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Das Fährhaus in Hohnstorf ist geschlossen. Wie es mit dem beliebten Ausflugsziel an der Elbe weitergeht, soll sich in zwei Wochen entscheiden. (Foto: t&w)

Fährhaus ist wieder dicht

Hohnstorf/Elbe. Schon wieder steht das Hohnstorfer Fährhaus vor dem Aus. Erst vor gut einem Jahr hatte das Lokal seine Pforten am 15. Januar 2018 geschlossen. Doch das Ende des beliebten Ausflugsziels war vorläufig. Denn der Gastronom Sebastian Drossel pachtete das Fährhaus und eröffnete es vergangenen Sommer neu unter dem Namen „Hohnstorfer Likedeeler“ als Speiserestaurant. Doch jetzt, nur wenige Monate nach dem Start, verkündet er: „Es ist geschlossen.“ Und so wird es seinen Worten zufolge nach derzeitigem Stand der Dinge wohl auch bleiben.

Sebastian Drossel hat den Betrieb eingestellt, den Mitarbeitern gekündigt. „Ich bedauere die Entwicklung. Denn eigentlich war es mein Plan, langfristig in Hohnstorf zu bleiben“, sagt er. Alleine schon, weil die Lage an der Elbe für die Gastronomie wunderbar sei: Gäste haben einen tollen Blick auf die Elbe und die Lauenburger Altstadt.

Viel Publikum, aber Sanierungsbedarf

Die Voraussetzungen für den weiteren Betrieb würden im Grunde genommen stimmen, berichtet er. „Das Geschäft lief in den vergangenen Monaten und auch die Aussichten sind gut. Die Buchungen sind sogar sehr gut. Alleine für die Monate Juli, August und September habe ich Anfragen für zehn Hochzeitsfeiern“, erläutert Sebastian Drossel.

„Sollte das Fährhaus geschlossen bleiben, fehlt uns ein wichtiger Ort für Versammlungen.“
André Feit, Bürgermeister

Trotz der guten Perspektive sei bei ihm in den vergangenen Monaten die Entscheidung gereift, das Fährhaus zu schließen. Hintergrund sei, dass das Gebäude seinen Worten nach saniert werden müsse. „Das auf eigene Kosten zu machen, ist für mich wirtschaftlich nicht leistbar“, erklärt er. Doch mit dem Gebäudebesitzer gebe es bei dem Thema keine gemeinsame Basis, sagt er. Dennoch hofft Sebastian Drossel, dass er am Ende das Fährhaus vielleicht doch wieder eröffnen kann.

Entscheidung über Zukunft in zwei Wochen

Die Immobilie an der Elbe gehört den Lüneburger Unternehmern Horst und Erich Rothe. Horst Rothe sagt auf LZ-Anfrage, dass in zwei Wochen eine Entscheidung über die Zukunft des Fährhauses fallen werde.

Unterdessen wünscht sich Hohnstorfs Bürgermeister André Feit, dass dort weiterhin Gastronomie betrieben wird. „Sollte das Fährhaus geschlossen bleiben, fehlt uns ein wichtiger Versammlungsort“, betont er. Denn auf dem Saal des Gasthauses würden die Hohnstorfer Familienfeste wie Hochzeiten und Konfirmationen feiern. Die örtlichen Vereine und Organisationen nutzten überdies den Clubraum für Veranstaltungen, sagt er.

Doch nicht die Hohnstorfer profitierten von dem Lokal, meint der Bürgermeister. „Auch für den Tourismus ist es wichtig. So kommen Gäste von unserem Wohnmobilstellplatz ins Fährhaus und zahlreiche Radler, die auf dem Elberadweg, der meist befahrenen Fahrrad-Route in Europa, unterwegs sind, legen hier gerne einen Stopp ein und lassen sich bewirten“, so André Feit. „Die Leute kommen vor allem im Sommer her, um den tollen Elbblick zu genießen.“

Gemeinde kann nicht helfen

Er sagt aber auch, dass die Gemeinde nichts beitragen könne zum Erhalt des Gasthauses. Dennoch würde der Bürgermeister das endgültige Aus bedauern. „Zumal Herr Drossel auf einem guten Weg war, sein Restaurant zu etablieren und ins Dorfleben einzufügen.“

Von Stefan Bohlmann