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Könnten neue Parkflächen im Gewerbegebiet Goseburg (hier links von der Schnellstraße) durch einen Brückenschlag zur Lüner Rennbahn erschlossen werden? Darüber machen sich derzeit Stadt und Landkreis Lüneburg Gedanken. Foto: be
Könnten neue Parkflächen im Gewerbegebiet Goseburg (hier links von der Schnellstraße) durch einen Brückenschlag zur Lüner Rennbahn erschlossen werden? Darüber machen sich derzeit Stadt und Landkreis Lüneburg Gedanken. Foto: be

Wo sollen Arena-Besucher parken?

Lüneburg/Adendorf. Es geht auch abends zu wie im Taubenschlag, wenn bei den produzierenden Gewerbebetrieben an der Lüner Rennbahn der Schichtwechsel ansteht. Al lein beim Frühstücks-Cerealien-Hersteller DE-VAU-GE fahren rund 150 Mitarbeiter in den Feierabend, 150 wiederum kommen zur Arbeit. In diesem Umfeld entsteht die Arena Lüneburger Land, die für bis zu 3500 Besucher zugelassen ist. Das für Ende Januar angekündigte Ergebnis des Verkehrsgutachtens lässt auf sich warten, auch die Parkplatzsituation ist noch nicht abschließend geklärt. Um die Media-Markt-Kreuzung mit dem späteren Besucherverkehr zur Arena nicht zu überlasten, wird über den Bau einer Rad- und Fußgängerbrücke über die Ilmenau nachgedacht, um Parkmöglichkeiten beim Gewerbegebiet Goseburg anzubinden.

Adendorfer warten auf Verkehrsgutachten

„Ich sehe keine Probleme, wenn unsere Parkplätze nicht missbräuchlich genutzt werden“, sagt Harald Arndt, kaufmännischer Geschäftsleiter der DE-VAU-GE auf LZ-Nachfrage. Insgesamt halte das Unternehmen rund 150 Parkplätze für seine Mitarbeiter im Drei-Schicht-Betrieb vor. Allerdings ist der Parkplatz nicht abgesperrt, wäre also genauso offen für Wildparker wie der Grüne Weg in Adendorf.

Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack wartet gespannt auf das Ergebnis des Verkehrsgutachtens, das der Landkreis als Bauherr der Arena bei der Ingenieurgemeinschaft Dr.-Ing. Schubert aus Hannover in Auftrag gegeben hat. Maack: „Wir haben dem Gutachter bei einem Abstimmungsgespräch unsere Anliegen mit auf den Weg gegeben.“ Die beträfen vor allem die Untersuchung der Media-Markt-Kreuzung im Zuge der B 209 und der Kreuzung am Bültenweg. Laut Landkreis soll „in etwa einem Monat ein Entwurf“ des Verkehrskonzeptes vorliegen.

Den Bau werde die Stadt Lüneburg aufgreifen

In einem früheren Verkehrsgutachten, als noch die Sallier Bauträger- und Verwaltungsgesellschaft mbH die Arena bauen sollte, wurde die Leistungsfähigkeit der Media-Markt-Kreuzung im Zuge des Besucherverkehrs beim Arena-Betrieb bezweifelt. Und noch vor einem Jahr ging die Kreisverwaltung davon aus, dass ein Ausbau der Kreuzung erforderlich sein könnte. Nach einer groben Schätzung war seinerzeit von Kosten in Höhe von rund einer Million Euro die Rede. Nun hat schon der Bau der Arena begonnen, ohne dass ein Verkehrskonzept vorliegt.

Auf LZ-Nachfrage heißt es nun vom Landkreis, dass ein Umbau „insbesondere der Media-Markt-Kreuzung wohl nicht mehr erforderlich werden wird“. Ein Grund dafür ist eine neue Brücke über die Ilmenau, die laut Erstem Kreisrat Jürgen Krumböhmer „einen wichtigen Beitrag zur Entlastung leisten würde“.

Krumböhmer verrät: „Es gibt die Überlegung, eine Rad- und Fußgängerbrücke über die Ilmenau zu bauen, und zwar in dem Bereich, wo die B4 über die Ilmenau verläuft.“ Den Bau werde die Stadt Lüneburg aufgreifen. Die Kosten sollen zu verschiedenen Anteilen von Stadt und Landkreis bezahlt werden. Zudem hofft der Kreis auf Fördermittel vom Land. Krumböhmer: „Die Brücke ergibt in vielerlei Hinsicht Sinn: Sie stellt eine Verbindung zu Adendorf und den Gewerbegebieten dar und ist auch eine touristische Ergänzung. Sie würde die Erschließung weiterer Flächen für Parkraum ermöglichen.“

270 Stellplätze entstehen auf dem Arena-Areal selbst

Rechtlich erforderlich ist der Nachweis von 700 Parkplätzen für die Arena – bei maximal 3500 Besuchern. Auf dem Arena-Gelände werden laut Stand vom Dezember zirka 270 Parkplätze zur Verfügung stehen. „Von Herrn Sallier werden aufgrund des Grundstückskaufvertrages cirka 100 weitere Parkplätze angeboten“, hieß es in einer Sitzungsvorlage der Kreisverwaltung. Weitere 130 Parkplätze wollte der Kreis bei der Firma Tofutown anmieten. Die Verhandlungen waren aber ins Stocken geraten, hieß es.

100 Parkplätze stünden gemäß eines bereits ausgehandelten Vertrags beim Behördenzentrum Ost zur Verfügung. Krumböhmer sagt dazu: „Die Tickets für Veranstaltungen in der Arena werden so verkauft, dass damit auch der HVV genutzt werden kann. Der Shuttlebus soll am Tag der Veranstaltungen vom Lüneburger Bahnhof über das Behördenzentrum zur Arena fahren. Das wird ein sogenannter Gelegenheitsverkehr, der unabhängig vom normalen Fahrplan nur fährt, wenn er gebraucht wird.“ Außerdem könne über das Ticket auch ein Parkplatz gebucht werden. Die so angebundenen Parkplätze könnten auf den Stellplatznachweis angerechnet werden.

Von Dennis Thomas

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