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Samtgemeinde Gellersen Bürgermeister
SPD-Kandidat Jörn Krack (l.) und der Bewerber der Grünen, Oliver Glodzei. (Fotos: tonwert21.de, privat)

Der Kampf um das Rathaus

Reppenstedt. Drei Kandidaten sind es schon, die sich bei der Wahl am 26. Mai um das Amt des Bürgermeisters der Samtgemeinde Gellersen bewerben – mindestens vier könnten es am Ende sein. Nachdem Anikó Hauch bereits vor zwei Wochen von der FDP nominiert worden war, wurden am Donnerstagabend Jörn Krack von der SPD und Oliver Glodzei von den Grünen in ihren Mitgliederversammlungen jeweils einstimmig als Kandidaten gewählt.

Vorgezogene Wahl am 26. Mai

Die vorgezogene Wahl war notwendig geworden, weil der amtierende Samtgemeisterbürgermeister Josef Röttgers zum 30. April aus gesundheitlichen Gründen in den vorzeitigen Ruhestand versetzt wird. Die Wahl in Gellersen findet parallel zu den Bürgermeisterwahlen in Adendorf, Dahlenburg, Bardowick und Ostheide, zur Landratswahl und zur Europawahl statt.

Oliver Glodzei, 48 Jahre alt, Reppenstedter und von Beruf Unternehmensberater, hatte schon frühzeitig sein Interesse am Posten des Samtgemeindebürgermeisters signalisiert. In seiner Bewerbungsrede warb der stellvertretende Sprecher der Grünen-Fraktion im Gellerser Samtgemeinderat dafür, „Gellersen behutsam weiterzuentwickeln, als Gemeinschaft lebens- und liebenswerter Orte mit hervorragender Infrastruktur, die es zu erhalten gelte“.

Glodzei weiter: „Gellersen ist ausgesprochen kinder- und elternfreundlich, und das muss so bleiben, aber wir werden in Zukunft auch die einzig stark wachsende Bevölkerungsgruppe 65+ stärker in den Blick nehmen müssen. Sie und die Jugendlichen sollten aus meiner Sicht besser in die politischen Entscheidungen eingebunden werden. Beteiligungsmöglichkeiten sieht der Gesetzgeber vor. Wir müssen sie nur nutzen.“ Überhaupt solle mehr Tranzparenz und Teilhabe in die Rats- und Verwaltungsarbeit einziehen.

Behutsame Haushaltskonsolidierung

Während die Grünen in Heiligenthal tagten, saßen die Mitglieder des SPD-Ortsverbands im Restaurant „Alexander der Große“ in Kirchgellersen zusammen. Als Kandidaten stellten sich Jörn Krack, Ortsvereinsvorsitzender und sachkundiger Bürger im Ausschuss für Bau, Umwelt und Verkehr der Gemeinde Reppenstedt, sowie eine externe Kandidatin vor. Von den Mitgliedern diskutiert, allerdings verworfen, wurde auch, einen der anderen Kandidaten zu unterstützen.

Jörn Krack ist 48 Jahre alt, lebt in Reppenstedt und ist von Beruf Wirtschaftspsychologe. Nach erfolgter Wahl skizzierte er erste Punkte seines Wahlprogramms. So wolle er das begonnene Projekt „Breitbandausbau sorgfältig planen und zügig umsetzen“. Gleiches gelte für den „Kinder-Campus“ in Westergellersen oder die „Ortskerngestaltung“ mit Rathaus, Grundschule, Gellersen Haus in Reppenstedt.

Behutsame Haushaltskonsolidierung, nicht nur aus finanziellen Gesichtspunkten, sondern, um die Lebensqualität in Gellersen zu wahren, hat sich Jörn Krack auf die Fahnen geschrieben. Dazu gehören zum Beispiel auch kleine Maßnahmen wie mehr Sauberkeit durch eine Stärkung des Bauhofs.

CDU will nachziehen

Auch die CDU will einen Kandidaten ins Rennen um den Samtgemeindebürgermeistersessel schicken. In der vergangenen Woche hatte Steffen Gärtner, Wirtschaftsingenieur und ehrenamtlicher Bürgermeister von Südergellersen bestätigt, dass er sich dem Mitgliedervotum der CDU stellen wolle. Entscheiden wollen die Gellerser Christdemokraten über ihren Kandidaten am kommenden Dienstag, 19. März.

Ob die ebenfalls im Samtgemeinderat vertretene AfD einen Kandidaten aufstellen werde, sei noch nicht entschieden, erklärte AfD-Ratsherr Harald Subke auf Anfrage der Landeszeitung. Vorschläge für die Bürgermeisterwahl müssen in allen betroffenen Kommunen im Landkreis Lüneburg bis Montag, 8. April, 18 Uhr, vorliegen.

Von Ingo Petersen