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Ein typisches Bild vorm Augenzentrum am Moldenweg: Taxen, Mietwagen und Kurierdienste blockieren den Geh- und Radweg. Foto: us

Problem vor dem Ärztehaus

Lüneburg. Wer tagsüber durch den Moldenweg fährt, kennt die Situation: Sobald nur ein Auto am Straßenrand parkt, staut es sich im Nu. Das wissen auch Lüneburgs Taxi- und Mietwagenfahrer, die häufig das dortige Augenzentrum ansteuern und deshalb für ihre Kundschaft auch auf dem Geh- und Radweg halten. Dafür kassieren sie gelegentlich auch ein Knöllchen. Das wiederum ärgert Dorothee Krüger, deren Mutter auf den Rollstuhl angewiesen ist und sich regelmäßig mit Rollstuhltaxen zum Augenzen­trum bringen lässt.

„Wir müssen dort nur kurz halten, damit meine Mutter mit ihrem Rollstuhl ein- und aussteigen kann“, sagt Dorothee Krüger. Doch das wird mitunter teuer. 35 Euro sind fällig, wenn ihr Fahrdienst vom Ordnungsdienst der Stadt erwischt wird. Zwar gibt es ausreichend Parkplätze hinter dem Ärztehaus, doch der Weg dorthin führt durch eine Senke. Ihre Mutter den Weg bergauf zurück zum Eingang zu schieben, sei für sie ohne Hilfe aber nicht zu schaffen. Auch ein Halt auf der gegenüberliegenden Straßenseite komme für sie wegen des starken Verkehrs und der holprigen Straße nicht in Frage. „Außerdem sind dort fast immer alle Parkplätze besetzt. Ich verstehe deshalb nicht, warum die Stadt hier so wenig entgegenkommend ist“, sagt die Adendorferin, die sich eine Kurzparkzone vor dem Ärztehaus erhofft.

Nutzerkonflikt, den die Stadt nicht auflösen kann

Bei der Stadtverwaltung ist das Problem durchaus bekannt, „wir haben es dort allerdings mit einem Nutzerkonflikt zu tun, den wir als Stadt nicht auflösen können“, sagt Pressesprecherin Ann-Kristin Jenckel und verweist auf Beschwerden von Fußgängern und Radfahrern, die wegen der dort geparkten Autos regelmäßig bei der Stadt eingingen. „Darunter sind ebenfalls Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.“ Es sei daher nicht akzeptabel, dass dort auf dem Geh- und Radweg geparkt wird, deshalb werde es auch „entsprechend geahndet“.

Die vorhandenen privaten Parkflächen vor dem Gebäude auf die öffentlichen Geh- und Radwegflächen auszudehnen, sei ebenfalls nicht zulässig, erklärt die Pressesprecherin. Eine Lösung könne aus Sicht der Stadtverwaltung nur darin bestehen, dass die Praxis ihren Parkplatz derart anbindet, dass er von allen Patienten genutzt werden kann.

Für Christine Damms vom Management des Augenzen­trums wiederum stellt sich das Problem nicht. „Wir haben einen Behindertenparkplatz gleich neben dem Haus, der fast immer frei ist und von den Fahrdiensten genutzt werden kann.“ Außerdem sei man gern behilflich, wenn Patienten Hilfe benötigen, „sofern wir freie Kapazitäten haben“. Überlegungen, vom hinteren Parkplatz einen Zugang zur Arztpraxis zu schaffen, erteilt sie jedoch eine Absage: „In dem Bereich haben wir unsere OP-Räume, das ist völlig ausgeschlossen.“

Von Ulf Stüwe