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"Wir wollen den Ortskern stärken", sagt Bürgermeister Thomas Maack. Foto: t&w

Wachstum, aber in Grenzen

Adendorf. Die Gemeinde Adendorf ist attraktiv, die Gemeinde Adendorf wächst – aber das soll sie nicht unbegrenzt tun. Allein sechs Wohnbauvorhaben, vom Einfamilienhaus mit Doppelgarage bis zu mehreren Mehrfamilienhäusern, waren jetzt Thema in der jüngsten Sitzung des Ratsausschusses für Umwelt, Ortsentwicklung und Bauen. Und längst nicht alle wurden befürwortet.

Grund dafür war, dass die Gemeinde Ende Februar beschloss, für drei Quartiere, die bisher noch nicht durch Bebauungspläne reglementiert waren, B-Pläne „im beschleunigten Verfahren“ aufzustellen – die Bebauungspläne Nr. 46, 47 und 48. Dies gibt der Verwaltung ab sofort die Möglichkeit, beim Landkreis zu beantragen, strittige Bauvorhaben für ein Jahr zurückzustellen.

Wohnbebauung stärker in den Griff bekommen

In der jüngsten Ausschussitzung machten die Ratspolitiker von dieser Möglichkeit Gebrauch, stellten zwei Anträge für Mehrfamilienhäuser im Bereich des Bebauungsplans Nr. 47 zurück. Einstimmig sprachen sich die Ausschussmitglieder auch dafür aus, den Bebauungsplan Nr. 49 „Adendorf Nord“ auf den Weg zu bringen.

Die Wohnbebauung will die Gemeinde Adendorf stärker in den Griff bekommen, auch die Entwicklung des Einzelhandels, speziell im Ortskern entlang des Kirchwegs, soll stärker gesteuert werden. Auch dazu dient das Einzelhandelskonzept, dessen aktuellen Entwurf Diplom-Geographin Katharina Staiger von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) aus Hamburg vorstellte.

„Neuansiedlungen sind nicht sinnvoll“

Die Versorgung für den Bereich „Supermarkt, Lebensmitteldiscounter, Drogeriemarkt“ sieht Staiger in Adendorf als „mehr als ausreichend“, Neuansiedlungen seien nicht sinnvoll. Für die im Ortszentrum gelegenen Geschäfte sei aber eine Erweiterung denkbar. In der vorangegangenen Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Ortsentwicklung und Bauen im November hatte dieser noch mit großer Mehrheit beschlossen, sich für eine Hochstufung Adendorfs von einem „Grundzentrum“ zu einem „Grundzentrum mit mittelzentraler Teilfunktion“ auszusprechen.

Katharina Staiger riet davon jetzt ab. Eine Hochstufung würde außerhalb des „zentralen Versorgungsbereichs“ entlang des Kirchwegs Möglichkeiten zur Erweiterung geben. Im Interesse der gewollten Stärkung des Bereichs Kirchweg sei dies nicht erstrebenswert. Bürgermeister Thomas Maack (SPD): „Wir wollen den Ortskern stärken“. Das Einzelhandelskonzept soll nun noch weiter verfeinert werden, ehe darüber beschlossen wird.

Von Ingo Petersen