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Grundschule Echem
Architektin Birgit Meyer-Thaut und Bürgermeister Laars Gerstenkorn stehen an der Stelle, an der der Neubau errichtet wird. (Foto: t&w)

Echem erhält wieder eine Grundschule

Echem. Den meisten Echemern fällt sicherlich ein Stein vom Herzen. Fast zwei Jahre nach dem verheerenden Feuer, bei dem in der Nacht auf Gründonnerstag 2017 die Grundschule des Elbdorfes niederbrannte, hat die Samtgemeinde Scharnebeck als Schulträger beim Landkreis Lüneburg jetzt den Antrag für den Neubau des Gebäudes am alten Standort eingereicht. Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn hat gestern die von Architektin Birgit Meyer-Thaut vorbereiteten Pläne unterzeichnet. Mit dieser Unterschrift endet für viele im Ort die lange Zeit der Unsicherheit und des Wartens. Transparente am einstigen Schulzaun zeugen davon: „Ich vermisse meine Schule“ und „Wir wollen unsere Schule zurück“ ist auf diesen zu lesen.

Geduld war in den vergangenen knapp 23 Monaten gefragt. Nach zum Teil kontroversen Diskussionen in den politischen Gremien der Samtgemeinde, ob der Schulstandort Echem überhaupt erhalten bleiben, das Gebäude an Ort und Stelle oder doch lieber alternativ woanders aufgebaut werden soll, und zahlreichen Gesprächen der Verwaltung mit der Versicherung über die Regulierung des Brandschadens, geht es für Echem nun auf die Zielgerade.

Neubau für Einzügigkeit ausgelegt

„Das neue Schulgebäude wird dem alten äußerlich und in der Raumanordnung ähneln. Eingänge, Fahrradschuppen und Parkplatz bleiben wie bisher“, sagt die Architektin. Unterschiede gibt es jedoch bei der Größe. „Im Neubau wird es ein wenig mehr Platz geben“, so Birgit Meyer-Thaut. So gibt es künftig etwa einen Fachunterrichtsraum, über den das vorherige Gebäude nicht verfügte. „Allerdings hatten wir schon vor dem Brand über die Notwendigkeit diskutiert, ein solchen Fachraum zu errichten“, berichtet Gerstenkorn. Etwas größer als vorher werden das Lehrerzimmer und die Turnhalle. „Die Sporthalle ist nicht wettkampfgerecht, doch in ihr kann unter anderem Volleyball, Badminton, Tischtennis und Fußball gespielt werden“, erläutert die Architektin.

Das neue Schulgebäude ist für die Einzügigkeit ausgelegt. Dementsprechend entstehen: vier Klassen- und zwei Gruppenräume, ein Lehrerzimmer, ein Materialraum, eine multifunktionale Aula, die auch als Pausenhalle, Besprechungsraum und Bücherei genutzt werden kann.

Zwei Millionen Euro von der Versicherung

Der Neubau der Schule inklusive Inventar wird voraussichtlich 3,9 Millionen Euro kosten. Die Versicherung bietet der Samtgemeinde nach derzeitigem Stand für den Wiederaufbau des abgebrannten Gebäudes zwei Millionen Euro an, wobei noch Gespräche über die endgültige Höhe der Summe mit dem Versicherungsunternehmen anstehen, kündigt der Bürgermeister weitere Verhandlungen an.

Birgit Meyer-Thaut hofft, dass zum Schuljahresbeginn 2020/21 Leben in die neue Schule einzieht. „Es wäre mein Wunsch, dass der Unterrichtsbetrieb dann im Neubau beginnen kann“, sagt die Architektin. Sie verweist jedoch auch darauf, dass es zum jetzigen Zeitpunkt schwierig ist, einen konkreten Fahrplan aufzustellen. „Es wäre schön, wenn die Baugenehmigung noch vor den diesjährigen Sommerferien vorliegt.“

Von Stefan Bohlmann

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