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Arena-Kosten
Landrat Manfred Nahrstedt und Hans-Richard Maul, zuständiger Fachbereichsleiter bei der Kreisverwaltung, erläutern die Mehrkosten. (Foto: t&w)

Landrat lehnt Baustopp für die Arena ab

Lüneburg. Die Arena Lüneburger Land wird weitergebaut. Davon ist Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) überzeugt. „Es macht keinen Sinn, den Bau jetzt abzubrechen. Das würden den Landkreis Lüneburg rund zehn Millionen Euro kosten“, sagte der Chef der Kreisverwaltung am Montag bei einem Pressegespräch.

Auch schloss der Landrat personelle Konsequenzen nach der jüngsten Kostensteigerung aus. Derzeit geht die Kreisverwaltung davon aus, dass der Arena-Bau rund 25,7 Millionen Euro inklusive Steuern kosten wird. Darin enthalten ist auch ein 15-prozentiger Sicherheitsaufschlag. „Schließlich will ich nicht alle Vierteljahr vor dem Kreistag stehen und erklären, dass die Arena wieder teuer wird“, sagte Nahrstedt.

30 Millionen Euro in Sichtweite

Dass hatte er in den vergangenen Monaten öfter tun müssen. Noch Mitte Oktober hatte die Verwaltung mit dem Ersten Kreisrat Jürgen Krumböhmer als Projektleiter rund 16 Millionen Euro als Investitionssumme genannt – damals noch ohne Steuern sowie die jetzt aufgelaufenen Mehrkosten und den Sicherheitsaufschlag von 3,1 Millionen Euro.

Aktuelle Unterlagen der Kreisverwaltung, die der LZ vorliegen, beziffern die Gesamtkosten inklusive Steuern auf exakt 25 767 303,82 Euro. Rechnet man die nicht endgültig gelöste Parkplatz-Situation und die noch ungeklärte Verkehrswege-Frage hinzu, dürften die 30 Millionen Euro in Sichtweite sein.

„Reibungsverluste“ zwischen Planungsbüros

Als größten Kostenblock führt das Papier rund zwei Millionen Euro an, die aufgrund von „Reibungsverlusten“ zwischen Planungsbüros nicht eingeplant waren. Allein Schlosserarbeiten von 640 000 Euro seien nicht erfasst worden.

Für zunächst nicht entdeckten Bauschutt auf dem Gelände und einen „umfassenden Bodenaustausch“ fallen 600 000 Euro an. Rund eine halbe Million Euro zusätzlich werden für Architekten und Fachplaner veranschlagt. 120 000 Euro kommen hinzu, weil die Tragkonstruktion der Halle verbessert werden muss.

Der Kreistag dürfte nun einen Nachtragshaushalt verabschieden müssen, um die zusätzlichen Millionen durch Einsparungen oder eine erhöhte Kreditaufnahme zu finanzieren.

Arena-Koordinator gerät zunehmend in die Kritik

Ins Kreuzfeuer gerät zunehmend der Arena-Verantwortliche in der Verwaltung, Jürgen Krumböhmer. Mehrere Kreispolitiker werfen dem Stellvertreter des Landrates im Kreishaus Versagen bei den Arena-Planungen vor. Insofern dürften im nichtöffentlichen Kreisausschuss am 25. März und auf der Sondersitzung des Kreistages, die nach den Osterferien Ende April stattfinden soll, hitzige Debatten zu erwarten sein.

Von Marc Rath und Malte Lühr

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