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Mareike Freiwald leistet ihren Freiwilligendienst im Museum ab. Sie sucht für ein Projekt Ansprechpartner. Foto: ca

Gesammelte Geschichte aus der Vergangenheit

Lüneburg. Wie war das, als nach dem Zweiten Weltkrieg Abertausende Flüchtlinge in den Landkreis kamen? Wie begrüßten Lüneburger 1958 die ersten Soldaten der Bun deswehr und wie lief das Zusammenleben?

Wer erinnert sich noch an den Bruch des Elbe-Seitenkanals 1976?

Wer an die Trabbi-Karawanen nach dem Mauerfall 1989?

Darüber möchte Mareike Freiwald mit älteren Lüneburgers sprechen, die möglichst vor 1960 geboren sein sollen.

Die junge Frau leistet gerade ihren Bundesfreiwilligendienst im Museum an der Willy-Brandt-Straße ab. Mit dem Wissenschaftler Ulf Tschirner und Öffentlichkeitsarbeiterin Hannah Heberlein arbeitet sie an einem Projekt der Oral History, der erzählten Geschichte.

„Wir möchten Geschichten festhalten und archivieren“, sagt die 20-Jährige. Es ist quasi eine Sammlung wider das Vergessen: Zeitzeugen können Stimmungen und kleine Episoden beisteuern, die es nicht in die Zeitung oder in Bücher geschafft haben. Gern würden die Initiatoren ihre Gesprächspartner filmen, eben auch um deren Gefühle zu dokumentieren, wenn sie etwa über den Kaufhausbrand vor sechs Jahrzehnten berichten – eine Brandserie erschütterte die Stadt damals bis ins Mark.

Erinnerungen können täuschen, etwa weil ein Datum nicht stimmt. Deshalb wollen die Museumsleute das Erzählte anhand von Fakten überprüfen. Da bietet sich das „Gedächtnis der Stadt“ an.

Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv

Tschirner sagt: „Wir möchten mit dem Stadtarchiv zusammenarbeiten.“ Nicht nur das Reden steht auf dem Programm, sie hoffen, auch Tagebücher, Fotos, Filme und Briefe zusammentragen zu können.

Das Vorhaben ist langfristig angelegt. Mareike Freiwalds Vorgänger hat schon einen Film zum Thema gedreht, nun soll es weitergehen. Die junge Frau schafft dafür eine Art Fundament, auf dem Geschichte und Geschichten stehen und sich weiter entwickeln. Sie hat zum Beispiel die Idee, dass sich ältere und junge Lüneburger gemeinsam über damals und heute unterhalten und so unterschiedliche Sichtweisen zusammenkommen.

Mareike Freiwald, die ihr Abi-tur am Bernhard-Riemann-Gymnasium in Scharnebeck gemacht und danach als Au-pair-Mädchen nach Rom ging, freut sich darauf, lokale Historie sozusagen hautnah erleben zu können.

Wer sie unterstützen möchte, erreicht sie im Museum unter (04131) 7206580 oder per E-Mail an: m.freiwald@museumlueneburg.de

Von Carlo Eggeling