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Baumstraße Herberge
Die Diakonie will einen Vertrag mit den Nachbarn in der Baumstraße schließen. (Foto: be)

Unterkunft öffnet bald

Lüneburg. Die Außenstelle der Herberge an der Baumstraße könnte Ende März ihren Betrieb aufnehmen. Davon geht der Geschäftsführer des Trägers Lebensraum Diakonie, Michael Elsner, aus. Neben Wohnungslosen können auch Studenten dort einziehen. Ein entsprechendes Konzept hatte Elsner vor zwei Monaten bei einer Anwohnerversammlung umrissen. Er geht davon aus, dass Stück für Stück bis zu 15 Frauen und Männer ins Haus einziehen.

Wie berichtet, hatte sich eine Bürgerinitiative gegründet: Anwohner hatten aus der LZ von den Plänen erfahren und fühlten sich überrumpelt. Zudem sehen sie ihre Straße bereits jetzt belastet an, es gebe drei Häuser mit problematischen Mietern sowie ein Bordell. Diese Klientel beziehe man beispielsweise bei Straßenfesten mit ein. Noch mehr – zumindest in dieser Art und Weise – verkrafte die Nachbarschaft nicht. Von der Sorge, zum „sozialen Brennpunkt“ zu werden, war die Rede.

Herberge braucht einen neuen Leiter

Es hatte daraufhin Gespräche mit Anwohnern und Sozialdezernentin Pia Steinrücke gegeben, nach mehreren Treffen zeichnet sich ein Kompromiss ab. Eben den will Elsner nun in einem Vertrag mit den Nachbarn schließen. So soll es in Absprache mit der Stadt beispielsweise einen Beirat für das Quartier geben, der dann auch für umliegende Straßen im Wasserviertel mitreden soll.

Hintergrund der Pläne ist der Anstieg der Obdachlosenzahlen. In einer Vereinbarung hat die Stadt unter anderem die akute Unterbringung in der sogenannten Gefahrenabwehr an den Herbergsverein delegiert. Statt 35 Plätzen muss der Verein seit Monaten bis zu 50 vorhalten – das ehemalige Zuchthaus Beim Benedikt und die Baracke daneben sind längst voll. Die Baumstraße fungiert quasi als Ventil.

Aufgrund der Situation – viele der Klienten haben Drogen- und Alkoholprobleme, einige sind psychisch auffällig – hatten Mitarbeiter sogenannte Überlastungsanzeigen an ihre Chefs geschickt: Man sehe die Gefahr, fehlerhaft zu handeln. Elsner sagt nun, dass die Geschäftsleitung reagiert und Gespräche geführt habe. Es gebe Fortschritte.

Ein Rückschlag dürfte die Kündigung des Leiters der Herberge, Michael Grünwald, sein. Der Sozialarbeiter, erst im Herbst 2017 gekommen, geht Mitte 2019, bestätigt Elsner und nennt „familiäre Gründe“. Ein Nachfolger wird gesucht. ca