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Bahnstrecke Bäume
Viel Grün wurde am Bahndamm zwischen Uelzener und Soltauer Straße nicht stehen gelassen. (Foto: be)

Der nächste Kahlschlag

Lüneburg. Zum Teil kräftige Baum- und Strauchrodungsarbeiten finden in diesen Tagen entlang der Bahntrasse Lüneburg-Soltau statt. Jetzt waren Arbeiter auf dem Abschnitt zwischen Uelzener und Soltauer Straße im Einsatz. An dem Vorgehen des Streckenbetreibers Osthannoversche Eisenbahnen AG (OHE) wurde Kritik laut.

„Hier wurde regelrecht tabula rasa gemacht“, empört sich Anwohner Pierangelo Maset, der sich sehr über das „undifferenzierte Abholzen“ ärgert. Auch hätte er sich vor Beginn der Arbeiten eine Information durch die OHE gewünscht.

„Es geht um die Sicherheit des Bahnverkehrs“, erläutert OHE-Betriebsleiter Sebastian Schülke die Arbeiten. Weil es in der Vergangenheit immer wieder zu Behinderungen im Bahnverkehr durch umgefallene Bäume gekommen sei, habe man sich jetzt zu dieser Maßnahme entschieden. „In den vergangenen Jahren ist kaum etwas gemacht worden, deshalb fallen die Arbeiten umfangreicher aus“, sagt Schülke. Das sehe anfangs zunächst „immer wild“ aus, wachse aber schnell wieder nach. „Dafür ist dann für die nächsten fünf bis zehn Jahre wieder Ruhe.“

Hinzu komme, dass Anwohner sich zum Teil darüber beschwert hätten, dass ihre an den Bahndamm grenzenden Gärten zuwachsen würden, ergänzt Schülke. Von einem „Kahlschlag“ könne man seiner Ansicht nach nicht sprechen, „die größeren Bäume lassen wir stehen“. Damit halte man sich auch an die Lüneburger Baumschutzsatzung. Allerdings prüfe man noch, ob man dazu wegen der Verkehrssicherungspflicht des Unternehmens überhaupt verpflichtet sei.

Anwohner Maset fordert vor dem Hintergrund des Artensterbens insgesamt mehr Sensibilität bei solchen Arbeiten. Aus seiner Sicht wurde in den vergangenen Jahren ohnehin zu viel abgeholzt. „Dabei gehen wertvolle Rückzugsräume verloren.“ In Lüneburg werde zwar viel über Nachhaltigkeit gesprochen, „dann sollte man aber auch da­rüber mal neu nachdenken“. Zuletzt gab es auch Kritik an Baumfällungen in der Goseburg.

Die OHE erklärte, die Arbeiten an den Schienen noch bis Ende Februar fortzusetzen.

Von Ulf Stüwe