steht vor Gericht

Lüneburg. Von Montag, 11. Februar, an muss sich der sogenannte Windelmann vor dem Landgericht verantworten. Der damals 34-Jährige hatte gestanden, Mitte Oktober vorigen Jahres den Bauwagen des Naturkindergartens am Ochtmisser Kirchsteig angezündet zu haben. Davor war er immer wieder aufgefallen, weil er aus Kindergärten Windeln gestohlen und sie in Telefonzellen in der Stadt verteilt hatte. Das Gericht verhandelt den Fall ab 9.30 Uhr im Saal 121.

Der Mann aus der Klientel der Herberge gilt als psychisch gestört. Die Aktionen hätten auch dazu führen sollen, ihn als Patienten in der Psychiatrie aufzunehmen, hatte er erklärt. Doch das lief offenbar nicht so, wie er sich das vorgestellt hatte. Nach LZ-Informationen hatte sich der Mann wieder aus der Psychiatrie verabschiedet, weil er sich nicht richtig behandelt fühlte.

Unappetitliche Spur führt zum Verdächtigen

Der Angeklagte war aufgrund einer Besonderheit am Tatort ins Visier der Polizei geraten: Der Wohnungslose hatte seine Notdurft an der Kita hinterlassen. Bevor die Ermittler ihn abholen konnten, hatte er sich allerdings gemeinsam mit einem Betreuer selbst auf der Wache gestellt und sich zu seinen Taten bekannt. Er hatte unter anderem im August ein Dixi-Klo nahe einer Kita Auf der Höhe angesteckt. Zunächst war der Mann wieder frei gekommen, erst drei Wochen später hatte das Amtsgericht einen Haftbefehl aufgrund von Wiederholungsgefahr erlassen.

Wie berichtet, brannte damals der Bauwagen der Natur-Kita nieder, 15 Mädchen und Jungen verloren ihre Bleibe. Der Trägerverein erhielt Unterstützung: Das benachbarte Umweltbildungszentrum Schubz sowie der Hockey-Club hatten Räume angeboten. Timo Carl, Vorsitzender des Vereins, bedankt sich jetzt für die gute Zusammenarbeit mit dem Schubz: „Da konnten wir gleich nebenan Räume nutzen.“ Zudem freuen er und seine Mitstreiter sich, dass sie in den nächsten Tagen einen neuen Bauwagen als Unterkunft für die Mädchen und Jungen bekommen. Möglich wurde die Anschaffung über Spenden. ca

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