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So könnte die Arena Lüneburger Land aussehen. Am Montag soll die endgültige Entscheidung zum Bau fallen. Grafik: Landkreis Lüneburg/ Architekturbüro Bocklage & Buddelmeyer

Lüneburgs Arena wird um Millionen teurer

Lüneburg. Er habe noch „eine nicht ganz so positive Nachricht“, erklärte Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) am Montagnachmittag ganz am Ende der Kreistagssitzung: Beim Bau der Arena Lüneburger Land drohen „nicht unerhebliche Kostensteigerungen“. Eine genaue Summe ließe sich noch nicht beziffern, sagte Nahrstedt im Kreistag. Auf Nachfrage der LZ wurde er deutlicher: Eine Lücke „weit über eine Million Euro“ hätten neueste Berechnungen ergeben. In der Kreispolitik hieß es bereits, dass die Summe deutlich über zwei Millionen Euro liegen dürfte.

Als erster und einziger hatte im Kreistag Eckhard Pols (CDU) die Sprache wiedergefunden. „Jetzt ist die Katze aus dem Sack“, rief der Kritiker der aktuellen Planungen für die Multifunktionshalle in den Saal. „Die ganze Berechnung war Murks.“

Details sollen am 7. März vorliegen

Die neuesten Zahlen erhielt Nahrstedt erst am Freitag. Dass er darüber sauer ist, daraus machte er keinen Hehl. Die Details sollen am 7. März bei der nächsten Planungsbesprechung vorliegen. Danach will der Landrat die Kreispolitik direkt einbinden. So ist am 14. März eine Sitzung des Kreistags-Gremiums, das den Arena-Bau begleitet, vorgesehen. Noch im März wird der Kreisausschuss die finanzielle Lage beraten. Im April könnte der Kreistag zu einer Sondersitzung zusammenkommen, um wegen der höheren Kosten einen Nachtragshaushalt zu beschließen.

So geriet die eigentlich gute Nachricht dieses Tages in den Hintergrund. Der Landrat konnte nämlich die Genehmigung des Haushaltes für 2019 durch das Innenministerium bekanntgeben. Damit war es dem Landkreis eigentlich gelungen, seinen Part beim Entschuldungsvertrag mit dem Land vorzeitig zu erfüllen, da er zwei Jahre früher als vereinbart, 35 Millionen Euro an Belastungen abgebaut hatte.

Thema in der nächsten Sitzung des Stadtrates

Die Kostensteigerung für die künftige Heimstätte der Bundesliga-Volleyballer der SVG resultiert offenbar daher, dass beim Kreis nunmehr die Hochbaufachleute die Regie übernommen und bei den Planungsunterlagen etliche Defizite entdeckt haben. Derzeit wird nach LZ-Informationen auch geprüft, ob zur Senkung von Kosten auf einzelne Elemente in und an der Halle verzichtet werden kann, wenn sie nicht entscheidend für den Veranstaltungsbetrieb sind.

Zuletzt hatte Arena-Koordinator Jürgen Krumböhmer erst Anfang Dezember die Baukosten ein weiteres Mal nach oben korrigiert, da die Planer Anschlusskosten für Strom, Abwasser, Wasser und Gas „übersehen“ hatten. Am 18. Dezember gab der Kreistag mit breiter Mehrheit sein Okay für das damals (inklusive Umsatzsteuer) 19,4 Millionen Euro teure Projekt an der Lüner Rennbahn.

Von der neuen Kostenexplosion überschattet ist die Grundsteinlegung am nächsten Montag, zu der der Landkreis neben den Baubeteiligten ohnehin nur einen kleinen Kreis geladen hat.

Die Arena dürfte auch Thema in der nächsten Sitzung des Lüneburger Stadtrates werden. Dort dringen die Grünen auf eine Lösung der noch ungeklärten Verkehrsfragen.

Von Marc Rath

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