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Der Arena-Bau hat begonnen, doch unklar ist, wie teuer die Halle wird. (Foto: t&w)

Zahlen-Chaos auf der Arena-Baustelle

Lüneburg. Die Turbulenzen um die Arena Lüneburger Land nehmen an Heftigkeit zu. Erst am Montag hatte Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) den bereits in der vergangenen Woche von der LZ veröffentlichten Kostenanstieg um rund 6,3 auf 25,7 Millionen Euro bestätigt, jetzt kristallisiert sich heraus: Das Projekt hat bereits vor Monaten die 20-Millionen-Euro-Hürde gerissen, der Kreistag dem Mammut-Projekt offenbar auf Grundlage falscher Zahlen zugestimmt.

Das geht aus einer Gesamtkostenübersicht der bauausführenden Firma Ernst² vom 27. November 2018 hervor, die der LZ vorliegt. Demnach lagen die veranschlagten Kosten für Planung und Bau zu diesem Zeitpunkt bereits bei 16,1 Millionen Euro – ohne Steuern und Grundstück. Gegenüber dem Kreistag nannte die Verwaltung um den Ersten Kreisrat Jürgen Krumböhmer als Projektleiter jedoch weiterhin ein Investitionsvolumen von 14,4 Millionen Euro.

Prüfungsamt soll Vorgänge nun aufarbeiten

Der Landrat räumt ein, das „Zahlenmaterial“ gekannt zu haben. Zugleich sagt Nahrstedt: „Der Inhalt wurde teilweise falsch eingeschätzt. Auch das ist Teil der Überprüfungen, die ich am Montag bereits angekündigt habe: Das Rechnungsprüfungsamt wird dazu alle Unterlagen einsehen, um die Vorgänge aufzuarbeiten.“
Vor der Kreistagssitzung am 17. Dezember hat Projektleiter Krumböhmer die Summe zwar noch einmal nach oben korrigiert, jedoch nur um 300 000 Euro – wegen vergessener Anschlüsse. Einschließlich Steuern, Grundstück und kleinerer Posten errechnete die Verwaltung eine Gesamtsumme von 19,4 Millionen Euro. Auf dieser Grundlage gab eine breite Mehrheit des Kreistags endgültig grünes Licht für den Arena-Bau. Tatsächlich dürften die Kosten aber schon bei 21,8 Millionen Euro gelegen haben.

Zudem taucht in der Übersicht von Ernst² eine weitere Position auf, die der Kreis aber erst mit den korrigierten Zahlen am Montag in seine Kostenaufstellung eingeführt hat: einen 15-prozentigen Sicherheitsaufschlag. Wird dieser zu den 21,8 Millionen Euro hinzugerechnet, die sich aus der Kostenübersicht von Ende November ergeben, liegt die Gesamtsumme bei knapp 25,1 Millionen Euro und damit nur noch 600 000 Euro unter der Kostensteigerung, die Nahrstedt diese Woche bestätigt hat. Dies hätte dem Kreistag bereits im Dezember bekannt sein können. Fraglich ist, ob die Mehrheit der Abgeordneten dann noch für den Bau votiert hätte.

Von Malte Lühr

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