Aktuell
Home | Lokales | Stunk am Lerchenweg
Ärger gibt es in Barendorf um den Ausbau des Lerchenweges. Saniert wird der „alte“ Abschnitt, zahlen sollen jedoch auch Anwohner des „neuen“. Foto: t&w

Stunk am Lerchenweg

Barendorf. Auch wenn man die Straßenausbaubeitragssatzung als eigenständigen Punkt auf der Tagesordnung vergeblich suchte – genau wegen dieses Themas waren wohl die meisten Zuhörer zur jüngsten Ratssitzung erschienen. Denn seit Dezember vergangenen Jahres grummelt es mächtig in der Gemeinde Barendorf: Grund ist der Ausbau des „alten“ Lerchenweges, den nun auch die Anwohner des „neuen“ Lerchenweges mitbezahlen sollen – mehrere Tausend Euro pro Grundstück.

Das Vorhaben der Gemeinde ruft Protest hervor, und der wurde auch in der jüngsten Ratssitzung in der Bürgerfragestunde artikuliert: „Ich will wissen, wie die Ratsmitglieder das bewerten, dass die Anwohner im ‚neuen‘ Lerchenweg abkassiert werden sollen?“, fragte Anlieger Thomas Breuksch die anwesenden Gemeindevertreter. Wäre es nach ihm gegangen, hätte sich jedes Ratsmitglied erklären müssen.

Wir bieten das Gespräch an, das muss an dieser Stelle reichen“

Doch abgesehen davon, dass dazu keine allzu große Bereitschaft bei den Ratsmitgliedern erkennbar war, ließ Bürgermeister Kay Benson (BFB) das auch gar nicht erst zu. Er verwies vielmehr auf die vereinbarte Runde, bei der sich Anwohner des alten und des neuen Lerchenweges mit Vertretern der Fraktionen zum Gespräch treffen, um strittige Fragen zu klären. „Wir bieten das Gespräch an, das muss an dieser Stelle reichen“, konterte Benson Breukschs provokante Forderung.

Dass vor allem die Anwohner des „neuen“ Lerchenweges mit dieser Aussage nicht zufrieden waren, zeigte sich am Ende der öffentlichen Sitzung. Während sich die Ratsmitglieder in einen anderen Raum zurückzogen, um die nichtöffentlichen Tagesordnungspunkte abzuarbeiten, diskutierten einige Anwohner vor dem Sport- und Dorfgemeinschaftshaus weiter. „Warum hebt der Rat die Straßenausbaubeitragssatzung per Beschluss nicht einfach auf?“, wunderte sich eine Anliegerin. Die Möglichkeit dazu hätte der Rat, glaubt sie. Aus ihrer Sicht fehle es allein am politischen Willen. Dass drei Ratsmitglieder selbst im Lerchenweg wohnen – also ebenfalls zu denen gehören, die Beiträge zahlen müssen – mache die Sache nicht leichter, gab ein Zuhörer zu bedenken.

Vereinbarung kostet die Gemeinde jährlich 32.000 Euro

Einstimmig, bei einer Enthaltung (Bernd Hein/SPD), stimmte der Rat für den Abschluss einer Verwaltungsvereinbarung mit der Samtgemeinde Ostheide. Darin geregelt ist unter anderem, in welchem Umfang die Gemeinde bei Verwaltungstätigkeiten die Samtgemeinde in Anspruch nehmen kann. „Darüber hinaus soll auch die Funktion des Gemeindedirektors, die vielfach auch innerhalb der Arbeitszeit mit der hauptamtlichen Tätigkeit bei der Samtgemeindeverwaltung einhergeht, monetär ausgeglichen werden“, heißt es in der Vorlage für den Rat.

„Mit dieser Vereinbarung wurde nun ein fairer Ausgleich zu den Mitgliedsgemeinden in der Samtgemeinde Ostheide geschaffen, die den Gemeindedirektor selbst stellen und somit keine personelle Unterstützung durch die Samtgemeinde erfahren,“ erklärte Benson. Die jetzt verabschiedete Vereinbarung kostet die Gemeinde Barendorf jährlich 32.000 Euro.

Von Klaus Reschke

Neues Baugebiet

„Günstiges Wohnen“ in Barendorf

In Barendorf entsteht östlich „Auf dem Kiewitt“ ein neues Baugebiet mit 15 Grundstücken für Einfamilienhäuser sowie zwei Reihenhäusern mit jeweils vier Wohneinheiten zwischen 90 und 110 Quadratmetern. Um „günstiges Wohnen“ auch in Barendorf anbieten zu können, hat der Rat in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen, die Bauplätze für die Reihenhäuser zu geringeren Preisen an die Wohnungsgenossenschaft Lüneburg zu verkaufen. Der „Preisvorteil“ soll durch einen verminderten Mietzins an künftige Mieter weitergegeben werden.

Die CDU-Fraktion im Barendorfer Rat hat da jedoch ihre Zweifel, spricht von einer „Subvention im sechsstelligen Bereich“. Die Christdemokraten kritisieren zudem, dass die Gemeinde kein Mitspracherecht bei der Vermietung habe, auch nicht erkennen könne, nach welchen „Kriterien die geplanten Mietwohnungen vergeben werden sollen.“ Sie stimmte daher gegen den Verkauf der Teilfläche.

Mehr dazu:

Die Crux mit der Satzung

Ein teure Bescherung