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In der Kritik steht der Erste Kreisrat Jürgen Krumböhmer als Projektleiter. Im Begleitgremium zum Arena-Bau gab er eine persönliche Erklärung ab. (Foto: t&w)

Viele Fragen offen im Arena-Drama

Lüneburg. Noch am 14. Oktober war die Welt für Kreistag und Kreisverwaltung weitgehend in Ordnung. In der Sitzung des Begleitausschusses für den Bau der Arena Lüneburger Land bestätigte Bauleiter Ulrich Jarke die bis dahin errechneten Kosten für Planung und Bau der multifunktionalen Veranstaltungshalle – knapp 14,2 Millionen Euro ohne Steuern.

Auch die wenige Tage später eintrudelnden Angebote für gut 70 Prozent der Leistungen ergaben keine hohen Abweichungen. Die Investitionssumme musste lediglich um 200 000 Euro noch oben korrigiert werden – auf 14,4 Millionen Euro. Die Summe, die für die Kreistagsabgeordneten bis kurz vor ihrer Sitzung am 17. Dezember Bestand hatte.

Warnung vor Kostensteigerung kam Ende November

Tatsächlich aber hat Jarke bereits am 27. November den Projektverantwortlichen bei der Kreisverwaltung alarmiert, den Ersten Kreisrat Jürgen Krumböhmer per E-Mail vor einer weiteren, erheblichen Kostensteigerung gewarnt. Im Anhang befand sich eine – in Teilen zwar fehlerhafte – aber dennoch eindeutige Übersicht über die Gesamtkosten. Diese wies zwar unter dem Strich eine Summe von rund 21,6 Millionen Euro aus, doch war für den Ersten Kreisrat nicht auf den ersten Blick zu erkennen, wo sich eine Kostensteigerung in welcher Höhe verbarg. So zumindest stellte es Krumböhmer Teilnehmern zufolge in der Sitzung des Begleitgremiums am vergangenen Donnerstag dar, als Landrat Manfred Nahrstedt erstmals die aktuellen Zahlen auf den Tisch legte, und der Erste Kreisrat die Mail in Kopie dazu.

In seiner persönlichen Erklärung schilderte Krumböhmer, dass er sofort zum Telefon gegriffen und Bauleiter Jarke angerufen habe, um das Ausmaß der Kostensteigerung in Erfahrung zu bringen. Eine Million Euro war die Summe, die der Erste Kreisrat unmittelbar im Anschluss in das Büro von Landrat Manfred Nahrstedt trug.

Sparprogramm um die Hallenkosten zu senken

Nach der heiklen Kreistagssitzung Anfang November, als die Kreistagsmehrheit erstmals ins Wanken zu geraten schien, wollten beide Männer einen weiteren Kostenanstieg unbedingt verhindern. Wahrscheinlich ist, dass die Gesamtkosten unter der Marke von 20 Millionen Euro bleiben sollten. Sie beschlossen das Geld einzusparen – im Bereich Veranstaltungstechnik.

Zwei Tage später trafen sie sich mit Hallenbetreiber Klaus Hoppe und verabredeten ein Fünf-Punkte-Spar-Programm. Alles schien geregelt, die Rechnung aufzugehen.

Tatsächlich lagen die Mehrkosten bei zwei Millionen Euro. Krumböhmer räumte in dem Gremium ein, dass er bei genauerer Prüfung der Gesamtkostenübersicht dies hätte auch erkennen können. So aber verließ er sich offenbar auf das, was er dem Telefonat mit Bauleiter Jarke entnommen hatte, ohne weiteren Blick auf Anlage der Mail.

Warum es noch bis Anfang März dauern sollte, bevor Mitarbeiter der Kreisverwaltung das tatsächliche Ausmaß des Kostenanstiegs entdeckten, wird jetzt das Rechnungsprüfungsamt ermitteln müssen. Einen genauen Blick in die Akten werfen werden aber auch die Kreistagsabgeordnete, die unter Federführung und auf Antrag der CDU bereits damit begonnen haben, das Drama um die Arena-Planung unter die Lupe zu nehmen. Denn noch sind viele Fragen offen.

Von Malte Lühr