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Die Straße Im Dorfe in Oerzen ist in keinem guten Zustand, das beklagen Bürger seit Jahren. Foto: t&w

Vom Wort mit „S“ bis zum Recyclingkunststoff

Embsen. Dass er sich auf heikles Terrain begeben würde, hatte Peter Rowohlt vermutet. „Ich bin mit einem fremden Mann durch die Fliederstraße in Oerzen gegangen “, berichtete der Embsener Gemeindedirektor während der jüngsten Sitzung des Gemeinderates im Gasthaus Stumpf. Das sei von den Anwohnern sofort bemerkt worden. „Die Leute haben gefragt, was wir hier machen. Da herrschte die blanke Panik.“

„Wir nehmen Beschwerden ernst, weil wir da ja auch in der Haftung sind“

So läuft es wohl, wenn das Thema Straßenausbaubeitragssatzung landauf landab diskutiert wird. Bürger sind in Sorge, dass sie für die marode Straße vor ihrem Haus tief in die Tasche greifen müssen. Ob das auch in Oerzen so kommen wird, ist noch lange nicht ausgemacht. „Ich nehme das Wort mit dem „S“ nicht in den Mund“, erklärte Rowohlt klipp und klar. Stattdessen erläuterte er, was passiert war und weiter passieren wird: Bürger beschwerten sich seit Jahren über den Zustand der Straßen Im Dorfe und Fliederstraße. Also habe er sich mit einem Ingenieur die Sache angeguckt. „Wir nehmen Beschwerden ernst, weil wir da ja auch in der Haftung sind.“ Vorläufiges Ergebnis: Die Straßen seien „völlig kaputt“. Bohrproben sollen nun Aufschluss geben über den Zustand des Unterbaus, erst danach könne man die Kosten abschätzen. „Wir müssen mit den Bürgern in eine ganz offene Diskussion gehen“, schlug Rowohlt vor. „Dabei ist klar: Was wir für eine Straße entscheiden, muss für die anderen auch gelten.“ Der Betzendorfer Weg und der Häcklinger Weg etwa seien noch stärker sanierungsbedürftig.

Das Thema wird also im Bauausschuss wieder auftauchen

Andere Themen hakte der Rat mit einstimmigen Beschlüssen ab: Drei Haltestellen in Embsen werden in diesem Jahr dank Fördermitteln des Landes barrierefrei umgebaut. Ein Antrag für die Haltestelle Fliederstraße in Oerzen wird für 2020 gestellt, der Haltepunkt Im Dorfe fällt dann komplett weg. Im Baugebiet Eitelkamp sind abschließende Arbeiten zu erledigen: Der Wall wird begrünt, der Spielplatz gestaltet. Mit den Anwohnern wurden bereits Konzepte besprochen. Der Rat votierte jetzt dafür, Spielgeräte aus Recyclingkunststoff statt aus Holz anzuschaffen, da das Material deutlich langlebiger sei. Auf dem Eckgrundstück an der Einfahrt Eitelkamp sollen zwei doppelstöckige Stadtvillen entstehen. Abweichend vom Bebauungsplan gestattete der Rat eine flachere Dachneigung auf einem Nebengebäude.

Ärger gibt es wegen Müll und Krach in einem Wäldchen gegenüber der Schule: „Das ist eine Rauch-, Sauf- und Partyzone geworden“, sagte Rowohlt. An einem Runden Tisch sollen nun Schulsprecher, Lehrer, Anwohner und Ratsmitglieder nach Lösungen suchen.

Und schließlich bedeutet ein Motorschaden das Aus für den Kastenwagen der Gemeindearbeiter: Der Rat bewilligte 21.000 Euro für eine Neuanschaffung.

Von Ute Klingberg-Strunk