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Paulina Rosenbaum durfte gestern für eine kleine Rolle im ZDF-Krimi „Tage des letzten Schnees“ vor die Kamera. (Foto: t&w)

Von der Schule vor die Kamera

Lüneburg. Am Vormittag stand noch eine Deutscharbeit in der Schule an. „Die ist ganz gut gelaufen“, sagt Paulina Rosenbaum lächelnd. Am Nachmittag folgte ein großes Abenteuer: Die zehnjährige Schülerin der Wilhelm-Raabe-Schule stand gestern in Adendorf in einer aufwändigen Fernsehproduktion für das ZDF, die Verfilmung des Krimis „Tage des letzten Schnees“ von Jan Costin Wagner, für ihre erste kleine Rolle vor der Kamera.

Vor allem in Frankfurt/Main und Hamburg dreht Regisseur Lars-Gunnar Lotz den Thriller, der in der Reihe „Fernsehfilm der Woche“ im Zweiten gezeigt werden soll. In den Hauptrollen dabei sind unter anderem Henry Hübchen („Sonnenallee“) und Bjarne Mädel („Der Tatortreiniger“). In dieser Woche wurde das große Filmteam auch am Feuerwehrhaus in Adendorf gesichtet. „Da wurden Särge herein- und herausgetragen“, berichtete ein Passant. Gestern stand der Dreh am Adendorfer Eisstadion auf dem Programm.

Erfahrungen in Werbespots gesammelt

Bei dem kam Paulina Rosenbaum ins Spiel. Schon als Baby hatten ihre Eltern sie bei einer Castingagentur angemeldet. Werbefotos, etwa für den Discounter Lidl, hat sie schon gemacht, bei einem Spot für den Lebensmittelriesen Nestlé stand sie vor der Kamera. Beim Casting für „Die drei !!!“ kam sie nicht zum Zuge („Ich war für die Rolle zu jung.“), auch nicht bei „Vier zauberhafte Schwestern“ („Da war ich zu alt.“).

In „Tage des letzten Schnees“ spielt Paulina Rosenbaum „Laura“, die Freundin der gleichaltrigen „Anna“. Gemeinsam kommen die beiden aus dem Eisstadion, „Anna“ steigt zu ihrem Vater Lars Eckert, gespielt von Barnaby Metschurat, ins Auto: Wenig später kommt „Anna“ bei einem Autounfall ums Leben. „Ich bin ein bisschen nervös“, gestand Paulina gestern bei einem kurzen Besuch in der LZ. Im Stadion waren auch noch Nachwuchs-Eishockey-Cracks des Adendorfer EC zu sehen.

„Annas“ Unfall passiert auf der Kreisstraße 59 zwischen Brackel und Schmalenfelde in der Samtgemeinde Hanstedt, die dafür – das ist real – noch am 28. Februar und 1. März gesperrt ist. Der „Tod“ ihrer Freundin beschert Paulina Rosenbaum dann in ein paar Tagen noch einen zweiten Einsatz vor der Kamera – bei deren Beerdigung.

Berufswunsch Schauspielerin

„Die Schule geht natürlich gegenüber dem Filmen vor“, betont Mutter Annett Rosenbaum, „aber solange sich Castings und Termine damit vereinbaren lassen, ist das für uns okay.“ Mit zehn Jahren ist Paulinas berufliche Zukunft noch weit weg – aber Gedanken macht sie sich schon. „Schauspielerin kann ich mir vorstellen“, sagt sie. Allerdings: Eher im Theater als beim Film.

Auch auf der Bühne hat die Zehnjährige schon ein bisschen Erfahrung: Als das Theater Lüneburg 2017 das Weihnachtsmärchen „Das Sams“ auf die Bühne brachte, war Paulina Rosenfeld mit Mitschülern der Schule Im Roten Felde dabei. In einem Kinderensemble des „Theaters im e.novum“ will sie künftig Schauspielerfahrung sammeln.

In einem packenden Krimi spielt sie eine kleine Rolle, das weiß Paulina Rosenbaum, die sich bei „Wikipedia“ über die Handlung von „Tage des letzten Schnees“ schlau gemacht hat, genau. Ein rätselhafter Unfall, Mord, Intrigen kommen vor. „Ein Horrorfilm“, sagt Paulina lachend – ob sie den dann überhaupt im Fernsehen sehen darf, das ist noch nicht heraus. „Aber zumindest die Szenen, in denen sie zu sehen ist“, sagt Mutter Annett.

Von Ingo Petersen