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Grundschule Neetze
Die Grundschule in Neetze wird baulich fit für die Zukunft gemacht. Dafür will die Samtgemeinde Ostheide als Schulträger bis zu vier Millionen Euro investieren. Zuschüsse soll es vom Bund geben. (Foto: be)

Neetze schaltet einen Gang höher

Neetze. Die Grundschule in Neetze soll großzügig modernisiert und erweitert werden, die Arbeiten dazu möglichst noch im Herbst beginnen. Doch bevor die Handwerker loslegen können, sind zunächst die Gutachter am Zug: „Wir sind aktuell dabei, ein Bodengutachten erstellen zu lassen“, sagt Samtgemeindebürgermeister Norbert Meyer (SPD). Die Experten prüfen unter anderem die Tragfähigkeit des Bodens zwischen den beiden Altgebäuden. Denn dort soll der Neubau entstehen – als „neue Mitte“ der Schule.

Mit dem Fahrstuhl in alle Stockwerke

Neben dem Treppenaufgang ist eine sogenannte „Lerntreppe“ vorgesehen – für Veranstaltungen, für Unterricht oder einfach auch nur für die Schüler zum Verweilen. Geplant ist ferner eine Aula mit Bühne, eine Bibliothek auf der Galerie und ein Pausenraum. „Die jetzige Aula wird dann umfunktioniert zu Klassen- und Differenzierungsräumen“, erklärt Meyer die Planungen.

Auch das Problem mit der fehlenden Barrierefreiheit haben die Architekten gelöst – dazu soll ein Fahrstuhl eingebaut werden, der alle Stockwerke miteinander verbindet. Für den Betrieb der Ganztagsschule ist auch eine Mensa mit Ausgabeküche vorgesehen.

Zurzeit sind im Altbestand aber auch Experten des Bremer Umweltinstituts unterwegs. Sie prüfen das Gebäue auf mögliche Schadstoffbelastungen. „Die Ergebnisse werden vermutlich Ende Februar vorliegen“, sagt der Ostheider Rathauschef, dann entscheidet sich auch, ob und was saniert werden muss.

Heizungsanlage auf dem Prüfstand

Auf dem Prüfstand befindet sich zudem die Brandschutzmeldeanlage und die Haustechnik. „Wir lassen prüfen, ob die vorhandene Heizungsanlage ausreichend groß dimensioniert ist, um auch den künftigen Neubau mitzuversorgen oder ob wir auch hier nachrüsten müssen“, erläutert Meyer.

Wenn all diese Informationen – vom Bodengutachten über die Schadstoffuntersuchungen bis hin zur Überprüfung der Heizungsanlage – vorliegen, „wird es noch einmal eine abschließende Kostenermittlung geben,“ berichtet der Samtgemeindebürgermeister das weitere Vorgehen.

Bislang geht die Samtgemeinde von Baukosten in Höhe von knapp vier Millionen Euro aus. 3,5 Millionen Euro sind im Haushalt bereits eingestellt.

Damit ist der Umbau der Neetzer Grundschule der bislang finanziell dickste Brocken in der Geschichte der Samtgemeinde Ostheide und toppt sogar noch die Kosten des Wiederaufbaus der Samtgemeindeverwaltung in Barendorf, die im November 1999 durch ein verheerendes Feuer zerstört worden war. Damals musste die Kommune 6,75 Millionen Mark bezahlen – umgerechnet also 3,35 Millionen Euro.

Gemeinde rechnet mit hohen Zuschüssen

Die jetzt geplanten Investitionen in den Schulbau in Neetze sind aus Sicht von Politik und Verwaltung jedoch gerechtfertigt: Denn in den vergangenen Jahrzehnten wurde an die Schule immer wieder nur „stückchenweise“ angebaut, von einem homogenen, durchdacht geplanten Gebäude kann deshalb kaum die Rede sein. Das soll sich jetzt aber mit dem Neu- und Umbau endlich ändern.

Mit 500 000 Euro Zuschüssen aus dem Kommunalen Investitionspaket des Bundes und aus der Kreisschulbaukasse rechnet die Samtgemeinde. „Da unsere liquiden Mittel alleine nicht reichen, werden wir rund 2,5 Millionen Euro über Kredite finanzieren müssen“, erklärt Meyer abschließend.

Von Klaus Reschke