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Der Projektleiter für den Hochbau, Tristan Majehrke (r.), und Bauleiter Ulrich Jarke verschließen den Grundstein. Foto: t&w

Baustopp wohl keine Option

Lüneburg. Gegenwind und kalte Füße hat Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) am Montag bei der Grundsteinlegung für die Arena Lüneburger Land nicht bekommen. Das lag zum einen daran, dass die kleine Feierstunde auf der Baustelle in einem Zelt stattfand, Gäste und Redner vor Kälte, Regen und Wind geschützt waren. Zum anderen überwog die Freude bei den Teilnehmern, dass der Bau des Millionen-Projektes endlich begonnen hat, dann doch über den Schock, den die Hiobsbotschaft über weiter steigende Kosten ausgelöst hatte. Wie berichtet, stellte sich vergangene Woche unerwartet heraus, dass die bisherige Kalkulation von 19,4 Millionen Euro einschließlich Umsatzsteuer für den Arena-Bau nicht zu halten ist, zusätzliche Kosten in noch unbekannter Höhe auflaufen werden.

Konkrete Zahlen wollte der Landrat bei der Grundsteinlegung nicht nennen. Er werde nicht in Salami-Taktik scheibchenweise immer neue Zahlen präsentieren. Aber: „Wir rechnen mit deutlichen Mehrkosten“, sagte er. Plan sei, so Nahrstedt weiter, am Donnerstag das Begleitgremium des Kreistages über die genaue Höhe der Kostensteigerung zu informieren, und aus diesem Gespräch heraus eine Vorlage für Kreisausschuss und Kreistag anzufertigen. „Mir ist es wichtig, dass die Kreistagsmitglieder als Erste von mir informiert werden, bevor die Informationen an die Öffentlichkeit gehen“, betonte der Landrat.

„Wir müssen diskutieren“

Das ist im Sinne von Alexander Blume, dem stellvertretenden CDU-Fraktionsvorsitzenden. Am Rande der Grundsteinlegung sprach er von einer ernsten Stimmungslage in seiner Fraktion: „Die Kostensteigerung kam für uns völlig überraschend. Wir müssen diskutieren.“ Er erhofft sich darüber hinaus Klarheit durch die von der CDU beantragte Akteneinsicht. Blume machte jedoch deutlich, dass sich trotz der Mehrkosten der grundsätzliche Bedarf für die Arena nicht ändere.

So sieht es auch der Kreistagsvorsitzende Rainer Dittmers (SPD). „Die Bevölkerung freut sich auf die Arena. Erstmal warten wir ab, was tatsächlich an Informationen im Begleitgremium kommt – zurzeit geistern mir zu viele unbestätigte Zahlen durch den Raum.“

Der Adendorfer, der bei der Grundsteinlegung seinen Bürgermeister Thomas Maack (SPD) vertrat, sagte zudem, dass die Gemeinde, in deren unmittelbarer Nachbarschaft die Arena entsteht, diese Halle definitiv wolle. „Eine Bauruine wird es auf keinen Fall geben. Es wird weitergebaut“, meinte Dittmers. Auch der Landrat geht nicht von einem Baustopp aus. In die Radio-Mikrofone sagte er während der Veranstaltung, er glaube, der Ausstieg aus dem Bauvorhaben wäre teurer als die zu erwartenden Mehrkosten. Außerdem, so erklärte er in seiner Rede, werde die Arena eine Bereicherung für die Region. „Wir haben lange geplant, und darum bin ich froh, dass wir den Hallenbau gewagt haben.“

„Halle soll auch für große Kulturveranstaltungen zur Verfügung stehen“

Für die Stadt Lüneburg sagte die Dezernentin für Bildung, Soziales und Jugend, Stadträtin Pia Steinrücke, zur Stärkung der Sportstadt Lüneburg werde die Arena einen wichtigen Beitrag leisten. Profitieren sollen aber nicht nur die Spitzensportler und deren Zuschauer. „Die Halle soll auch für große Kulturveranstaltungen zur Verfügung stehen. Und hoffentlich auch ausreichend dem Breitensport für besondere Turniere und Feiern“, so Steinrücke. Die Arena könne ein großartiges Aushängeschild über die Region hinaus werden, meinte sie. Nach den Worten von Manfred Nahrstedt plant der Bezirksschützenverband bereits für 2021 einen Niedersachsentag in der neuen Halle. „Gäste aus dem ganzen Land werden dann eingeladen. Das zeigt mir deutlich, dass die Menschen die Arena wollen.“

Das glaubt auch Klaus Hoppe. Der Geschäftsführer des künftigen Betreibers, der Campus Management GmbH, kündigte in seinem Grußwort an: „Die Arena wird ein Stimmungstempel.“ Und die Stadt Lüneburg nach der geplanten Fertigstellung 2020 noch ein Stück lebenswerter, so Hoppe. „Weil es dann endlich den einen großen Raum für Veranstaltungen gibt, der bisher fehlt.“

Kupferkapsel als Zeitdokument

Mit dem Grundstein kam eine Kupferkapsel als Zeitdokument in die Erde. „Dafür habe ich mir Zeitungsartikel gewünscht, die auf die lange Planungsgeschichte der Arena zurückblicken lassen“, so der Landrat. Ebenfalls enthalten: eine Planungsansicht des Baus, eine LZ-Ausgabe, eine Silbermünze des Landkreises, einige Euro-Münzen – und eine Autogrammkarte der SVG-Volleyballer, die Geschäftsführer Andreas Bahlburg beisteuerte.

Die LZ hat eine Drohne über der Arena-Baustelle fliegen lassen und zeigt mit einer Multimedia-Präsentation die Großbaustelle. Hier geht‘s zum Baustellen-Rundgang: www.landeszeitung.de/arena-baustelle

Von Stefan Bohlmann

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